Schafkopf für Freunde

Die verschiedenen Spielarten beim Schafkopf

Beim Schafkopf können verschiedene Spiele gespielt werden. Dabei ändert sich nicht nur, wie schon erwähnt, die Reihenfolge der Karten und die Auswahl der Karten, die Trumpf sind, sondern auch wer mit wem zusammenspielt.
Beim Partnerspiel, auch Rufspiel oder Sauspiel genannt, spielen immer zwei Spieler zusammen. Es gibt dann zwei Teams mit jeweils zwei Spielern, die zusammen gegen das andere Team spielen. Aber es gibt auch Solospiele, wie den Wenz und die Farbsolos, bei denen ein Spieler gegen die anderen drei Spieler, die zusammen ein Team bilden, spielen muss. Die Augen der Karten, die die Spieler eines Teams gewonnen haben, werden am Ende zusammengenommen und das Team mit den meisten Augen hat gewonnen. Beim Solo muss der Alleinspieler also mehr Augen gewinnen als die anderen drei Spieler zusammen.

Das Sauspiel

Trümpfe beim Sauspiel:
                           

Beim Sauspiel spielen immer zwei Spieler zusammen. Der Spieler, der das Sauspiel angesagt hat (der "i dad" gesagt hat), kann sich aussuchen mit wem er zusammen spielen will. Das macht er nicht indem er sich einen Spieler aussucht, sondern indem er ein Ass ruft, das er nicht selbst auf der Hand hält, aber von dessen Farbe er mindestens eine andere Karte hat und die nicht Trumpf ist. Da beim Schafkopf das Ass "Sau" genannt wird und die Sau gerufen wird, heißt diese Spielart Rufspiel oder Sauspiel. Da beim Sauspiel immer alle Ober, alle Unter und alle Karten der Farbe Herz Trumpf sind, kann der Spieler auch nicht das Herz-Ass rufen.

Also nochmal langsam: Der Spieler will ein Partnerspiel spielen und sucht nun seinen Mitspieler aus. Dafür darf er sich ein Ass einer Farbe (Eichel, Gras, Schelle - kein Herz) aussuchen, aber er muss mindestens eine andere Karte dieser Farbe auf der Hand haben und natürlich kann er nicht ein Ass suchen, das er selbst auf der Hand hat.

               

Der Spieler sagt ein Sauspiel an und kann hier entweder das Eichel-Ass rufen oder das Gras-Ass. Das Schell-Ass geht nicht, weil er keine andere Schellen-Karte auf der Hand hat. Und Herz-Ass geht nicht, weil alle Karten mit der Farbe Herz (wie immer beim Sauspiel) Trumpf sind.

Wenn im Spiel die Farbe des gerufenen Asses angespielt wird, muss der Spieler das Ass ausspielen, auch wenn er andere Karten dieser Farbe hat. Wurde z.B. ein Sauspiel mit dem Eichel-Ass angesagt (der Spieler, der das Eichel-Ass auf der Hand hat, spielt mit dem Spieler zusammen, der das Sauspiel angesagt hat) und es wird eine Karte mit der Farbe Eichel ausgespielt, muss das Eichel-Ass gespielt werden.

Wenn der Spieler, der das gesuchte Ass auf der Hand hat, dran ist eine Karte auszuspielen, dann muss er, wenn er die Farbe des gesuchten Asses spielen will, das Ass spielen. Er darf vorher keine andere Karte dieser Farbe spielen (es gibt eine seltene Ausnahme: wenn ein Spieler das Ass und mindestens drei weitere Karten der gleichen Farbe hat, kann er "davonlaufen", also zur Verwirrung der Anderen eine andere Karte als das Ass der gesuchten Farbe ausspielen (ausspielen bedeutet immer die erste Karte in der Runde spielen)).
Sobald die Farbe von dem gesuchten Ass gespielt wird, ist dadurch allen klar, wer mit wem zusammenspielt.

Der Wenz

Trümpfe beim Wenz:
       

Der Wenz ist ein Solospiel. Das bedeutet, dass der Spieler, der den Wenz ansagt, allein gegen die anderen Drei spielen muss. Auch die Reihenfolge der Karten ist anders als beim Sauspiel, denn beim Wenz sind nur die Unter Trumpf. Alle anderen Karten werden einsortiert (die Ober werden zwischen König und 9 eingereiht und Herz ist kein Trumpf mehr, sondern eine ganz normale Farbe).

Das Farbsolo

Trümpfe beim Farbsolo - hier am Beispiel vom Grassolo:
                           

Das Farbsolo ist dem Sauspiel sehr ähnlich. Die Ober, Unter und alle Karten einer Farbe, die sich der Solist (der Spieler, der das Farbsolo spielen will) aussuchen darf, sind Trumpf.

Tout

Wenn man ein sehr gutes Blatt hat und denkt, dass man ein Solospiel (also allein gegen die anderen Drei) so gewinnt, dass die Anderen keinen einzigen Stich machen können, dann kann man einen "Tout/Du" ansagen. Dieser ist bei der Spielfindung (wenn reihum gefragt wird wer spielen will) höher gestellt und hat Vorrang (z.B. wenn ein anderer Spieler auch ein Solo spielen will) und verdoppelt den Spielwert.

Weitere Spielarten

Schafkopf hat eigentlich kein festes oder verbindliches Regelwerk. Regeln werden meist, bevor man spielt, ausgemacht. Die oben genannten Spielarten und Spielregeln sind allerdings fester Bestandteil vom Schafkopf. Die folgenden Regeln sind zwar recht weit verbreitet, werden aber optional, bevor man spielt, ausgehandelt. Die Schafkopfschule e.V. unterscheidet hier auch zwischen dem "reinen" und "unreinen" Schafkopf. Folgende Spielarten werden bei Sauspiel noch zusätzlich angeboten:

Der Geier

Trümpfe beim Geier:
       

Der Geier ist wie der Wenz, nur dass statt der Unter nur die Ober Trumpf sind. Alle anderen Karten sind ganz normal und kein Trumpf.

Der Farbwenz

Trümpfe beim Farbwenz - hier am Beispiel vom Schellen-Wenz:
                     

Beim Farbwenz sind auch die Unter die höchsten Trümpfe, und wie beim Farbsolo noch eine zusätzliche Farbe, die sich der Spieler aussuchen darf.

Ramsch

Wenn man mit Ramsch spielt, werden die Karten nicht zusammengeworfen und neu gemischt, wenn kein Spiel angesagt wird. Falls keiner spielen will, dann wird automatisch ein Ramsch gespielt. Es gibt jedoch keine Teams, sondern jeder spielt für sich allein. Ziel hierbei ist es möglichst wenig Augen zu machen, derjenige mit den meisten Augen hat verloren (Ausnahme ist der Durchmarsch! Macht ein Spieler mehr als 90 Augen, ist er der Gewinner). Die Trümpfe sind die selben wie beim Sauspiel, also alle Ober, alle Unter und alle Herz.
Die genauen Regeln zum Ramsch gibt es in der Hilfe.