Tratsch: Merz- Anti Merz Diskussion

MeisterRudi, 04. August 2026, um 01:13

Wollte die CSU/CDU nicht zuerst eine Kanaliesierung der Donau bei uns, von Deggendorf Richtung Vilshofen?
Was zur Folge gehabt hätte, das bei Niedrgwasser, die Auen und Altwässer noch schneller ausgetrocknet wären.

Und erst ein Streit mit Naturschützer konnte dies Verhindert werden.

Hoffe das der geplante Ausbau es jetzt nicht schlechter macht.

ToRo1, 04. August 2026, um 10:29

Nach dem Lesen von diesem Thread muss ich mein Senf dazu geben:

Die Kritik an Friedrich Merz kommt längst nicht mehr nur von außen, sondern massiv aus den eigenen Reihen und den Medien. Seine bisherige Bilanz – besonders beim Umbau des Kabinetts und seiner mangelnden Führungsqualität – zeigt deutliche Schwächen. Anstatt das Team zu einen und Inhalte voranzubringen, stand auch hier wieder die Absicherung der eigenen Macht im Vordergrund. Als Kanzler wird er sich zwar im Amt halten können, weil ein Wechsel politisch und rechtlich nur durch ihn selbst eingeleitet werden kann. Doch dieses "Überleben" im Amt ändert nichts an dem tiefen Unbehagen über seine Person. Die Sorge des Thread-Initiators bleibt vollkommen berechtigt: Merz fehlt die Kompetenz für eine zukunftsorientierte Regierungsarbeit, und das machtpolitische Taktieren wiegt schwerer als das Wohl des Landes.

Ali_Ass, 04. August 2026, um 19:20
zuletzt bearbeitet am 04. August 2026, um 19:44

Inwiefern sollte ein Wechsel politisch und rechtlich nur durch ihn selbst eingeleitet werden können? Du meinst sicher, dass ein Kanzlerwechsel nicht realistisch ist, solange die CDU selbst nicht überwiegend mitspielt, oder? Aber wenn sie das tut, dann braucht es nur eine (nur zum Schein) gewonnene Vertrauensfrage und ein gleich darauf anschließendes erfolgreiches konstruktives Misstrauensvotum mit einen anderen CSU- oder CDU-Kandidaten, und weg isser. Wenn er die Vertrauensfrage überhaupt stellt. Behauptet zumindest die Google-KI, als ich sie gefragt habe, ob es denn so möglich wäre.

ToRo1, 04. August 2026, um 20:07

Alli,das stimmt. Rechtlich sicher aber es gibt noch den politischen Aspekt. Würde seine Partei ihn "FALLENLASSEN"- SO WÜRDE DAS DER WÄHLER ES ALS KAPITULATION UND VERTRAUENSBRUCH SEHEN. Da aber die Parteien um jeden kämpfen müssen und sich weit unter der starken Mehrheit bewegen, gleicht ein Kanzlerwechsel während der laufenden Legislaturperiode einer Bankrotterklärung ihrer politischen Arbeit.

zaltshaker, 04. August 2026, um 20:28

Eier, wir brauchen Eier. Und da hats grad gar koan. Jeder schaut nur auf seine Pfründe. Zum 🤮🤮🤮

ToRo1, 04. August 2026, um 20:50

Eier=Charisma . Genau das ist das Problem !

Wer in die Geschichte blickt, sieht sofort: Die prägenden Figuren waren keine Moderatoren, sondern Alphatiere mit eisernem Willen und echtem Charisma. Ob Churchill, de Gaulle, Golda Meir, Adenauer, Brandt, Schmidt, Kohl, Wehner oder Strauß – sie alle besaßen die Fähigkeit, eine klare Richtung vorzugeben. Selbst in der jüngeren Vergangenheit funktionierte dieses Prinzip bei Joschka Fischer oder anfangs auch bei Robert Habeck.Und genau hier liegt die fundamentale Schwäche der heutigen Politiker: Sie sind keine Anführer mehr, sondern bloße Verwalter und Getriebene. Gefangen in einer Dauerschleife aus Medientraining, Umfragewerten und der Angst vor dem nächsten Shitstorm, haben sie jede Ecke und Kante verloren. Statt echtem Rückgrat erlebt man heute nur noch rumeierndes Moderieren, ständiges Zurückrudern und technokratische Phrasen. Es fehlt der Mut, eine unpopuläre Entscheidung zu treffen und dafür den Kopf hinzuhalten.Die Sehnsucht nach einer starken Hand ist tief in der politischen DNA verankert. Sobald jemand echte Führungsstärke zeigt, rennen ihm die Leute die Bude ein. Warum? Weil Selberdenken und Mitgestalten vielen zu anstrengend ist. Der Wähler will im Grunde seines Herzens jemanden, der führt – und genau diese Größe liefert das aktuelle Spitzenpersonal einfach nicht mehr ab.Wie seht ihr das? Brauchen wir wieder mehr solcher politischen Schwergewichte, oder ist diese Zeit der großen Anführer endgültig vorbei?
Sorry für die ermüdende Länge meines Beitrages.

