Tratsch: Merz- Anti Merz Diskussion

Soizhaferl, 10. April 2026, um 12:24

Erbschaftssteuer besteuert den Vorgang der Vermögensübertragung, nicht das Vermögen.

Ruth333, 10. April 2026, um 12:58

Es gibt verschiedene Steuern, die nicht den Erwerb, sondern den bloßen Besitz oder das Halten von Eigentum belasten, um damit öffentliche Aufgaben zu finanzieren. Dazu zählen: Grundsteuer,Kraftfahrzeugsteuer: Nur weil du ein Auto besitzt und es zum Verkehr zulässt, fällt diese Steuer regelmäßig an.Hundesteuer: Eine klassische Gemeindesteuer auf das Halten eines Tieres (rechtlich gesehen eine „Sache“ bzw. Eigentum).Zweitwohnungsteuer: , Erbschaft- und Schenkungsteuer: Sie greift zwar beim Übergang, besteuert aber letztlich den Substanzzuwachs an privatem Eigentum.

Ruth333, 10. April 2026, um 13:09

im ersten Satz ist deine Erklärung drin.

faxefaxe, 10. April 2026, um 14:27

Steuern sind in Deutschland explizit nicht zweckgebunden.

faxefaxe, 10. April 2026, um 14:48

Nö. Es gibt zig staatliche Aufgaben, die sich nicht durch eine Besteuerung umlegen lassen. Der Staat ist immer auch eine Solidargemeinschaft. Und die Menschen wären auch nicht glücklicher, wenn zb das Autofahren noch teurer wäre.

faxefaxe, 10. April 2026, um 14:56

Was soll nicht richtig sein? 😀

faxefaxe, 10. April 2026, um 15:12

Ah, darauf bezog es sich. Die Einnahmen aus KFZ- und Kraftstoffsteuer würden nicht reichen, die Kosten des Autoverkehrs zu decken. (Nicht weiter tragisch. Zum einen ja nicht zweckgebunden, zum anderen hat eh fast jeder ein Auto).

Es gäbe bei Dir dann eine Rüstungssteuer, eine Zinssteuer, eine Strassenerneuerungssteuer, eine Kinderbetreuungssteuer. Und die zahlen dann nur manche und sie würden immer an die Kosten angepasst?

Ruth333, 10. April 2026, um 16:26

Ich bin viel jünger als Faxe und denke nicht so wie die "Alten".Die
Lust am eigenen Führerschein schwindet massiv. Während die
Durchfallquoten steigen, bleiben die Neuanmeldungen in den Fahrschulen
mancherorts komplett aus.Der
Grund ist simpel: Das Auto hat als Statussymbol ausgedient. Warum ein
Vermögen für den Lappen und ein eigenes Kfz ausgeben, nur um sich danach
mit Kfz-Steuer,
Versicherung und Werkstattkosten rumzuärgern? In der Stadt ist man mit
Carsharing oft viel smarter unterwegs: Ein kleiner Wagen für drei
Stunden kostet gerade mal 15 Euro – ohne dass man sich um den ganzen
bürokratischen Rattenschwanz kümmern muss.Das
eigene Auto ist vom Freiheitsticket zum reinen Kostenfaktor mutiert.
Viele warten jetzt lieber ab, ob geplante Reformen den Führerschein
überhaupt wieder bezahlbar machen. Mir genügen in der Großstadt die Öffentlichen und ab und zu (IKEA Fahrt ) Carshering Auto.

Ali_Ass, 10. April 2026, um 21:11

"egal ob es zum 10x weiterverschenkt oder vererbt wird, wurde es bereits versteuert. "
Das würde dann ja für alles Geld der Fall sein, das in irgendeiner Form weitergegeben wird. Jeder Euro wäre dann ja schon irgendwann mal von irgendwem versteuert worden, nicht wahr? Wozu Mieteinnahmen versteuern? Hat der Mieter doch schon gemacht. Wozu sollte der Handwerker sein Einkommen versteuern? Hat doch der Kunde schon gemacht... Jeder, der irgendeine Dienstleistung erbringt oder etwas verkauft, erhält vom Kunden Geld, welches dieser (oder jemand vor ihm) schonmal versteuert hat. Und wenn der es durch Erbschaft oder sonstwie steuerfrei bekommen hat, dann ist es halt vorher schon irgendwann mal versteuert worden. Mehrfach. Trotzdem zahlt man für sein Einkommen für gewöhnlich Einkommenssteuer. Obwohl man dafür in der Regel etwas geleistet hat. Warum sollte man also gerade auf ein Einkommem, für das man nichts geleistet hat, wie Erbschaft, keine Steuer zahlen? Das ist ist doch geradewegs absurd. Ich habe ja ein Verständnis für großzügige Freibeträge, so dass für den Normalbürger Familieneigentum Familieneigentum bleiben kann, insbesondere selbst genutztes Wohneigentum. Aber irgendwo hört der Spaß auch mal auf, und zwar da, wo Multimillionäre und Milliardäre über legale Winkelzüge ihr gesamten Vermögen steuerfrei vererben. Schlimm genug, dass sie zu Lebzeiten zu wenig Steuern zahlen.

