Schafkopf-Strategie: Davonlaufen

kennidi, 13. August 2010, um 18:13
zuletzt bearbeitet am 13. August 2010, um 18:25

Ich stelle immer wieder mal fest, dass manchen Spielern die Regel des Davonlaufens gar nicht bekannt ist.
Meistens bei Spielern, die aus der Oberpfalz oder Oberfranken bzw. aus dem Norden Bayerns kommen .

Deshalb zur Information hier mal ein Auszug aus den Regeln der Schafkopfschule e.V., an denen sich ja Sauspiel orientiert.

Punkt 2.5.4.
Wenn der Mitspieler mindestens vier Karten mit der Ruf-Sau in der Ruf-Farbe besitzt, kann er davonlaufen (unter der Ruf-Sau ausspielen), solange die Farbe noch nicht gespielt war und er noch alle vier Farbkarten in der Hand hält.

Für einige ist es nämlich immer ziemlich verwirrend, wenn die Farbe der Ruf-Sau angespielt und vom Gegner mit Trumpf eingestochen wird, die Ruf-Sau selber dann aber nicht kommt. In so einem Fall ist derjenige Spieler, der die Ruf-Sau in der Hand hält, also "davongelaufen".

Ein Beispiel hierzu:
Angenommen, die Ruf-Sau wäre die Gras-Sau. Der Spieler mit der Ruf-Sau (Gras-As) hat neben der Sau noch den Gras-Zehner, den Gras-König und den Gras-Neuner in der Hand. Dann kann er, wenn er zum Ausspielen kommt und noch mindestens vier Karten in der gleichen Farbe wie die Ruf-Sau in der Hand hält, mit einem kleinen Gras davonlaufen, in diesem Fall am besten mit dem Gras-Neuner.
Vorteil: Der Gegner würde dann bei diesem Stich nämlich kaum Punkte machen, obwohl er eigentlich damit rechnet, dass die Ruf-Sau fällt bzw. gestochen wird.
Und später kann der Spieler mit der Ruf-Sau diese Sau dann seinem Partner, also dem Spieler, schmiern, wenn dies nach dem weiteren Spielverlauf möglich ist.

Möglich ist diese Variante des Davonlaufens übrigens nur bei der langen Karte.

Vielleicht wird im nördlichen Bayern hautsächlich die kurze Karte (6er) gespielt, so dass deshalb diese Regel dort nicht allen Spielern bekannt ist.

So, jetzt kann dann wieder mal die Debatte darüber eröffnet werden, ob diese Regel sinnvoll ist oder nicht. Gibt zwar hier im Forum schon zwei entsprechende Beiträge darüber, aber es musste mal wieder aufgefrischt werden, weil immer wieder neue Spieler dazukommen, denen diese Spielart nicht bekannt ist.
Jedenfalls lässt Sauspiel diese Regel zu und deshalb sollte jeder darüber Bescheid wissen, damit künftig weniger völlig ahnungslos und verdutzt mit der Stirn runzeln.

KChristina1959, 13. August 2010, um 18:39
zuletzt bearbeitet am 13. August 2010, um 18:44

Der Norden Bayerns, ist dem Sauspieler Kennidi zu allergrößten Dank verpflichtet! Jetzt hats im Norden Bayerns gschnäcklt! Danke für Info!!!!
Endlich keine verzerrten Gesichts Entgleisungen mehr!

kennidi, 13. August 2010, um 18:56

@KChristina1959
Bin hocherfreut, dass Sie an meinem Fortbildungslehrgang teilgenommen haben
und vielleicht "weider a weng wos pappn bliem" is.

Thanathan_vF, 13. August 2010, um 19:10

bassd scho kennidi, aba merk da ens, mir Frangn wissen immer alles! (zumindest besser ;) )

[mir wars bekannt...spiele mir hier eh so]

mamaente, 13. August 2010, um 19:19
zuletzt bearbeitet am 13. August 2010, um 19:21

@ kennidi - wir in westmittelfranken auch ,du nordbayernexperte.....
allerdings wirds bei und : "unterspielen" genannt

kennidi, 13. August 2010, um 19:23

@schwarzes schof und mamaente:
war mir scho klar, dass ihr profis des wisst.
aber san wirklich einige da herin, dene is des ned bekannt.