Soolbrunzer, 04. August 2026, um 22:36
zuletzt bearbeitet am 04. August 2026, um 22:37

Pistorius, Wüst, Söder, Özdemir wären schon geeignet, Merkel war es auf ihre Art auch, sicher auch Habeck. Merz war m.E. nie tauglich; tragisch, dass die Union da in der Situation letztes Jahr keinen besseren aufbieten konnte. Wenn die kommenden Landtagswahlen in die blaue Hose gehen, bin ich gespannt, ob Merz sich noch wird halten können.

Ali_Ass, 04. August 2026, um 23:19
zuletzt bearbeitet am 04. August 2026, um 23:31

Wenn die Union Merz fallen ließe, muss man das doch nicht notwendigerweise als Vertrauensbruch am Wähler werten. Politiker werden andauernd wegen irgendwelcher Skandale oder sonstwas (insbesondere eben auch Erfolglosigkeit) von ihrer Partei fallen gelassen. Ok, Bundeskanzler waren (bei uns zumindest) bislang noch nicht dabei. Jedenfalls nicht derart, dass anschließend die gleiche Regierungskoalition weiter regiert hätte. Aber in Großbritannien ist so etwas ja fast schon die Regel, jedenfalls in den letzten 10 Jahren. Weil es dort halt sehr viel einfacher geht, den Regierungschef abzusägen. Und mit einem Koalitionspartner absprechen muss man sich dort natürlich auch nur selten.

ToRo1, 04. August 2026, um 23:38

In der gesamten Geschichte der Bundesrepublik wurde ein Kanzler erst zweimal gegen seinen Willen im Parlament gestürzt – und beide Male lag es nicht an internen Parteirevolten allein, sondern am Wechsel eines Koalitionspartners.

Ali_Ass, 05. August 2026, um 00:01

Sag ich ja, in Deutschland hatten wir das noch nicht in dieser Form. Das ist aber doch kein ausreichender Grund, es nicht zu tun.

faxefaxe, 05. August 2026, um 07:33

Die Frage ist, ob in Zeiten von Social Media und Co (wenn jede Entscheidung zerredet und zerschossen wurde, bevor sie gefällt wurde; wenn sachorientierte Diskussionen wegen der Polarisierung kaum noch möglich sind) Länder auf Bundesebene überhaupt noch erfolgreich regiert werden können.
Die Zuwanderung hat die Regierung reduziert, zwei Kriege belasten die Wirtschaft, die wichtigste Industriebranche hat strukturelle Probleme, die kaum eine Regierung wird beheben können. Differenziert wird all das nicht mehr betrachtet.

ToRo1, 05. August 2026, um 09:23

Faxe, du beschreibst die veränderten Rahmenbedingungen absolut richtig: Social Media, globale Krisen und Polarisierung machen das Regieren heute extrem schwer. Aber genau da liegt der Denkfehler: Diese schwierigen Umstände sind kein Grund für Profillosigkeit. Sie sind der Beweis, dass wir Führung brauchen. In stürmischen Zeiten versagt ein reines Verwalten. Führung bedeutet eben nicht, monatelang zu diskutieren, intern zu streiten und auf Umfragewerte zu starren. Führung bedeutet, entschlossen zu handeln und konsequent Kurs zu halten. Ein echter Anführer flüchtet sich nicht in technokratische Phrasen. Er stellt sich hin, weist die Bürger klipp und klar auf die Notwendigkeit unpopulärer Entscheidungen hin und erklärt gleichzeitig eine echte Vision für die Zukunft. Nur wer reinen Wein einschenkt und zeigt, wo die Reise hingeht, nimmt die Menschen mit. Die schwierigen Zeiten sind nicht schuld an der heutigen Konzeptlosigkeit – sie machen sie nur schmerzhaft sichtbar.

Soolbrunzer, 05. August 2026, um 11:08

Die Vorstellung, dass allein starker Anführer die Wende bringt, ist nun doch etwas eindimensional und archaisch, finde ich. Scholz' Charisma etwa war sicherlich sehr überschaubar; er wirkte aber zumindest handwerklich deutlich kompetenter, als es Merz' Auftritt gerade wirken lässt. Ein Kanzler, der bei aller Bemühung um Objektivität null Charisma und geringe politische Kompetenz ausstrahlt, und dabei nach außen und wie man liest auch nach innen überheblich und beratungsresistent wirkt, hat eben beste Chancen, zur tragischen Figur zu werden. Ein uncharismatischer Kanzler kann seinen Job machen: Die Ampel hatte zum Zeitpunkt des Bruches knapp dreiviertel der Agenda des Koalitionsvertrages umgesetzt, teilweise umgesetzt oder begonnen. Man vergaß lediglich, diese Erfolge auch als solche zu unterstreichen. Vielleicht hätte es mit etwas mehr Charisma gelingen können, das a priori ohnehin wackelige Konstrukt einer Dreierkoalition zumindest über die Ziellinie zu bringen, bei einem Selbstdarsteller wie Linder eine Herkulesaufgabe, von o.g. Rahmenbedingungen (vgl. Faxe) gar nicht zu reden. Mit Merz jedenfalls, da bin ich echt schlechter Dinge, dürfte die Idee scheitern, mit einer konservativ geführten Regierung die Herzen der nach rechts abgewanderten Wähler zurückzuerobern.

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