Ali_Ass, 10. April 2026, um 21:14
zuletzt bearbeitet am 10. April 2026, um 21:19

"oder endlich aufwachen und Vater Staat nicht als Kuh sehen die man melkt bis nichts mehr kommt"
Das Problem sind wie gesagt durchaus auch diejenigen, denen der Staat seine Milch geradezu aufdrängt, indem er von ihnen keine Steuern will, obwohl sie sie problemlos reichlich zahlen könnten.

Brotchip, 10. April 2026, um 21:40
zuletzt bearbeitet am 10. April 2026, um 21:43

@Ruth: man kann sich ja alles Schönrechnen gell? Mein großer SUV kostet mich mit 10Jahren Laufzeit im Schnitt 11,26 Euro/Tag, hier sind Versicherung,Tanken, Steuer und Service mit eingerechnet! Da kommen mir die 15Euro für 3 Stunden im Kleinwagen aber sehr teuer vor. Ich kann fahren wann ich will, wohin ich will und muss nicht warten wenn die Kiste vielleicht grad anderweitig unterwegs ist. Und als Statussymbol ausgedient? Für die Leut, die das Auto wirklich brauchen ist es einfach eine Notwendigkeit. Die Anderen mit ihren Wachteleiern hat's früher schon gegeben, gibt es heute und wird es in Zukunft geben. So einfach ist das😆

Ali_Ass, 10. April 2026, um 22:32

Die Kraftfahrzeugsteuer ist nebenbei bemerkt zwar die Steuer für "den bloßen Besitz oder das Halten" eines (zugelassenen) Kfz, aber nicht für das Eigentum daran. So gesehen schlechtes Beispiel. Der Halter und der Eigentümer können durchaus unterschiedliche Personen sein. Die Kfz-Steuer ist eine Steuer für die Teilnahme am Straßenverkehr.

Ali_Ass, 10. April 2026, um 23:38
zuletzt bearbeitet am 10. April 2026, um 23:40

Na gut, wenn du so argumentierst... Für mich ist auch vieles nicht richtig, und kann dann somit nicht rechtens sein. Lasset es uns also abschaffen. Wenn du der Meinung bist, Handwerkslohn und Erbschaft wären ein schlechter Vergleich, so ist da schon was dran. Fürs eine muss man ja etwas leisten... 😄Was das Mietrecht betrifft, so hat dazu vorher noch niemand etwas geschrieben, so weit ich mich erinnern kann. Das ist wieder ein anderes Thema. Wo es sicher auch unterschiedliche Meinungen gibt. Aber einig sind wir uns sicher, dass es dort, wo man sie braucht, zu wenig Wohnungen sind, und dort, wo sie im Überfluss vorhanden sind, zu wenige Leute. Unregulierter Kapitalismus führt dann halt dort, wo Wohnungsmangel ist, zu enormen Mieten. Das kann man jetzt gut finden, aber die Mehrheit tut das wohl eher nicht.

spielfuehrer, 11. April 2026, um 01:02

wenn man vor der Geburt etwas unsicher ist und man so nachdenkt, wie es denn wäre, wenn man scheiße Pech hätte beim Start ins Leben und man ausgerechnet in die ärmste Familie Deutschlands hineingeboren werden würde, dann muss man doch als rationaler Risikovermeider pro Erbschaftssteuer sein. Sie liefert ein Chancenplus. Einem glücklich geborenen reichen Lackel hingegen nur ein verkraftbares Chancenminus.

daher man muss sich gedanklich nur in die Zeit vor der Geburt zurückversetzen, dann wird die Diskussion gleich auch a bissl vorsichtiger und zugleich auch weniger ideologisch geführt - weg vom "bereits versteuertes Geld, mimm mimm mimm".

Brotchip, 11. April 2026, um 06:59

Guter Ansatz! Und wenn man sich dann gedanklich der Zeit nach dem Leben widmet kann man sich überlegen ob das ganze Gehäule während des Lebens es wert war, seine kostbare Zeit damit zu verschwenden....

Soizhaferl, 11. April 2026, um 07:56

John Rawls, der "Schleier des Nichtwissens". Zum Nachlesen und so. Wobei der sf das natürlich schon sehr schön zusammenfasst.

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