Tratsch: Tortur de Tour...der Tour-Thread

MumeRumpumpel, 29. August 2020, um 16:14
zuletzt bearbeitet am 29. August 2020, um 16:15

Entgegen aller Prognosen wie Vernunft startet heute die Tour de France. Unter strengsten Hygieneauflagen und unter weitestgehendem Ausschluss der Öffentlichkeit. Also eigentlich keine richtige Tour.

Dafür aber eine spektakuläre was die Streckenführung betrifft. Es geht gleich richtig los, ab in die Beeherrsche - gleich morgen. Nix eine Woche flach und Sprintankunft um Sprintankunft.

Eigentlich ein Streckenprofil wie gemacht für den Vorjahresvierten und unsere Tourhoffnung - das Emu (Emanuel Buchmann). Er hatte großes vor, sprach von seinem Ziel dieses Jahr aufs Podium zu kommen und ließ durchblicken, dass wenn man ums Podium mitfährt eigentlich alles möglich ist.

Leider stürzte er vor zwei Wochen bei der Dauphine-Rundfahrt schwer. Es war unklar, ob er würde starten können, aber er beißt die Zähne zusammen, ist mit dabei für sein Team BoraHansgrohe. Mal sehen wie sehr ihn die schweren Prellungen handicapen werden.

Ich bin mal vorsichtig optimistisch.

Gut roll an alle deutschen Fahrer in allen Teams.

GameOn, 29. August 2020, um 16:39

Wer will die Dopingsportler denn noch ansehn ? 😄

gasso, 29. August 2020, um 16:42

auch hier gehts nur ums geld.

GameOn, 29. August 2020, um 17:04

Wenn man Doping freigeben würde beim Radsport wäre es vll. noch intressant zum anschauen. 😄

MumeRumpumpel, 29. August 2020, um 17:14

@gasso
Genau: AUCH hier.

Die Radsportler hängen noch viel mehr als andere Sportarten von den Sponsoren ab. Es gibt keine Zuschauereinnahmen, kaum Fernsehgelder. Und Sponsoren zahlen nunmal nur, wenn Rennen stattfinden, die im Fernsehen zu sehen sind.

MumeRumpumpel, 29. August 2020, um 17:19

@GO - das war ja mal fast so - also inoffiziell. Jan Ullrich hatte nicht unrecht mit seiner Behauptung, er habe niemanden betrogen. Die, mit denen er um den Sieg konkurrierte waren genauso 'getuned' unterwegs wie er.
Witzigerweise behauptet ja Lance Armstrong, er habe dopen müssen, um Chancengleichheit herzustellen, sonst wäre er nur hinterhergefahren.

Tja, wer da wohl angefangen hat?
Ich gehe davon aus, dass heute die Mehrzahl der Radfahrer sauber ist. Froomieboy ist ja nicht mit dabei.

Bis zum Beweis des Gegenteils glaube ich mal an das Gute im Radrennfahrer.

Großartiger Sport bleibt es übrigens trotzdem.

Muss man erst mal hochfahren all die Berge und Höhenmeter.

MumeRumpumpel, 29. August 2020, um 18:18

Die erste Etappe war von reichlich Stürzen geprägt. Aufgrund Regen und schmieriger Fahrbahn ging es oft dahin wie auf Blitzeis. Deutsche Fahrer meines Wissens nicht betroffen. Sieger im Sprint Alexander Kristoff von UAE. An der 3km Marke gab es nochmal einen Massensturz bei dem auch der französische Liebling und Hoffnungsträger Tibaut Pinot betroffen war. Könnte aber wieder aus Rad steigen und die Etappe beenden. Morgen geht es rund um Nizza ins Gebirge.

christophReg, 29. August 2020, um 19:05

@mume. Wenn die alle heute sauber wären, müssten die Durchnittsgeschwindigkeiten im Vergleich zur Ära Armstong SATT gesunken sein. Sind sie das?
Ansonsten geb ich dir Recht, faszinierender Sport, vor allem wenn man selber mal so Pässe rauffährt.

gelbe-Rose, 29. August 2020, um 19:08

Doping Tour nein danke

faxefaxe, 29. August 2020, um 19:10

Ich habe mich bissl eingelesen und heute reingeschaut.
sehe das wie der Christoph.

HH111, 29. August 2020, um 19:12

Es ist ja nicht nur das Sportereigniss,(fast)alle Sportarten wo viel geld unterwegs ist, ist davon betroffen.Trotzdem hat jede sportart seine fans,die an das gute glauben,mit recht.

MumeRumpumpel, 30. August 2020, um 07:49

Zunächst mal: Die Tour war nie sauber. Seit ihrer Entstehung nicht. Das erste Mal wirklich ernsthaft und massiv dagegen vorgegangen ist im Jahr 1997 die kommunistische französische Sportministerin Marie-George Buffet. Das endete in der Festina-Affäre.

