Verbesserungsvorschläge: Erweiterung

hansolo_forever, 12. Februar 2019, um 13:01

Also gut, Du quengelst nicht.
Du spielst ja auch nicht Schafkopf. Aber das ist ein anderes Thema und führt hier zu weit.

@ sool interessant - '... eine gewisse Monopolstellung, zumindest eine überlegen Marktführerschaft.'
Und im Nachsatz fällt der Begriff 'Ermittlungsverfahren' - und da tun sich ganz neue Lösungswege auf.
Vielleicht kann ja die EU den Quasi-Monopolisten 'Sauspiel.de' soweit zügeln, dass er gezwungen wird, auch die Varianten 'Bettel', 'Farbgeier' und die 'MARIE zefix !!!' anzubieten. Jetzt muss chickenwilli nur noch den zuständigen EU-Komissar identifizieren, dann wird flugs eine Petition geschrieben - und siehe: bereits in fünf Jahren wird ein 'Ermittlungsverfahren' eingeleitet.
Die Kinder der heutigen Sauspieler (und möglicherweise auch deren bereits mündige Kinder) werden es den Heutigen danken !

Aber ich verwette meine 23,00$ Spielgeld aus dem Vereinsheim, dass eher der BER samt Betriebsgenehmigung fertiggestellt wird, als dass sich hier noch was ändert.

In diesem Sinne:
https://www.youtube.com/watch?v=ziKDiDRO4jw

Esreichen61, 12. Februar 2019, um 13:01

Das Regelbuch deines Vaters in der Wirtschaft meinst du, oder?

Soolbrunzer, 12. Februar 2019, um 22:31

Lieber 61er,

Ad 1) Um eine Spielvariante einzuführen, ist es in keinster Weise erforderlich, eine User-Umfrage zu durchzuführen. Wenn man das will, kann man's einfach machen (#einfachmachen #fwk). Wie Du diesen Kausalzusammenhang (''[...] Umfrage [...] gemacht haben muss, wie hätte sie sonst den bettel einführen können'') herstellst, erschließt sich mir nicht.

Ad 2) Grundsätzlich weiß ich, dass der Betreiber von scharfkopf.de in der Tat einen recht unkomplizierten Kundenkontakt pflegt und so tatsächlich von vielen Wünschen weiß. Geht auch gut, weils eben noch sehr überschaubar ist, was sich dort so tummelt. Und so weiß ich auch, dass scharfkopf.de vieles anbieten will, was im Allgemeinen bei SSp vermisst wird (Bettel, Farbgeier, Absicherung bei der Spielauswahl, usw.) oder vermeiden will, was einige stört (zu viel Avatar- und Zwischenrufgedöns,...). Insoweit halte ich Faxe's Vermutung eines Nischenprodukts für stichhaltig.

Ad 3) Warum sich der scharfkopf.de-Betreiber für diese Bettelvariante entschieden hat, weiß ich nicht (aber ich werde mal fragen); mag sein, dass sich tatsächlich einige der Nischenkunden das genau so gewünscht haben. Vielleicht aber sind seine Bettelkenntnisse ebenso rudimentär wie Deine und er war einfach schlecht beraten (werde ich auch erfragen). Deine induktive Schlussfolgerung, dass diese Variante jetzt der ''wahre bettel'' sei, ist m.E. jedenfalls unzulässig. Eine kleine Umfrage, die ich über PN bei ausgesuchten Schafkopflegenden und auch erklärten Bettelspielern mache, lässt indessen vermuten, dass (a) kaum einer überhaupt was von einer solch merkwürdigen Hierarchieänderung gehört hatten, (b) die meisten die Variante "Ramsch tout" (wie ich sie jetzt der Einfachheit nenne, also alle Trümpfe bleiben erhalten) für die sinnvollste erachten, ja (c) viele nur diese Variante kennen und für den "wahren Bettel" halten (als Referenz z.B. nur mal den steff zu nennen). Ich würde aber nicht so weit gehen, dass meine bescheidene Feldstudie nun der Wahrheit allerletzter Schluss ist (obwohl, also wenn der steff es sagt...).