Thanathan_vF, 13. August 2010, um 19:31

die könnte aber a gut von südbayern sei.... :D

kennidi, 13. August 2010, um 19:37
zuletzt bearbeitet am 13. August 2010, um 19:38

@Schwarzes_Schof
mechst du oane auf dei gugg?
südbayern is kiniland, host mi.

deryepes, 13. August 2010, um 19:50

hier in augsburg kennt ma des xD

k_Uno, 13. August 2010, um 20:20

es ging ja auch um bayern (nord bzw. süd) und ned um schwaben... ;-)

grubhoerndl, 13. August 2010, um 23:54

oiso i versteh die aufregung ned... sowohl nord als auch west eh nur beutebaiern... da ist nochmalige regelbeschreibung scho sinnvoll....

lol

Ex-Sauspieler #106145, 14. August 2010, um 08:12
zuletzt bearbeitet am 14. August 2010, um 08:12

mecht ned angeben, aber bei der spielvariante san mir ganz westlich (allgäuer) scho die gwieftesten. ggg

Ex-Sauspieler #106145, 14. August 2010, um 08:14

muß dir aber recht geben kennidi, bei manch einem merk mans scho, das mit der spielvariation überfordert sind

palley, 14. August 2010, um 08:14

lol.. immer die allgeier^^

Ex-Sauspieler #106145, 14. August 2010, um 08:16
zuletzt bearbeitet am 14. August 2010, um 08:16

ja mei, weißt scho.... nobody is perfekt, aber als allgäuer bist verdammt nah dran

mamaente, 14. August 2010, um 09:00
zuletzt bearbeitet am 14. August 2010, um 09:02

meine exschwiegermutter hätte an dieser stelle gesagt:
" die leben in der einbildung , die allgäuer ".........

WSommer51, 14. August 2010, um 13:07

"davonlaufen" ist auch für einen Oberpfälzer ein alter Hut :-)

KChristina1959, 14. August 2010, um 17:20

na na! Die Obf stammen von Raubrittern ab!
Sinngemäß geb ich dir recht WSommer.
Aber eins ins klar, gegenüber den verweichlichten OBB sind wir aus Granit!

kennidi, 14. August 2010, um 17:40

@KChristina1959
grubhoerndls aussage "sowohl nord als auch west eh nur beutebaiern..." deckt sich somit mit der abstammung von den raubrittern.
also eigentor oberpfalz, 1:0 für oberbayern!

Hexenblut, 14. August 2010, um 20:57

Bei uns heisst des: Unten raus gehen........... ist aber wirklich hier überall bekannt, weil da sehr wenig mit 6 Karten spielen.
Ich rede von Schwaben.............

pitanderl, 14. August 2010, um 21:18

Also ich kenn das nur als "nudeln". Hab hier gelernt, dass es davonlaufen genannt wird.

Bobby28, 14. August 2010, um 23:08
zuletzt bearbeitet am 14. August 2010, um 23:08

In Zentralmittelfrangn hassd des "undn durch ganger" - fei wergli

BlechOdel, 15. August 2010, um 01:00

besser "unten durch" als hintenrum :-)

Ramsadeela, 16. August 2010, um 22:38
zuletzt bearbeitet am 16. August 2010, um 22:39

@ kennidi.
Falls Sie es noch ned wissen, is des Karten spielen in Oberfranken erfunden worden. Ich finde es daher nicht sachlich richtig, Leute aus dieser Umgebung, denen das Karten spieln in die Wiege gelegt worden ist anzugreifen!! Falls Sie einen entsprechenden Lehrgang zum "RICHTIGEN" Karten spielen haben möchten, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung, um Ihre Defizite auszugleichen!!!
Da ich so erzogen wurde, um Schwächeren zu helfen, können Sie meine Hilfe gern annehmen!!!

Viele grüße aus dem Reich der Kartenspieler

Bobby28, 16. August 2010, um 23:01

Ramsadeela, ich dachte in Oberfranken gab's früher nur Flößer. Wie sollen die auf dem schwankenden Untergrund Karten gespielt haben? Die Unterfranken waren Mainfischer, also geht das auch nicht. Die Mittelfranken spielen an Dreeg (nauf und nunder), wie er an der Kartelakademie in Weinzierlein seit der Zeit der Römer (als Weinzierlein noch Vinograzioso hiess) gelehrt wird.
Eine Aussenstelle in Rosenheim wurde später gegründet, um auch im Niemandsland zwischen Donau und Alpen eine einfache Form des Kartenspielens zu verbreiten, eben das Schafkopfen, das mit seinen verschiedenen Ausprägungen dann auch im Mutterland des Kartenspiels bei uns in Mittelfranken übernommen wurde. Missionare brachten dies dann weiter in den Norden bis ins Fichtelgebirge und an die Grenze zu Hessen. Viele dieser Missionare wurden von einheimischen Kanibalen in Schlenkerla-Bier gekocht und verzehrt. Dennoch erreichten wir einen gewissen Verbreitungs-, Bekanntheits- und Wissensgrad in der hohen Schule des Kartelns.

So, genug der Märchen. Ich wünsch' euch allesamt a gepflegtes Blatt und allerweil das Gespür für die richtige Karte zum richtigen Zeitpunkt :-)

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