Seitdem bemüht man sich mehr oder weniger ernsthaft mit mehr oder weniger Erfolg.

Ich glaube schon, dass der Radsport insgesamt heute sauberer ist. Mag sein, dass das ein Irrglaube ist.

Das Hauptargument war früher ja immer, dass der gewinnt, der besser dopt. Da sie alle dopten gewann aber vermutlich doch derjenige, der auch ohne Doping gewonnen hätte, wobei im Radsport ja auch andere Faktoren noch mit eine Rolle spielen. Es ist ja doch in erster Linie ein Mannschaftssport. Etwas, das mir im Übrigen durchaus nicht immer schmeckt - so es nicht um Mannschaftszeitfahren (wobei ich es grotesk finde, dass jemand nach Tausenden Kilometern ggf. nicht Toursieger wird, weil seine Mannschaft im Zeitfahren 1 Minute verlor) geht. Dass jemand in aussichtsreicher Position liegend, zurückgepfiffen wird und auf seinen 'Kapitän' warten muss... Dass auf Flachetappen Chef Armstrong bestimmen konnte, wer einen Ausreißversuch starten darf - wohlgemerkt auch bei den anderen Teams (!) , das sind Faktoren, die mir nicht so gut gefallen, auch das Gepulke im Feld.

Ich gucke Tour wegen der Landschaft und weil ich es geil finde, wie die die Pässe raufrauschen. Ob sie das nun 5 oder 7 km/h schneller oder weniger schnell tun, wäre mir dabei egal.

Das zu dem Argument von Offiziellen, der Zuseher würde höhere Geschwindigkeiten verlangen. Tut er mitnichten. Weil: Das kann man gar nicht sehen. Am Fernseher sieht man oft ja noch nicht mal richtig wie steil die Rampen sind.

Dass die Durchschnittgeschwindigkeiten stiegen über die Jahrzehnte lag an verschiedenen Faktoren. Kürzere Etappen, bessere Straßenverhältnisse, besseres Material, besseres Training und ja natürlich auch Doping, obwohl wir ja schon hatten, dass die Altvorderen auch kräftig eingeworfen hatten. Okay Blutdoping gab es damals noch nicht, das ist dann schon die hohe Kunst.

Müsste die Durchschnittsgeschwindigkeit deutlich nach unten gehen? Könnte sein, dass das bei dieser Tour so kommen wird - nachdem es so wenige Flachetappen gibt. Das wäre dann eine schöne Bestätigung für meine in aller Naivität vorgebrachte Gutgläugibkeit. :-)

@Christoph Ja, wenn man selbst mal so am Berg gehangen hat, dann leckt man Blut - der Vorteil der Tourteilnehmer: gesperrte Straßen (die Autos und noch mehr die Motorräder sind schon eine Zumutung)

Ach ja. Für die, die sich dopingmäßig auf den Radsport kaprizieren:

Ich meine, dass man sich, wenn man da streng sein möchte, von ziemlich vielen Sportveranstaltungen fernhalten müsste.

Und beim Fußball ist das ohnehin ein Tabu. Glaubt wirklich jemand, dass es dort, wo es um so viel Kohle geht, niemand versucht, sich Vorteile zu verschaffen oder anders - vermutete Nachteile auszugleichen?

Bei Leon Goretzkas Muskelzuwachs über die Coronapause könnte man auch ins Grübeln kommen. Könnte... wir glauben ja an die Redlichkeit der Sportler - es sei denn sie sind chinesische Schwimmer oder russische Biathleten.

faxefaxe, 30. August 2020, um 07:55
zuletzt bearbeitet am 30. August 2020, um 07:55

Die Fernsehübertragungen sind auch besser geworden, auch dank Big Data, hat mir gestern gut gefallen.
ps: fährst du Rennrad, Mume?

MumeRumpumpel, 30. August 2020, um 08:21

Bei der ARD war sie sehr gut, vorher auf Eurosport bescheiden.

Ja, seit 4 Jahren. Vorher bin ich mit meinem MTB herumgegurkt. Dann habe ich mich in ein hübsches Cannondalerädchen verliebt auf dem ich sofort perfekt saß.

faxefaxe, 30. August 2020, um 08:27

Ich habe ja noch später angefangen, aber auch Cannondale :-)

ausgwaschelt, 30. August 2020, um 10:31

probierts mal syntace

faxefaxe, 30. August 2020, um 10:53

Ich habe von den technischen Dingen wenig Ahnung (eigentlich gar keine, außer Kette Ölen mache ich nichts selber), bin daher auch keiner, der selbst Teile austauscht oder so.
Mit meinem Mountainbike bin ich superglücklich, vor allem, weil es super leicht ist.
das Rennrad ist Endurance, was mir entgegen kommt, will mir aber bei Gelegenheit noch ein leichteres, racigeres kaufen :-)