Ad 4) Dass Dir der Bettel nicht abgeht, akzeptiere ich gerne. Was der Bauer nicht kennt, muss er nicht essen; wenn er dann aber am Rezept dreinreden will, halte ich das dann doch für, naja: kühn.

Ad 5) Die Behauptung, bei mir ginge der Bettel über ein Solo Tout will ich Dir mal als rhetorische Übertreibung durchgehen lassen. Aber nur um das klarzustellen: Bei uns am Stammtisch sticht der Bettel tatsächlich Ruf, Geier und Wenz aus, Solo geht darüber; gleiche Reihung für die Tout-Spiele, wobei sich der Bettel dann zum Aufgelegten Bettel steigert (inklusive Bonus-Doppler wie bei allen Tout-Spielen). Wenn ich es auch schätzen würde, dies bei einer ohnehin nicht zu erwartenden Einführung des Bettels bei SSp umgesetzt zu sehen, so ist mir doch klar, dass diese Reihung kaum auf breite Gegenliebe stoßen würde. Die allgemein anerkannten Reihung Ruf-Bettel-Farbwenz-etc. würde ich klaglos akzeptieren.

Ad 6) Freilich ist der Bettel eine Nische beim Schafkopf, nicht anders als Geier, Farbwenz oder Farbgeier. Als ich hier anfing, kannte ich den Farbwenz nur vom Hörensagen. Heute spiel' ich ihn sehr gerne. Mit dem Kurzen konnt' ich mich indessen nie anfreunden, aber ich find's saucool, dass es ihn hier gibt. Denn Schafkopf ist so facettenreich, und das ist eine Eigenschaft, welche dieses Spiel für mich so liebenswert macht. Der Antagonist der Vielfalt ist die Einfalt. Meiner persönlichen, sicherlich nicht allgemeingültigen und somit marginalen Meinung nach stünde es demnach dem Marktführer des Online-Schafkopfs gut zu Gesicht, diese Vielfalt auch abzubilden. Aber das ist Sache der Sauspiel GmbH, nicht meine. Wenn man jedoch als Marktführer auch noch gegenüber dem Nischenanbieter mit dem "wahren Bettel" im wahrsten Sinne auftrumpfen könnte... welch ein Triumph könnte das sein...

Tja. Ich und meine Visionen. Ich sollte zum Arzt gehen.

steffekk, 13. Februar 2019, um 00:05

ein bettel wird so gespielt, wie vom sooli beschrieben.

alles andere ist ein Tohuwabohu geistloser Hirngespinste.

Thread kann zu.

Soolbrunzer, 13. Februar 2019, um 01:49

Vielen Dank, steff, für Dei Machtwort. Des is für mich Gesetz und wischt jegliche Zweifel beiseite.

Im Übrigen hat scharfkopf.de die Regularien aus wikipedia.de. Finde ich als Quelle dürftig. Wie der Schnalli berichtet, ist die Reihung Die AlteEichel-KönigDer AlteEichel-UnterEichel-ZehnEichel-NeunEichel-AchtEichel-Sieben beim so genannten "Wallachen" üblich, einem alten, vom Aussterben bedrohten Kartenspiel aus dem Osten Bayerns, bei dem es auch eine Bettelvariante gibt.

Das legt bei mir die Vermutung nahe, dass der anonyme Wikipedia-Autor des Schafkopf-Bettel-Beitrages da vielleicht auch etwas durcheinander gebracht haben mag. Mit Schafkopf hat m.E. die Sonderhierarchie jedenfalls nichts zu tun; vom "wahren Bettel" weit entfernt.

So, aber jetzt: Thread kann zu. Steff hat gesprochen.

faxefaxe, 13. Februar 2019, um 06:55
zuletzt bearbeitet am 13. Februar 2019, um 07:12

Kirchturm :-).

