Schafkopf-Strategie: Ausspielen beim Geier und Wenz (blank vs. besetzt/lang)

Baerenfang, 22. Januar 2019, um 20:19

Grüß Gott,

es wird wieder mal Zeit, dass sich die Elite dieser Seite bezüglich dieses Thema zu Wort meldet und Hilfestellung gibt.

Die Situation: Ein anderer spielt eines der besagten Spiele und man selbst spielt aus. Es geht konkret um Folgendes: Das Ausspielen, wenn man selbst einen Wenz/Geier besitzt (ausgenommen den Alten).

Ein Beispiel: Ich besitze den Blauen Wenz/Ober, 25 Eichel, ein blankes Zehner (grün) und irgendeine Leere einer anderen Farbe. Was wäre in dieser Situation das beste Vorgehen?

Aus der eigenen Erfahrung heraus ist es meistens so, dass der Spieler den Alten hat und entweder drei Ober besitzt oder wenn er eine Farbe sticht, die Trümpfe ziehen wird. Von daher erscheint es mir persönlich in dieser Situation am sinvollsten das blanke Zehner zu bringen, weil diese Karte nutzlos ist und man sich die Chance wahrt, dass ein Partner einsticht. Im Gegensatz zum Ausspiel der Leeren ist es dann auch weniger wahrscheinlich, dass der Spieler eine Karte abspatzt. Die Ass wäre (meiner Meinung nach) nur dann sinnvoll, wenn der Spieler die entsprechende Fehlfarbe hat, was in der Mehrzahl der Fälle nicht der Fall ist. Die Farbe wird gestochen, Trümpfe werden gezogen und das Spiel wird zumeist verloren.

Trotzdem sehe hin und wieder erfahrene Spieler (= zugleich viele gespielte Spiele sowie Punkte, die auch generell aufmerksam spielen), die dann trotzdem das Ass bringen, auch wenn sie hinten sitzen. Mich würde an dieser Stelle interessieren, wie man diese Situaation am besten bewältigt und an welche "Richtlinien" man sich hier halten kann und ob mein Gedankengang irgendwelche Fehler aufweist bzw. die andere Wahl besser wäre.

Ein wichtiger Faktor ist natürlich auch die Position des (Aus)spielers. Hinten würde ich persönlich beim Beispielblatt nicht die Ass bringen. Wie sähe das Ganze aus, wenn der Spieler auf 2 bzw. 3 sitzt?

Andere Situation: Der Spieler sitzt auf 2, man selbst hat den Herz Ober/Wenz, eine Ass + zwei Karten der dazugehörigen Farbe, eine Leere und eine volle Blanke. Wäre es ratsam hier auf einen Überstich zu spielen und trotzdem das Ass zu bringen? Würde sich an der Spielweise etwas ändern, wenn man statt der Leeren und der vollen Blanken zwei leere Blanke hätte? Und was wäre es trotzdem ratsamer die Ass zu bringen, wenn man statt den beiden Blanken eine besetzte Farbe hätte?

Viel Text, aber auch ordentlich Stoff zum Nachdenken.

Ich freue mich über jeden hilfreichen Beitrag! Vielen Dank!

maaan, 23. Januar 2019, um 17:56

Hallo,
ich spiele nur lang, aber vll. nützt dir meine Herangehensweise.

Meine Empfehlung für dich wäre, dass du die Konsequenzen jeder Karte deiner Hand maximal kleinschrittig beschreibst.

Dein erstes Beispiel:
Gras-UnterDie AlteEichel-ZehnEichel-KönigGras-ZehnSchellen-Sieben
Es macht dann unter Umständen einen riesen Unterschied, ob der Gegner nun an 2 oder 4 sitzt.
Angenommen, er sitzt an 4.
Nehnme die Situation von Position 4 ein. Über welche Karte von Spieler 1 würdest du dich als Wenzspieler freuen, welche nicht?

Wenn Spieler 1 Die Alte ausspielt, was wäre das schlimmste/beste was dir passieren kann?
Beobachte solche Dinge auch bei den eigenen gespielten Wenzen; was war eklig, was war angenehm?

Ich vermute, dass genau das kleinschrittige Denken den Unterschied zwischen Weltspitze und dem Durchschnitt ausmacht.
(Wenn du das wirklich nur die Beispiele bewertet haben wolltest, sorry!)

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