Tratsch: Verbale Abrüstung in der Griechenland-Diskussion

steffekk, 22. Juli 2015, um 15:40

love is in the air ;)

https://www.youtube.com/watch?v=4kvg1pQl2ow

Ex-Sauspieler #390111, 22. Juli 2015, um 16:08

wenn du schon gay Music posten magst, steffi,
hier die richtige:

https://www.youtube.com/watch?v=nrX-GZCnYxU

steffekk, 22. Juli 2015, um 16:45

https://www.youtube.com/watch?v=SHGHvP-xRsg

Soolbrunzer, 22. Juli 2015, um 16:50

also faxe,

ob Griechenland früher unbedingt den Euro wollte oder nicht, spielt keine Rolle, auch nicht, dass sie wie ebenfalls immer wieder gerne überspitzt angeführt wird, jahrelang auf Pump in Saus und Braus gelebt hätten - im Augenblick ist das definitiv nicht so und die Krise wird schon bald wieder auf dem Tisch sein, weil Schulden mit weiteren Schulden zurückzahlen zu müssen, führt halt in eine Abwärtsspirale - die Syriza zu durchbrechen vorhatte, was - und dabeil bleibe ich - auf immensen Gegendruck und durch die erzwungene Wahl zwischen Pest und Cholera bekanntlich nicht gelang.

Nochmals: Bedingungen darfst Du als Gläubiger stellen, da sind wir uns einig. Ich sehe aber sehr detaillierte und m.E. vor allem teils unsinnige, teils aus sozialer Sicht fragwürdige Bedingungen. Wenn der Gläubiger z.B. gefordert hätte, seht zu, dass ihr innerhalb eines bestimmten Zeitraums einen ausgeglichenen Staatshaushalt habt, wir erwarten monatliche Statusmeldungen, die gewisse Kriterien erfüllen müssen - aber wie ihr's macht, ist uns wurscht - DES wär Respekt gewesen und wenn Syriza dann versagt hätte, dann aber nur dann hätten sie wirklich versagt.

Steff, da is nix mit "love in the air", des is nur a ziemlich hohe Luftfeuchtigkeit... 😉

Soolbrunzer, 22. Juli 2015, um 16:59

Ach und kami,

erläutere mir doch mal bitte, warum ein (imaginäres) Europa, in dem alle Menschen einen gewissen Lebensstandard haben, alle feinsäuberlich und brav ihre Steuern zahlen, die Wirtschaft trotzdem nicht verarmt, weil sie durch zufriedene, angstfreie und nicht vom Burnout bedrohte Mitarbeiter innovative und qualitativ hochwertige Produkte hervorbringt, Angst vor China haben sollte...

Müssen wir uns an so einem System orientieren? Dort funktionierts, weil die arbeitende Bevölkerung Angst hat und aus Angst die Schnauze hält, also muss des bei uns auch so werden? Ich hatte einst mal gehofft, wir hätten da in Europa andere Werte und Ideen; die Austeritätsdoktrin lässt mich allerdings schlimmes befürchten. Nicht meine europäische Vision, das...

(ganz abgesehen davon, wenn mir der kami mit China kommt, darf ich auch mit den Amis kommen, faxe^^)

faxefaxe, 22. Juli 2015, um 17:15

Diese Heroisierung von Syriza finde ich bizarr.
Eine moderne griechische Sage.
Welche Maßnahme von denen aus ihrem ersten Monaten hat Dir denn so gut gefallen?

faxefaxe, 22. Juli 2015, um 17:20

"alle feinsäuberlich und brav ihre Steuern zahlen"
Willst jetzt Du die Griechen aus dem Euro werfen? 0_o

steffekk, 22. Juli 2015, um 18:04
zuletzt bearbeitet am 22. Juli 2015, um 18:05

Ich finde der Sooli ist vom Typ Redner ein FJS - auch wenn sich politische Orientierung wahrscheinlich differenzieren.
Ein oder zwei *BITTE* zuviel und in gleicher Anzahl *meine Damen und Herren* zu wenig - aber im Grunde genommen wirklich fast gleich .

"Müssen wir uns an so einem System orientieren? Dort funktionierts, weil die arbeitende Bevölkerung Angst hat und aus Angst die Schnauze hält, also muss des bei uns auch so werden? Ich hatte einst mal gehofft, wir hätten da in Europa andere Werte und Ideen; die Austeritätsdoktrin lässt mich allerdings schlimmes befürchten. "

dann : * da kommt das alles doch her. Das sind doch keine Arbeiter, meine Damen und Herren. Die haben in ihrem Leben doch noch nie eine Schaufel oder einen Schraubenzieher in der Hand gehabt *

*der Psychologen, der Politologen, der Soziologen*

schade dass ihm damals dann keiner mehr eingefallen ist - ^^

Soolbrunzer, 22. Juli 2015, um 18:42
zuletzt bearbeitet am 22. Juli 2015, um 18:50

Aber faxe, ich heroisiere Syriza nicht, ich finde die ständige Diskreditierung dieser Regierung nicht angemessen und den Umstand bemerkens- und ehrenwert, dass es eine europäische Regierung zumindest gewagt hat, die deutsch-europäische Austeritätsdoktrin (von der ich, wie deutlich geworden sein dürfte, nichts, aber auch gar nichts halte) herauszufordern.

