Schafkopf-Strategie: 5 Trumpf + alle drei Farben = Ruf?

Esreichen61, 02. Februar 2020, um 17:18

Aber um Punkte bist du auch ein sehr sehr defensiver Spieler und sagst solche Solos gewiss nicht an.

yellowschaf, 03. Februar 2020, um 00:27
zuletzt bearbeitet am 03. Februar 2020, um 00:27

An 4 kann man das solo schon mal spielen. Aber sool , des ist ein Bomben ruf. Wenn Trumpf aus ist von den anderen bockt eichel noch 2 mal. Eher schneider dass du gewinnst als es zu verlieren. Außerdem spielst ja ned allein. Klein Trumpf raus und du siehst was passiert.

Beim zweiten kann man, muss man nicht. Und wenn dann blank und nicht besetzt rufen

Ex-Sauspieler #663897, 03. Februar 2020, um 12:33

re. feld von hinten aufrollen, wie soolbrunzer schrieb: hab hier ein paar blätter für ruf-beispiele von einem spieler mit hoher ansagequote (knapp 40%) und bitte um meinungen, ob die ansagen zu empfehlen sind:

Eichel-UnterHerz-UnterSchellen-UnterHerz-SiebenGras-ZehnGras-AchtDie HundsgfickteSchellen-Zehn
an Pos. 2 | gewonnen: 68 | geklopft: 0

Der RundeGras-UnterHerz-SauEichel-AchtGras-AchtDie HundsgfickteSchellen-KönigSchellen-Neun
an Pos. 1 | gewonnen: 85 | geklopft: 0

Der AlteDer RoteSchellen-UnterDie AlteEichel-KönigEichel-NeunGras-AchtSchellen-Acht
an Pos. 4 | verloren: 53 | geklopft: 0

Eichel-UnterHerz-UnterHerz-ZehnHerz-SiebenEichel-AchtGras-ZehnSchellen-KönigSchellen-Acht
an Pos. 2 | gewonnen: 76 | geklopft: 0

ich verspreche nicht zu widersprechen! will nur meinungen hören, wer diese blätter zum rufspiel erklärt, ohne auf ein starkes partnerblatt zu hoffen.

Esreichen61, 03. Februar 2020, um 12:49
zuletzt bearbeitet am 03. Februar 2020, um 12:50

Das erste ist ein fw, wenn ohne fw gespielt wird, ein Wenz
der Rest ruf um Punkte

HerzSanny, 03. Februar 2020, um 12:50
Dieser Eintrag wurde entfernt.

Soolbrunzer, 03. Februar 2020, um 12:55
zuletzt bearbeitet am 03. Februar 2020, um 12:56

Waddema, die Goldenen-Esreichen61-Rufregeln lauten (siehe Seite 1, Link is mir etz zu kompliziert):

5 tr immer ruf mit allen Farben
4 tr mit Ober alle Farben ruf
3 tr mit 2 Ober alle Farben ruf
3 tr mit Ober und Farbe frei ruf
2 tr mit Ober und Sau ruf

Demnach:
ad 1) nein - (Farb)Wenz
ad 2) nein
ad 3) ja
ad 4) nein

Ex-Sauspieler #663897, 03. Februar 2020, um 12:57
zuletzt bearbeitet am 03. Februar 2020, um 12:58

@Esreichen61: "ruf um Punkte" = eine online-gewinnmax-spieltaktik oder auch beim RL-Schafkopf? der erfolg gibt ihm ja recht: wenn man mit einem miesen blatt nicht ruft, steht von vornherein fest, dass man als gegenspieler keine punkte macht - richtig?

@HerzSanny: :) deine einschätzung überrascht mich!

@Soolbrunzer: cool aufgedröselt! witzigerweise ging ausgerechnet spiel 3 in die hose.

HerzSanny, 03. Februar 2020, um 13:02
Dieser Eintrag wurde entfernt.

Esreichen61, 03. Februar 2020, um 13:30

Sool, ich schrieb für sanny , die hat ja an dem Tisch um Punkte gespielt.

Ww, RL ist was anderes als ZS und als Wirtschaft/sauspiel.

Ex-Sauspieler #663897, 03. Februar 2020, um 13:33

jo, danke Esreichen61! wie's scheint, bin ich zu eindimensional, was Schafkopf betrifft ;)

HerzSanny, 03. Februar 2020, um 14:35
Dieser Eintrag wurde entfernt.

Soolbrunzer, 03. Februar 2020, um 14:37

Esreichen61, macht es wirklich einen Unterschied, in welchem Setting man spielt? Als weniger starker Spieler profitiere ich von einer gewissen Richtschnur durchaus, sowohl hier in der Wirtschaft, als auch an meinem Stammtisch.

