Tratsch: was bedeutet für euch Gerechtigkeit?

faxefaxe, 03. Oktober 2017, um 19:51

Hängt stark von ihrem Zweck ab. Eine echte Sozialstiftung kann ihre Dividendengerne behalten. Mit dem Geld helfen sie ja, nicht mit dem eingesetzten Kapital.
wenn davon Erben profitieren: natürlich, unbedingt.

kamiko, 03. Oktober 2017, um 21:59

da bin ich mal ganz bei euch.

chickenwilli, 04. Oktober 2017, um 06:38
zuletzt bearbeitet am 04. Oktober 2017, um 06:40

Gerechtigkeit ist doch ein prima Parteiziel für den Wahlkampf.
Jeder hat dvon andere Vorstellungen, aber alle finden sie gut.
So bleibt man schön flexibel.

kamiko, 04. Oktober 2017, um 08:23

"gerechtigkeit" ist eins der am meisten missbrauchten worte.
die meisten verwechseln "gerecht" mit "sozial".

in einer "gerechtdemokratie" gibt es kein hartz4, da der, der nichts erwirtschaftet verhungert - mehr steht ihm ganz einfach nicht zu.

deshalb sind wir auch eine "sozialdemokratie" mit "sozialhilfe" und einem fetten "sozialgesetzbuch".

spannt man den bogen weiter, landet man im kommunismus:
die extremste form von "sozial" und "ungerecht"
(wenn man nicht marx, sondern unser verständnis von "sozial" zugrundelegt)

faxefaxe, 04. Oktober 2017, um 09:30

Jawoll. Der wichtigste Punkt in Sachen Gerechtigkeit ist für mich Dsher Chancengleichheit.
und da gibt es beim Bildungssystem noch viel Nachholbedarf.

Soizhaferl, 04. Oktober 2017, um 10:10

...womit sich der Kreis ja wieder schließt; ist sicher nur Zufall, dass die Länder mit den besseren Bildungssystemen (noch) relativ viele verbeamtete Lehrer haben ;)

Aber, @kami, um das abzuschließen: Die Frage ist dann doch nicht, ob Beamten (samt Pensionen; is doch egal, ob erst hohes Gehalt oder später hohe Pension, das is ne reine Rechenfrage, gibt ja auch Firmen mit und ohne Betriebsrente) gerecht sind im Vergleich zu anderen Jobs. Auch nicht, ob sie die Allgemeinheit viel kosten; das tun Opern, Kindergärten und Straßen auch. Die Frage ist, ob sich die hohe Ausgabe für die Allgemeinheit lohnt. Und das tut sie, meiner Meinung nach, unterm Strich sehr wohl. Eine effiziente Bürokratie (und die haben wir; bzw hatten wir, als Bahn, Telekom und Post noch Beamte hatten) bringt mehr ein als die Pensionen kosten.
Kann man anders ehen, man kann das Beamtentum auch komplett abschaffen wollen - aber die Kosten dafür sind keine Gerechtigkeitsfrage, sondern eine Effizienzfrage.

Aber ob Beamte oder Angestellte, völlig wurscht: Ins Bildungssystem will ja auch keiner wirklich Geld stecken. Zu große Klassen, zu wenig Lehrer - alles bekannt, keinen kümmerts. Die CSU beispielsweise stellt immer vor der Wahl noch nen Schwung Lehrer ein, und das wars dann auch wieder für 5 Jahre. (Machen andere Parteien in anderen Bundesländern aber auch so). Da kann man dann wieder auf die Politik schimpfen, aber das große Interesse zur Herstellung von Chancengerechtigkeit in der Bevölkerung seh ich halt auch nicht...

kamiko, 04. Oktober 2017, um 10:22

soiz, in dem punkt geht's mir um was anderes.
ein chef, zu dem man aufblicken kann, muss immer mit gutem beispiel vorangehen - er muss mehr und härter arbeiten und nicht aus dem liegestuhl herumkommandieren.
ein guter heerführer kämpft an vorderster front.
gute eltern kommandieren nicht ihre kinder, sondern leben ihnen die idealvorstellung vor.

dann sind andere gern und ganz von selbst bereit, zu folgen.

es ist einfach nicht glaubwürdig, wenn ich der masse ne rente und sozialsysteme zumute, darüber auch noch gesetze erlasse und mich selbst aus der verantwortung ziehe.
nöö, für diese hab ich nicht den mindestfunken respekt.