Mich halte mich da für neutral, weil ich keinen Bettel spiele. Bei allen Google-Treffern, die ich finde, sind die Trümpfe aufgehoben, und bei allem, bis auf einen Treffer, ist die Zehn eingereiht :-).

ist eine „exotische Variante“, die unterschiedlich gespielt wird, daher nicht mit Farbwenz oder Kurzem vergleichbar!

https://www.schafkopfen-1.de/schafkopf-das-spiel/schafkopf-spielvarianten.html#anker4 (Keine Trümpfe, Zehn hoch)

http://www.schafkopf-app.de/schafkopf-regeln.html#Bettel (Keine Trümpfe, Zehn eingereiht)

http://www.online-schafkopf-lernen.de/schafkopf-begriffe.html (Keine Trümpfe, Zehn eingereiht)

https://mobile.spin.de/help/4013 (Keine Trümpfe, Zehn eingereiht)

https://www.sauspiel.de/forum/diskussionen/14... (Ohne Trümpfe, Zehner eingereiht)

http://orig07.deviantart.net/73e1/f/2010/131/d/9/schafkopf_tutorial_by_schafkopfer.pdf (Keine Trümpfe, Zehn eingereiht, S. 198)

hier bleiben zumindest Ober und Unter Trumpf. Quelle sind allerdings die „Skathexen“ (und der Link lässt sich nicht reinkopieren)

faxefaxe, 13. Februar 2019, um 07:17

Muss wohl in neuem Beitrag weitermachen!

http://deacademic.com/dic.nsf/dewiki/145883#Bettel_und_Ramsch (Keine Trümpfe, Zehner eingereiht)

Soolbrunzer, 13. Februar 2019, um 12:41

😄 Faxe, du hast zuviel Zeit.

Mit der Exotik und der Nische hast absolut recht. Ich hatte ja bereits gesagt, dass es schwierig werden dürfte, sich auf eine Variante zu einigen. Und hatte anerkannt, SSp einen Teufel tun wird, so ein Nischenprodukt einzuführen aus besagten Gründen.

Indessen zeigen Deine Quellen schon auch, dass wir hier im Grunde eine Nomenklaturdebatte führen. Das was ich - und im Übrigen auch andere - als "Bettel" kenne, heißt nach Expertenmeinung offenbar "Ramsch tout" oder auch "Pfd" (die etymologische Wurzel dieses Idioms würde mich brennend interessieren)... sei's drum. Ich könnte jetzt präzisierend für die Einführung des "Pfd" plädieren mit den gleichen gegen Null gehenden Erfolgschancen. Hier wird sich diesbezüglich nichts tun, soviel ist mir klar.

Nur der Ordnung halber möchte ich aber schon hervorheben, dass zumindest eine Deiner Quellen offenbar doch "meinen" Bettel als Bettel ausgibt, bei "schafkopf-app.de/schafkopf-regeln.html#Bettel" heißt es nämlich tatsächlich:

***
Bettel
[...]
Trumpf:
sind Ober, Unter und alle Herzen.

Wahlweise:
Es gibt keine Trümpfe. Besondere Reihenfolge der Karten: As, König, Ober, Unter, Zehn, Neun, Acht, Sieben.
***

D.h. originär ist hier der Bettel mein "Pfd", die andere Spielweise ist lediglich eine zu wählende Alternative. Ätsch^^.

Aber Danke für die vielen Quellen, hat mir sehr viel Freude bereitet, diese zu sichten... ich liebe Schafkopfliteratur.

Zu guter Letzt bleibt meine Frage nach der Logik immer noch unbeantwortet und viel diskutierenswerter: Warum diese merkwürdige Änderung der Hierarchie, welchen Sinn hat die? Und ist der "Pfd" nicht die wesentlich "spielenswertere" Variante...? Ich bitte um Meinungen.

faxefaxe, 13. Februar 2019, um 13:00

Ich bin da etwas dezenter als der spielfuehrer, aber ich bin seit gestern mittag auch bettlägrig und habe Zeit :P
(arbeite aber natürlich dennoch nebenher, habe aber alle Außentermine abgesagt, nachdem das gestern etwas peinlich war, da Rotz schleudernd aufzutauchen)

Soolbrunzer, 13. Februar 2019, um 13:27

Na dann herzliche Genesungswünsche. Der Sache der Wahrheitsfindung im Mysterium Bettel war Deine Erkrankung ja immerhin schon dienlich^^

Kimweltfremd, 13. Februar 2019, um 16:21

Und als die Termine abgesagt wurden alle so: Yeah!

