Schafkopf-Strategie: Ruffarbe nachspielen

RamschSie, 03. Juli 2017, um 13:38

Sollte man, wenn man gerufen wurde und den letzten Stich mit der Rufsau gewonnen hat, die Ruffarbe nochmal nachspielen oder eher nicht?

Soizhaferl, 03. Juli 2017, um 14:06

Schwirig, da mit ja oder nein zu antworten - tendenziell eher nciht, normalerweise ist Trumpf die beste Alternative.

Sinnvoll kann es unter anderem sein:

-Wenn der Spieler an 4 sitzt
-wenn es ein Kontra gab
-wenn man keinen trumpf hat und die anderen farben gefährlich(er) sind; z.B. bei Die AlteEichel-SiebenGras-ZehnGras-KönigGras-NeunSchellen-ZehnSchellen-KönigSchellen-Neun.

Grundsätzlich würd ich dem, ders macht, nicht den Kopf abreissen, aber wenns kein Kontra gab und derjenige Trumpf hat, dann seh ich den Sinn dabei nicht.

faxefaxe, 03. Juli 2017, um 14:35
zuletzt bearbeitet am 03. Juli 2017, um 14:36

Gibt Fälle, wo es Sinn ergibt, aber Ruf nach halte ich für einen der meistüberschätzten Moves.

Zieht nur einen Trumpf (Trumpf zwei) und einer später sich was ab oft.

christophReg, 03. Juli 2017, um 16:24
zuletzt bearbeitet am 03. Juli 2017, um 16:25

Ich glaub die Fälle, wo des sinnvoll ist sind (sehr) rar gesät, selbst wenn der Spieler an 4 sitzt. Und im zweiten Stich ist des IMHO völliger Käse.
Allein schon die Vorstellung: du spielst mit fünf Trumpf und (sagen wir Gras-)Sau auf deine Doppelfehlfarbe (des is jetzt gar nicht sooo selten). Ruf kommt nach, der zweite hat einen passenden blanken Unter und der dritte schmeißt unauffällig Gras König rein.... Also da tendier ich schon zum Kopf abreissen:-)
Auch obiges Blatt ist für mich selbst bei Kontra kein gutes Beispiel. Was kann schlimmes passieren, wenn du gras oder Schelln (im Zweifel König) anlangst?
O.K. Blanke Sau wird gestochen aber hätte die der Spieler dann jemals heimgebracht?

Ex-Sauspieler #484842, 03. Juli 2017, um 18:45

also, wenn hier manche meinen, sie müssten unbedarften schafkopfern wie mir was erklären, (wofür ich wirklich dankbar bin!)
dann aber bitte doch nicht in kurzform auf ner halben seite so dahingerotz wie von diesem kami.......
ich als anfänger erwarte, wenn es um die erörterungen eines sauspiels geht mindestens einen sechsseitigen aufsatz, beei nem einzelspiel
gerne auch das ddoppelte!!!
wie soll man sonst hier was lernen..............

Shark_Spray, 03. Juli 2017, um 19:26

Ich bin der Ansicht, dass Kaminkehrer ''Kamiko'' Kokosnuss die Lage sehr verständlich und ausführlich geschildert hat.

Hirndiewe, 04. Juli 2017, um 00:45
zuletzt bearbeitet am 04. Juli 2017, um 00:47

Ich mag die Ruffarb-Nachspiel-Manöver vom Mitspieler auch nicht. Es gibt für die Spieler nichts besseres (seltene Extremsituationen bleiben außen vor), als erstmal zumindest 2 Trumpfrunden ins Land gehen zu lassen. Dann kann man weiterschauen.

Eine ähnliche Aktion: Manche Mitspieler glauben, dass es mit 3 Farbsauen auf der Hand eine gute Idee ist, diese sofort der Reihe nach auf den Tisch zu legen. Mag sein dass es funktioniert, und dann fühlt sich der Mitspieler toll weil er glaubt, das Spiel gewonnen zu haben. Aber eigentlich ist es ein Schmarrn: Wenn vorher Trumpf gezogen werden, dann laufen die Sauen hinterher noch sicherer.

VogelGreif, 04. Juli 2017, um 00:58

finde die Ausführung von Kamiko auch gelungen. Ne Ergänzung zu Fall 4. Die 10 muss nach Meiner Meinung nicht unbedingt gefallen sein.

Bsp. Ruf auf Eichel. Spieler an 3, du auf 4 und hast z.B. Gras-UnterHerz-KönigHerz-AchtSchellen-KönigSchellen-NeunGras-ZehnDie AlteEichel-Sieben auf der Hand.
Erster Stich Eichel-AchtEichel-KönigEichel-NeunDie Alte. Dann spiel ich Eichel-Sieben nach weil ich eigentlich sicher weiß, dass der Spieler den Eichel-Zehn nicht haben kann. Er hätte ihn nämlich geschmiert, weil Eichel-ZehnundEichel-Neun gleich hoch (beide höher als die Eichel-Sieben) sind und es somit keinen Sinn macht die Eichel-Zehn nicht zu schmieren, wenn das Ruf As ja nicht mehr gestochen werden kann. Ergo ist der Eichel-Zehn beim Feind und der Spieler sitzt hinten. Fordert einen hohen Trumpf beim Gegner und der Spieler kann abspatzen oder falls nicht gestochen wird die Chance dass der Spieler mit Herzschmier stechen kann.