Heroisiert hätte ich sie, wenn's geklappt hätte, und dass es nicht geklappt hat, häng ich halt - stichaltig, wie ich finde (dass Du und viele viele andere Menschen es nicht stichhaltig finden, beirrt mich dabei gar nicht) - dem politischen Gegner (dem konservativ-sozialdemokratischen Austeritätspack) an.

Außerdem waren die Pläne der Syriza-geführten Regierung (vgl. oben, besagte Liste vom 23. resp. 24. Februar) durchaus umfassend und erfolgsversprechend (wie ebenfalls bereits erwähnt, nicht nur ich, sondern auch verschiedene konservative Quellen anerkennen). Dass sich die Schäuble-geführte Eurogruppe dann anmaßt, diese Liste in Detailfragen (die man nun wirklich der Regierung dieses nach wie vor souveränen Staates hätte überlassen können - nochmal: Sie DURFTEN ja nicht!) zu zerfetzen, kannst nicht mal Du Syriza anlasten.

Das immer wieder zu betonen, ist mein Anliegen.

Ebenso wie immer wieder auf die humanitäre Krise hinzuweisen, über die natürlich berichtet wird, aber die in Diskussionen wie unserer bestenfalls mit einem lapidaren "ham se sich selbst eingebrockt" abgetan, meist aber vollständig ignoriert wird.

Weiter prangere ich die deutsche Überheblichkeit an, gerne abfällig über "die (faulen) Griechen" zu sprechen, für die "Geld verschleudert" würde, während der deutsche Staatshaushalt an der Krise gesundet. Zum X-ten Mal: Die Krise hat zur Folge, dass Deutschland's Staatsanleihen so niedrig wie nie verzinst werden. Dieses günstig geliehene Geld nun teuer an Griechenland weiter zu verleihen, sprich: dran zu verdienen und zugleich von "Verschleuderung" (etwa für "sozialistische Wohltaten") zu sprechen, ist ungeheuerlich.

Es herrscht - so nehme ich das im "echten Leben" wahr - eine breite Ignoranz, aber geschimpft wird trotzdem. Immerhin: Die meisten der hier im Fred sich Beteiligenden scheint sich ernsthaft mit dem Thema auseinanderzusetzen, hat aber eine andere Lesart als ich, was ich gerne akzeptiere und respektiere - vielen Dank zumindest dafür!

Und zum Abschluss: Nein, die Griechen aus dem Euro zu werfen, würde für meine Vision nicht viel Sinn machen: Wovon sollen denn rund 30% Arbeitslose Steuern zahlen?

Soolbrunzer, 22. Juli 2015, um 18:45

Also steff, dass Du mich als Polemiker auf eine Stufe mit Franz Josef Strauß stellst, ehrt mich jetz aber doch. Gibt - trotz der absolut diametralen politischen Gesinnung - übrigens einige Sätze von ihm, die ich durchaus unterschreiben würde^^ ...aber das ist ein anderes Thema 😄

steffekk, 22. Juli 2015, um 18:48

ich hab auch nichts anderes geschrieben

faxefaxe, 22. Juli 2015, um 19:08

Aus Regensburg und Dresden kommen eine ganze Menge Chips :-)

faxefaxe, 22. Juli 2015, um 19:23

Läuft gut bei denen.
Und Osram Semiconductor auch.
Erstaunlicherweise.

faxefaxe, 22. Juli 2015, um 22:41

Zu der Chinabedrohung schreib ich bei Gelegenheit noch mal was :-).

Soolbrunzer, 23. Juli 2015, um 08:28
zuletzt bearbeitet am 23. Juli 2015, um 09:49

Kami, ich glaube mit China habe ich Dich schon genau richtig verstanden.

Karl-Otto kann sich natürlich keinen BMW und kein Haba-Spielzeug von ALGII resp. Niedriglohn leisten. Das nennt man Austerität.

Und was willst Du mir damit sagen, dass die Großkonzerne gerne in Billiglohnländern zu sklavenähnlichen Bedingungen produzieren lassen? Dass der "eiskalte Kapitalismus" doch nicht nur ein Klischee ist?

Das "China-Problem" hat Dein heißgeliebter Kapitalismus selbst geschaffen... und mit Austerität wollen wir alles ausbaden, um "wettbewerbsfähig" zu bleiben... können uns dann aber die eigenen Produkte nicht mehr leisten, weil wir ja die Gürtel enger geschnallt haben...

😄 tolles Konzept, na endlich mal Hoffnung, so hab ichs noch gar nicht gesehen, kami

krattler, 23. Juli 2015, um 08:41

ich finde ne austerndiät auch klasse!
in der dosierung 12 - 24 -18 mit einem schönen sancerre dazu.....

Soolbrunzer, 23. Juli 2015, um 09:43

hmnaja, kratti, des is Geschmackssache, mein Fall wärs jetz ned... abr meiner Frau wär damit schon a Freud' gemacht 😉

Soolbrunzer, 23. Juli 2015, um 09:49

Achja ich vergaß, Kami: Das von Dir beschriebene Phänomen ("der/die Mond/in") ist m.E. kein linkes, sondern eines der "political correctness". Und links ist in unserer neoliberal-im-schwarz-roten-Gewand-Gesellschaft alles andere als "p.c."...

...damit - das hast Du auch richtig erkannt - kannst Du mich nicht meinen 😉

Der/Die Soolbrunzer/in

Soolbrunzer, 23. Juli 2015, um 10:09

Naa, Doc, des wär ja scho wieder eine Form der Austerität... da bin ich grundsätzlich dagegen. 😉

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