Ex-Sauspieler #553278, 04. Oktober 2017, um 12:18
zuletzt bearbeitet am 04. Oktober 2017, um 12:22

wenn in der gesellschaft normen und werte die als gerechtigkeit= ungleichheit definiert werden, verletzt werden , wird jeder die abweichungen als ungerecht wahrnehmen.es ist also ein befinden und kein zustand.

@kamiko ich wollte nie mehr auf dich eingehen. dennoch
fühle ich mich dazu gezwungen. du schreibst am thema vorbei, schreibst wirres zeug und produzierst
geistiges unrat. nicht jeder der etwas schreibt ist ein
autor ,den man hier, wie viele hier, auf der klebrige zunge hängenbleben.
mama tut mir leid um dein anliegen.

kamiko, 04. Oktober 2017, um 12:58

jojo, du schnallst eben gar nichts. bleib beim hotdog und bier aus dem pappbecher, dann ist doch die welt in ordnung.

kamiko, 04. Oktober 2017, um 13:15

@faxe:
chancengleichheit - ja, unbedingt - es ist "gerecht".

dennoch wurmt mich die fokussierung auf "bildung" und dass sie von der politik fast schon als totschlagargument hergenommen wird:

1. es suggeriert, dass nur menschen mit bildung etwas wert seien.
was ist mit dem ehrlichen handwerker, der lidl-kassiererin, dem müllwagenfahrer - sind das dann der "abschaum" ?

2. es führt zu "gebildete deutsche herrenrasse" - übermenschen,
die dann "gastarbeiter" brauchen, die die niedere arbeit verrichten.

du verstehst wohl, warum ich es sehr kritisch sehe, alles nur auf "bildung" auszurichten;
chancengleichheit ist eine selbstverständlichkeit, schade, dass das in der öff. überhaupt zum thema hochkochen musste.

faxefaxe, 04. Oktober 2017, um 14:15
zuletzt bearbeitet am 04. Oktober 2017, um 14:16

hm, verstehe ich nicht ganz.

Chancengleichheit heißt ja nur, dass jeder erstmal die selbe Chance bekommen sollte, Physiker wie auch Schreiner zu werden. Da ist keine Wertung dabei (ich wäre glücklich, wenn Sohnemann ein zufriedener Schreiner wird).

Aber ein Migrantenkind oder die Tochter eines Landwirts am Samerberg hat bei uns deutlich weniger Aussichten, Physiker zu werden, als in vielen anderen Ländern. Sieht man schon bei uns: Ich wohne in einer Gemeinde mit einer sehr reichen Bevölkerungsstruktur. Mehr als zwei Drittel der Viertklässler wechseln aufs Gymnasium. Das liegt nicht daran, dass sie íntelligenter sind.

Für den einzelnen ist das eine Ungerechtigkeit, für die Gesellschaft eine Ressourcenverschwendung.

Ex-Sauspieler #553278, 04. Oktober 2017, um 14:31
zuletzt bearbeitet am 04. Oktober 2017, um 22:41

zitat
"jojo, du schnallst eben gar nichts. bleib beim hotdog und bier aus dem pappbecher, dann ist doch die welt in ordnung.
"

ohhh- schon wieder der dumme jojo und gleich wird
das genie ausfallend und beleidigend und macht aus einem gleich einen proll ohne zu wissen wen er vor sich hat.
tolle teilnehmer hier. allen voran Kami der selbstverliebter Klugscheisser.

Gunthu, 04. Oktober 2017, um 22:06

Kloscheisser oder Klugscheisser?^^

kamiko, 05. Oktober 2017, um 00:34

jojo, auf seite 2 hab ich dir gepostet und nun zeig mir irgendein böses wort gegen dich.

du aber meinst, hier gleich bös persönlich beleidigen zu können.

dein anstand hat die reichweite eines proleten und dass du -deinen eigenen angaben nach- rein gar nichts verstanden hast, von dem, was ich schrieb und welchen bezug das zu "gerechtigkeit" hat ...
sagt mir den rest.

nöö, mehr weiß ich von dir nicht - mehr brauchts aber auch nicht.