:DD

faxefaxe, 13. Februar 2019, um 16:39

Hehe :-)

Soolbrunzer, 13. Februar 2019, um 17:20
zuletzt bearbeitet am 13. Februar 2019, um 19:32

Ich seh' schon, ich muss hier wieder Monologe führen... Aaalso, was den "Pfd" resp. "Ramsch tout" (im Folgenden nur noch "Pfd") gegenüber dem trumpflosen Bettel gleich welcher Farbhierarchie, aber auch generell spielenswert(er) macht, ist das Folgende:

Der "Pfd" ist die Waffe des trumpflosen Spielers, die eben nur Sinn hat, wenn es noch Trümpfe gibt. Wer Ober und Unter hat, hat schließlich ausreichend andere Spielvarianten zur Verfügung; einen Farbwenz bastelt man ja aus gefühlt 25% aller Kartenkonstellationen schon irgendwie zusammen. Da muss man nicht noch mit Obern und Untern einen Bettel zusammenschustern.

Der "Pfd" provoziert schon mal das ein oder andere wacklige Solo-Spiel, heißt verhindert allzu langweilige Oma-Rufspiele, ähnlich wie der Ramsch wackelige Rufspiele zur Ramschverhinderung provoziert. Dieses Argument würde auch für den trumpflosen Bettel sprechen, wegen der Option im Blatt vorhandene auch große Trümpfe wie etwa den Alten oder den Blauen in eine normale Farbkarte umzubauen allerdings nur in angeschwächter Form.

Beim "Pfd" bleiben die Grundregeln des Schafkopfs (Trumpfverteilung, Farben, Hierarchie) erhalten. Damit ist er in der Gesamtbetrachtung wesentlich stringenter, d.h. an der "Spielmechanik" ändert sich weniger im Kreise der verschiedenen Schafkopfspielarten, als bei den anderen Bettel-Modellen und dürfte damit auch eingefleischten "Nichtbettlern" eher mal einen Blick wert sein.

Der "Pfd" ist ein absolutes Spiel vergleichbar mit einem Tout ohne ein Tout zu sein (eher ein "Rien"), weil man das Spiel verliert, sobald man auch nur einen Stich macht. Das macht ihn zu einer sehr spannenden Spielart, die vor allem die Gegenspieler und deren Zusammenspiel fordert, wobei sich hier - wie gewisse Schafkopfgötter wissen - die Spreu vom Weizen trennt. Heißt: Wer zur Schafkopfelite zählen will, sollte auch den "Pfd" beherrschen. Dies ist freilich eine sehr subjektive Sichtweise. Hochgradig subjektiv ist selbstredend auch meine Kirchturmsicht, dass der "Pfd" in der Hierarchie der Spielarten wegen dieses hohen Risikos (ein Stich = Spiel verloren bei gleicher Wertung beim Bezahlen) eigentlich höher eingereiht werden müsste, nicht gerade über dem Solo Tout^^, aber bestimmt über Farbgeier/-wenz, vielleicht auch über Geier/Wenz. Aber bitte, die breite Mehrheit sieht ihn nur über dem Rufspiel.

Gegen den "Pfd" wie aber auch für andere Bettelarten spricht der Umstand, dass er als Einzelspiel eher passiv angelegt ist, man reagiert mehr, als man agiert und ist von der Qualität seiner Karten schon ziemlich abhängig. Dafür sind aber im Gegenzug die Mitspieler wesentlich mehr gefordert, als etwa bei einem Spiel gegen einen Tout. Wer einmal einen kriegbaren Bettel, Verzeihung: "Pfd" als Gegenspieler versaut hat, weiß was ich meine.

Soolbrunzer, 13. Februar 2019, um 17:21

Und jetzt alle wieder so: O nein, wieder der Bettel-Nerd!

christophReg, 13. Februar 2019, um 18:06
zuletzt bearbeitet am 13. Februar 2019, um 18:06

Aber nein, ein sehr schönes Plädoyer:-). Insbesondere beim Bettel ist übrigens das lesen des Klopfverhaltens gefragt. So kann man auch schon mal mit einemDer Rote einen Bettel, äh sorry, einen PfD gewinnen.

steffekk, 13. Februar 2019, um 23:30

stimmt

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