chickenwilli, 04. Juli 2017, um 06:56

Gut dass es das Problem beim Kurzen nicht gibt.

hansolo_forever, 07. Juli 2017, um 18:28

Du tust gern Karten posten, gell ? ^^
In deinem 'schlechteren' Beispiel - wieso is der Alte weg ?
Nicht mal, wenn der Freund die Herz-Zehn ^^ raustut, kommt da bei mir der Alte... die Ruf is ja scheints scho rumgangen (sonst könnt der Mitspieler ja ned nachspielen) und egal was der bringt, der Alte kommt da nie
Im Übrigen wird kein echter Samurai jemals den Ausdruck 'Harakiri' benutzen - aber 'Allahu akhbar !' darfst bei deinen Spielansagen gern rufen... ^^

hansolo_forever, 12. Juli 2017, um 23:12

Prinzipiell alles ned ganz verkehrt, aber die 'Golden Rule' muß man situationsbedingt auch mal durchbrechen - wie im echten Leben gibt's auch bei diesem Kartenspiel kein 'absolutum', und Du läßt bei deinen Ausführungen mal ganz dezent das Blatt deines Mitspielers weg: Gegner A, Gegner B, aber kein Freund weit und breit... ^^

P.S. Zwei-Fronten-Kriege lieben wir Deutschen doch - nur die Jugend weiß des nimmer ^^

krattler, 12. Juli 2017, um 23:15

bravo hanf!

VogelGreif, 13. Juli 2017, um 22:48

jetzt muss ich aber doch noch mal nachfragen. Gibt es noch andere Spieler mit etwas Erfahrung, die in meinem Beispiel oben (und nur in der Konstellation) versuchen den gegnerischen 10er zu fangen bzw. hohen Trumpf beim Gegner fordern bzw. dem Spieler die Möglichkeit geben abzuspatzen, indem sie die Ruffarbe nachspielen? Kamiko hat das wohl nicht so gern. Kann es sein, dass es da etwas darauf ankommt welche Rufspiele man normal macht? Ich spiel z.B. wenn ich einen der drei Ober und ganz gut Trumpf habe mitunter auch dann wenn ich drei Fehlfarben hab. Dann hab ich ne zweite Farbe neben der Ruf blank und bekomm sie so günstig weg.

MetzgersTochter, 13. Juli 2017, um 23:07
zuletzt bearbeitet am 13. Juli 2017, um 23:07

Ich halte das ebenfalls für keine gute Idee, schon gar nicht, wenn du selber nicht hoch bist. Kami hats ja schon ausgeführt.

Ex-Sauspieler #332864, 14. Juli 2017, um 01:36

also ich mag das nachspielen (sogar als letzter!) auch nicht, sofern es nicht aus absoluter trumpfnot heraus erfolgt (aber dann nur mit dem höchsten der farbe!!).

faxefaxe, 14. Juli 2017, um 07:53

Auch bei Deinem letzten Beispiel gilt: Trumpf zieht zwei Trümpfe (und der Spieler ist hinten flexibel), Ruf nach nur maximal einen.
Auch da gibt es ein Zefix von mir ;-)

Allerweltspieler, 14. Juli 2017, um 08:42

Ruf nach ist meiner Meinung nach ne Option, wenn das Spiel mehr oder weniger gelaufen ist. z.b. 3. Trumpfrunde is rum (11 oder 12 Trümpf sind auf dem Tisch) dann kommt meine Ruf und nun mein Nachspiel (wenn es meine restlichen Karten sinnvoll machen) eventuell als Hilfstrumpf.

Davor - wie schon mehrfach beschrieben bringt Nachspiel immer ne Gefahr, dass sich einer farbfrei macht. Auch besteht die Möglichkeit, dass der Spieler sich gezwungen sieht, wegen ein paar Augen mit hohem Trumpf zu nageln.

MetzgersTochter, 14. Juli 2017, um 14:29
zuletzt bearbeitet am 14. Juli 2017, um 14:31

Ja, das ist klar. Ruf nach ergibt später im Spiel natürlich oft Sinn, wenn man hoch ist (!). Am Anfang isses halt Käse, und wenn man dann noch nicht mal hoch ist, eher Kategorie verschimmelter Käse, und ich meine nicht den guten...
Es gibt bestimmt, wie immer im Schakopf, auch eine kleine Zahl an Ausnahmen, aber da fällt mir ad hoc gar keine ein.

MetzgersTochter, 14. Juli 2017, um 14:39

Zu erwähnen wäre vielleicht noch, dass mit Ruf nach beim Spieler an 4 auch die Gelegenheit verpasst wird, eine Trumpfzange zu nutzen. Zum Beispiel Der AlteDer Rote oder Der BlaueDer Runde oder Der RoteEichel-Unter beim Spieler. Statt bequem einen Stich mehr zu machen, muss der arme Spieler dann (je nach Blatt) sinnlos einen hohen Trumpf verballern. Da weint das Schafkopfherz.

ausgwaschelt, 14. Juli 2017, um 14:53

#742.387.010
zwar nicht das idealbeispiel weils nicht die ruffarbe ist..
aber tendenziell sollte der gerufene partner besser trumpf spielen als färbeln

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