Die Grundüberlegung - wenn ich es recht verstehe - ist doch die: Mit gewissen Händen ist die Wahrscheinlichkeit zu verlieren grundsätzlich hoch; rufe ich mir allerdings einen Partner, hat der minimal eine Sau, die laufen kann, wenn ich einen starken Partner erwische, noch besser. D.h. mit dem Ruf erhöhe ich meine Chancen, selbst aus einem mäßigen Blatt noch etwas Profit zu schlagen. Erwische ich einen schwachen Partner, ist dessen Wahrscheinlichkeit zu verlieren, ebenfalls hoch, so dass sich im Grunde selbst die Kollateralschäden in Grenzen halten (auch, wenn der Betreffende in dieser Situation das nicht ganz so sehen wird). Außerdem: Vielleicht schreckt meine Spielansage jemand anders ab, ein Einzelspiel anzusagen, bei dem ich ggf. noch mehr verlieren würde.

Die Kunst ist es jetzt doch nur, die Grenzen zur Unverschämtheit auszuloten... und da wären wir wieder bei Deinen Goldenen Rufregeln.

Soolbrunzer, 03. Februar 2020, um 14:40

Naja, ob ich die Regeln jetzt gerade bei einem Preisschafkopf anwenden würde...? Vielleicht, wenn ich bewaffnet wäre^^... insoweit: OK, ä bissle isses schon vom Setting abhängig...

Ex-Sauspieler #663897, 03. Februar 2020, um 14:57
zuletzt bearbeitet am 03. Februar 2020, um 14:59

die eigene verantwortung für eine ansage und die anderen beteiligten: ich meine, ich spiele ohne unterscheidung des settings, wobei ich die ZS nicht kenne. selbst wenn ich frech ansage, habe ich eine vorstellung - einen spielplan, der meine ansage rechtfertigt. die taktik, bei miesem blatt lieber selbst anzusagen und quasi ein taxi zu bestellen, das mich heimbringt, schließe ich für mich aus.

wenn jemand das "rufen um punkte" arg strapaziert, hat es zur folge, dass in der position nach ihm sitzende in die defensive gezwungen sind, weil sie ihre ansage nicht rufen können, oder zu waghalsigen soli gezwungen werden, wenn sie darauf beharren, die ansage nicht demjenigen zu überlassen, der auf gut glück ruft.

was ist nun der sinn des spiels? das beste blatt darf spielen, also dasjenige mit begründeter gewinnchance, oder egal, wer spielt, hauptsache, ICH mach punkte?

HerzSanny, 03. Februar 2020, um 15:04
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Ex-Sauspieler #663897, 03. Februar 2020, um 15:09
zuletzt bearbeitet am 03. Februar 2020, um 15:14

die blatt-beispiele oben geben dem rufenden spieler und dir recht, HerzSanny - weil er 3 von 4 spielen gewonnen hat. trotzdem hattest du bei allen blättern bedenken sie anzusagen.
PS: kontra geben und das spiel übernehmen funktioniert ja nur, wenn der rufende kein glück hat und das blatt mit der partnersau nix zu bieten hat, was in seinem blatt fehlt.

HerzSanny, 03. Februar 2020, um 15:18
Dieser Eintrag wurde entfernt.

Ex-Sauspieler #663897, 03. Februar 2020, um 15:23

gerade bei dem spieler, dessen ansagen ich als beispiel gepostet habe, kann ich dir da nicht zustimmen. er gewinnt seine frechen ansagen, weil er öfter dusel als pech hat und das passende partnerblatt erwischt. kann das rätsel nicht anders knacken ;)

Kimweltfremd, 03. Februar 2020, um 15:30

a) spiele ich Farbwenz/Wenz

b) Bin ich weiter, ist mir persönlich zu dünn für selber rufen, und da ich eine Sau selbst habe, besteht auch noch die Möglichkeit selbst gerufen zu werden.

c) Bin ich weiter, an Tischen mit Ramsch würde ich allerdings lieber rufen.

d) Bin ich weiter, ist einfach ein sehr schlechtes Rufspiel. Diese Denke: "Wenn ich nicht rufe, dann ruft wer anderes" finde ich persönlich einfach nicht in Ordnung, weil ich das Spiel damit meinem Partner auf´s Auge drücke.

Ist dann halt irgendwie schon so: Hallo Partner, ich hab fei jetzt eigentlich nicht viel, aber du wirst das Kind schon schaukeln

Ex-Sauspieler #663897, 03. Februar 2020, um 17:18
zuletzt bearbeitet am 03. Februar 2020, um 17:19

also, ich nehm mal mit, ob ich bei dieser art spieler bzw. ansagen mein gegenspiel überdenken muss. konnte bei durchsicht der spielprotokolle nicht unbedingt was entdecken. besagter spieler ist auch kein schlechter und er hätte es gar nicht nötig, diese "kunst des rufens" bis zum anschlag zu praktizieren.

die frage bleibt, ob bei miesen karten eine eigene ansage was bringt: man beugt vor, als gegenspieler mit schlechtem blatt zu enden, hindert ggf. andere am ruf-ansagen und vermindert so schon deren gewinnchance. bei einfachem rufspiel ohne klopfer entspricht eine verlorene ansage ggf. auch nur den miesen, die man als gegenspieler bezahlt, wenn jemand anders spielt und gewinnt. gibt's dazu empirische zahlen oder wahrscheinlichkeiten?