Traumbefreiter, 05. Oktober 2017, um 00:52

gerecht ist die "welt" in toto nicht
aberzumindest hier bei sauspiel herrscht "gerechtigkeit" beim mischen! glauben nur ned viele! denn was nach dem mischen "kommt", das ist "können- und leistungsgerchtigkeit"! aber manche finden eben dieses nicht "fair"! "fair" also als eine kategorie für "loser"?

kamiko, 05. Oktober 2017, um 01:04

faxe, du magst das so sehen; jedoch fürchte ich, dass das in der bev. ganz anders ankommt.

nur "bildung, bildung,
bildung" - wenn nur noch das zählt, so zählt im umkehrschluß jemand ohne "bildung" doch nichts mehr, eben handwerker, kassierer usw. oder nicht ?

ich finde, unter "gerecht" fällt auch die wertschätzung, die die gesellschaft einem postboten oder müllwagenfahrer oder einer pflegekraft entgegenbringen sollte.
sei mal ehrlich - macht sie doch nicht - und das thema "bildung" verschlimmert es ganz gewaltig. bspw.:

"für die pflege brauchen wir dann kräfte aus dem ostblock, weil wir einheimische nicht finanzieren können" ... das ist der tenor aus der politik.
eben "gastarbeiter" oder "personal für niedere arbeiten".

Traumbefreiter, 05. Oktober 2017, um 01:36

kami, bildung ist nicht gleich bildung! die knappheit zählt hier, in relation zur begehrtheit! das gesetz von angebot und nachfrage eben!
ein in deutschland ausgebildeter handwerksmeister (baubereich in nahost, in USA: deutscher metzger oder bäcker) verdient ein schweinegeld als bauleiter / metzger oder bäcker in nahost, bzw. USA. also auch diese art von praktischer bildung genießt weltweit ansehen, und wird hoch honoriert!

pflege? stimmt! für die leitungsaufgaben (pflegedienstleitung, wohnbereichsleitung, stationsbereichsleitung) braucht man auch in bwl / QM gebildete leute! die "einfachen" dienste machen leute aus russland, ukraine, oder aus polen! aber ohne diese würde das ganze pflegesystem kollabieren!

Traumbefreiter, 05. Oktober 2017, um 01:51

@ faxe, 04.oktober,14.16 uhr:
ich selbst stamme aus einer familie aus handwerkern und kleinbauern ... mittlerweile bin ich prof. für ökonomie!
meine erste frau stammt aus einer eisenbahner-familie, damals mittlerer dienst! sie ist auch prof. geworden!
meine zweite frau stammt aus einem einödhof in niederbayern. nun ist sie auf ihrem fachgebiet in bayern eine star-anwältin!
und das waren nun alles ungenutzte (bildungs-) chancen???

kamiko, 05. Oktober 2017, um 08:46

schnalli, wenn ich das so lese, würd ich ja zustimmen... aber
1. impliziert das, dass ein handwerker in den nahen osten gehen muss, damit seine leistung honoriert wird ?
"der deutsche kommt und kanns besser; in deutschland selbst ist es eher weniger wert"
(war jetzt provokant formuliert, aber führt dazu: andere nationen sind nicht mal dazu fähig)

2. faxe argumentiert mit bildungschancen, also die pflegekraft aus polen soll auch irgendwann bwl/qualitäts- und auch generell management erlernen und genauso zum leiter(in) aufsteigen können.
oder will man diese klein halten ?

holen wir dann neue pflegekräfte ?
auch diese werden alt und brauchen selbst pflege - auch in polen müssen menschen gepflegt werden oder "sollen doch sehen, wie sie zurechtkommen"

wo soll das jemals enden ?
"frischfleisch aus botswana" ?
mir fehlt einfach die logik, die langfristig dahinter stecken soll - es widerspricht sich alles...
... und birgt mehr rechtes gedankengut und konsequenzen, als man annehmen würde.

kamiko, 05. Oktober 2017, um 08:59

und ne frage an dich als experten:
in meiner jugend tönten die grünen noch von "maschinensteuer", also alles, was arbeitsplätze wegrationalisiert.
heut hört man kaum noch was davon.
wäre nicht das ein weg zu mehr "gerechtigkeit" ?

faxefaxe, 05. Oktober 2017, um 10:03

Einzelbeispiele besagen nix, schnalli.

was Deine Antwort mit dem Thrma Gerechtigkeit zu tun hat, ist mir weiter unklar, Kami.

wer den Willen und das Potenzial hat, Schreiner zu werden, sollte die Chance dazu haben.
wer den Willen und das Potenzial hat, Arzt zu werden, ebenfalls.

dass die Jobs ein unterschiedliches Image haben, ist halt so.
bei uns im Dorf zählen die Handwerker eindeutig mehr.

kamiko, 05. Oktober 2017, um 10:43

leistungs"gerecht"e vergütung um mehr anreize zu schaffen.
pflegen find ich bspw. nen knochenjob.

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