MumeRumpumpel, 30. August 2020, um 12:42

Syntace hatte ich ja noch nie gehört und nach erstem Augenschein ist das nicht meine Preisklasse. ;-)
Mein Cannon ist ein Synapse Women's Tiagra, dem ich diese Saison eine andere Bremsanlage verpasst habe (verpassen ließ), da ich mich mit der vorhandenen nicht sicher fühlte. Da liebäugelte ich dann sogar mit einer Scheibe, die ich an meinem E-Mountainbike, das es für den Harz auch noch gibt, zu schätzen gelernt habe.
Der Merida-Radfritze (ich hätte mir dann nämlich ein neues Rennrad gegönnt, da man eine Scheibenbremse nicht nachrüsten kann) war not amused. Was ich denn mit einer Scheibenbremse wolle, Generationen von Radrennfahrern hätten es bislang mit Felge hinbekommen. Ich war irritiert und sagte ihm, dass wenn er mir die Scheibe ausrede, ich eigentlich kein neues Rad bräuchte, weil ich mein Canny sehr liebe - noch nie besser auf einem Rad gesessen habe.

Wir einigten uns dann auf einen Tausch der Bremsanlage. Jetzt ist mir wohler.

@faxe
Ich bin aber (noch ;-) ) älter als du. Aber mir geht es wie dir und es ist wie beim Autofahren: Die Dinger müssen laufen, ich will sie nicht warten und richten können, ich will sie fahren. Das erste Jahr war echt hart für Canny und mich. Es ist doch schon etwas sensibel was gewisse Dinge angeht und wir hatten echte Probleme miteinander. So schon einen Platten bei der ersten Ausfahrt, weil ich nicht genug Luft hineingepumpt hatte und ein Stoß durchschlug auf die Felge. Dann habe ich mich ständig verschaltet, was zu diversen unangenehmen Situationen führte einschließlich einer völlig verdrehten Kette (mein Mann war GsD mit dem Auto mit unterwegs und wir konnte das Rad gleich einladen). Auch ein Ventil habe ich vernichtet, weil ich die französischen nicht kannte und vergaß aufzuschrauben.

Naja. Ich hatte bereits die Nase voll und versprach ihm, dass es bei der nächsten Panne an die Wand käme - schön genug ist es. Seitdem läuft es ganz gut.
Was ich gerade überlege: eine Rolle für den Winter. Hat da jemand Erfahrung?

So nun geht ja dann bald die zweite Etappe los. Am Anfang ist es ja noch nicht so prickelnd, läuft so nebenbei.

faxefaxe, 30. August 2020, um 12:46

Dein Radhändler ist ja eine Pfeife :-)

ich hatte kurioserweise in 15000 Kilometern in drei Jahren noch nie einen Platten - ne vermute stark, dass ich ihn auch nicht beheben könnte.
Ich habe eine Tacx-Rollentrainer geschenkt bekommen, da bräuchte ich aber einen Adapter, der gerade nicht lieferbar war :p
ich bin aber eigentlich mit meinem Heimtrainer (ein recht teurer, aber dafür fahre ich winters auch viel mit ihm) auch zufrieden, nur kann er halt Swift nicht.

nächste Woche radle ich an den Comer See, aber mit dem Mountainbike

christophReg, 30. August 2020, um 12:50

Reisen ins Coronaausland. Pfui, faxe:-)

faxefaxe, 30. August 2020, um 12:51

Bislang kein Risikogebiet dabei, soweit ich das sehe :-)

WildBill, 30. August 2020, um 12:51

Trägst du auf dem MB auch so sexy radlerhosen, faxe?

Oder hast du dafür ein anders Outfit?

faxefaxe, 30. August 2020, um 12:54

Auf dem Rennrad ist es schon das praktischste (hätte ich vorher auch nicht unbedingt gedacht), auf dem Mountainbike habe ich öfter auch halblange Hosen über der Radinnenhose :-)

Hexenmeister, 30. August 2020, um 13:01

Man kann schon mal so a Tour Bergankunft anschauen. Aber jeden Tag so eine ganze Etappe?Da ist ja Eisenbahnromantik oder Synchronschwimmen interessanter!Und wie bekloppt sind die, die stundenlang am Strassenrand stehen und in den 3Sekunden wo Die vorbeifahren jubeln.Super!

MumeRumpumpel, 30. August 2020, um 13:06

Ein bisschen Oldschool und ein zerstreuter Professor, war aber mal Radrennfahrer.

Habe auch einen Heimtrainer, der passabel ist. Deshalb weiß ich auch nicht, ob Rolle wirklich sinnvoll ist. Wenn dann dächte ich aber an eine freie, denn ich möchte nicht erst das Hinterrad ausbauen müssen.

Gute Fahrt an den Comer See.

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