MetzgersTochter, 03. Februar 2020, um 18:13
zuletzt bearbeitet am 03. Februar 2020, um 18:13

Meine Einschätzung deckt sich weitestgehend mit Kims:
1. Farbwenz/Wenz
2. Weiter
3. Ruf (aber nur an 4)
4. Weiter

Man kann das nicht exakt anhand von Wahrscheinlichkeiten beurteilen. Du erwähnst ja selber, dass man andere Rufspiele verhindert, aber auch wackelige Einzelspiele werden dann oft nicht mehr angesagt. Also müsste das Spiel nicht zwingend per se rentabel sein, weil man selbst bei Niederlage ggf. weniger verliert. Das trifft natürlich auf Pos. 4 nicht mehr zu und man weiß auch bei Ansage nicht, ob gerade so eine Situation (Spiel hinter mir) vorliegt.

Die Spielstärke der Gegner als wichtiger Faktor bei der Ansage wurde ja schon angesprochen.

Moralische Bedenken ("Partner reinreißen") habe ich generell nicht beim Schafkopf. Ich rufe auch mit völligem Dreck, wenn ich ansonsten den Ramsch zahlen müsste, weil es die billigere Alternative mit vergleichsweise höherer Gewinnchance ist. Das müssen meine Mitspieler aushalten.
Abseits von Ramsch-Verhinderungs-Spielen überlege ich, wie ein halbwegs realistischer Gewinnplan aussieht bzw. was mein Partner mitbringen müsste, um zu gewinnen.

Ex-Sauspieler #663897, 03. Februar 2020, um 19:05
zuletzt bearbeitet am 03. Februar 2020, um 19:05

um die von mir geposteten ansagen einzurahmen: der spieler spielt mehrheitlich an einfachen tischen (kein FW, Geier oder Ramsch).
@MetzersTochter: von starken mitspielern träumen deckelt deine "moral"? ;D also ich fliehe vom tisch, wenn ich merke, dass ein spieler zu oft mit dieser taxi-mentalität ansagt, wobei ich mich nicht traue, es ihm gleich zu tun. das ist vielleicht der hasenfuß in meinem spiel, der vor dem glücklichen zufall davonhinkt: eine frage der mentalität?

Soolbrunzer, 03. Februar 2020, um 19:39
zuletzt bearbeitet am 03. Februar 2020, um 19:40

Das ist aber doch gerade das Schöne am Online-Sauspiel: Du triffst auf die unterschiedlichsten Spielermentalitäten hier, während du an deinem Stammtisch deine Pappenheimer genau kennst. Beides hat seinen Charme. Für beide Settings gilt indessen für mich, um nochmal auf den "Sinn des Spiels" zurückzukommen: Ich spiele in erster Linie um des Spielens willen. Setzt voraus, dass auch gespielt wird. Deshalb im Zweifel lieber spielen als weiter. In zweiter Linie will ich idealerweise aber auch gewinnen, was eine gewisse Kontrolle über das Spiel erfordert. Auch da gilt: Im Zweifel lieber spielen. Freilich - und da bin ich bei Dir, wonderwall - sollte man dabei ein gewisses Konzept bei seinen Spielansagen haben, denn sonst isses auch nix mit der Spielkontrolle, mithin nix mit dem Erfolg. Zum Konzept gehören für mich eben auch oben erwähnte Grenzen zur Unverschämtheit, welche ich mit den "Goldenen-Esreichen61-Rufregeln" definieren würde. Und wenn mir die Mentalitäten meiner Mitspieler zu bunt werden, kann ich hier ja auch problemlos auf verschiedenen Eskalationsstufen (vom Tisch gehen über Sperre bis hin zum Melden) reagieren - oder auch nicht. Insofern: Ja, alles eine Frage der Mentalität ^^

MetzgersTochter, 03. Februar 2020, um 19:53

@ww
"von starken mitspielern träumen deckelt deine "moral"? "
Versteh ich nicht, wie meinst du das? Und was meinst du mit Taxi-Mentalität? Ich stehe vielleicht grad auf dem Schlauch, aber ich versteh nur Bahnhof.

Ex-Sauspieler #663897, 03. Februar 2020, um 20:01
zuletzt bearbeitet am 03. Februar 2020, um 20:02

@MT: das 1. ist eine ironische deutung deines letzten absatzes. die taxi-mentalität ist die vorliebe für die kunst zu rufen.

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