Tratsch: Silber ohne Förderung: Die Schande im Leistungssport am Beispiel Julia Ulbricht

Ex-Sauspieler #929955, 19. August 2026, um 14:51

Ich will mir hier einfach mal etwas von der Seele schreiben, das mich extrem beschäftigt. Es geht um die unfaire Realität im deutschen Leistungssport.
Bestimmt haben viele von euch das sensationelle EM-Silber der Rostocker Speerwerferin Julia Ulbricht mitbekommen. Ich bewundere diese Frau unglaublich! Ihre Willensstärke und ihre Durchhaltekraft sind einfach nur inspirierend. Sie stand kurz vor dem Aufgeben, musste ihre Miete nebenbei mit Babysitting finanzieren und hat diese historische Medaille komplett ohne staatliche Förderung erkämpft. Während im Profifußball selbst bei schwacher Leistung unanständige Millionen fließen, müssen absolute Ausnahmetalente in den Randsportarten am Existenzminimum leben.
Das Absurde ist doch: Wenn bald wieder Olympia 2028 ansteht, sitzen wir alle vor dem Fernseher, feiern „unsere“ deutschen Teilnehmer und das ganze Land schmückt sich mit ihrem Erfolg. Aber dass diese Menschen vorher jahrelang finanziell im Regen stehengelassen wurden, interessiert dann keinen Funktionär mehr.
Ich finde das zutiefst ungerecht. Weil mich das so wütend macht und ich ihren Einsatz so sehr bewundere, werde ich Julia jetzt privat etwas Geld spenden, um sie auf ihrem Weg zu unterstützen.
Wie seht ihr das? Findet ihr diesen extremen Kontrast im Sport auch so beschämend? Was muss sich ändern, damit Leistung wieder gerecht belohnt wird?
Ich bin gespannt auf eure Meinungen.

Blechkultur_Kim, 20. August 2026, um 08:53

Sehr viele, wenn nicht ein Großteil "unserer" Leistungssportler ist bei der BW um überhaupt ihren Sport betreiben zu können.
und ja, HERREN Fussball vollkommen überbezahlt!
deshalb sage ich seit langem, dass Vereine auch den Polizei Einsatz vor Stadien zu 100% tragen MÜSSEN. Das auf alle Steuerzahlen umzuwälzen, nur das sich irgendwelche Freaks nicht die Köppe einschlagen, finde ich ei unding.
und ja... ich weis das dann kleine Vereine auf der Strecke bleiben würden.

luggi48, 20. August 2026, um 09:34

Die Leistungssportler haben ja die Möglichkeit zur Bundeswehr, Grenzschutz, Polizei zu gehen.Es gibt auch die Sporthilfe. Die Erfahrung durch normale Arbeit/ Nebenjob Geld zu verdienen schadet niemanden. Viele Ottonormalverbraucher haben einen Nebenjob um sich auch mal was leisten zu können.

jGoetz, 20. August 2026, um 10:12

Zitat: Die Leistungssportler haben ja die Möglichkeit zur Bundeswehr, Grenzschutz, Polizei zu gehen.

Die oben genannten Behörden müssen dem Leistungssportler nach dem Beenden seiner sportlichen Laufbahn wieder eingliedern.
Ein Leistungssportler der in einem mittelständischen Betrieb beschäftigt war, hat wohl eher schlechte Karten seinen Job im selben Betrieb wieder aufnehmen zu können.

luggi48, 20. August 2026, um 11:15

Wenn ein Leistungssportler, sich einen Namen schaffte, wird er auch in der freien Wirtschaft einen Job finden. Wenn er bereit ist etwas zu tun.

Ex-Sauspieler #929955, 20. August 2026, um 12:27

@luggi48
Sich auf der Sporthilfe auszuruhen ist Augenwischerei. Jetzt hat sie um die 1.000 Euro im Monat – das reicht zum Überleben, aber nicht für professionelles Leistungstraining auf Weltklasse-Niveau.Und die ca. 2.500 Euro gibt es erst kurzfristig direkt vor Olympia. Das ist viel zu spät. Wer vier Jahre lang für seinen Traum schuften muss, braucht die Unterstützung jetzt in der Aufbauphase und nicht erst, wenn der Zug fast schon abgefahren ist. Ohne private Sponsoren bleibt es für Randsportler ein brutaler Überlebenskampf.

grundler09, 20. August 2026, um 15:17

ToRo1, Sie haben vollkommen recht. Generell wird sinnvolles, menschlich Verbindendes, wie Sport, Musik, Naturschutz u. a. in diesem Land auf allen Ebenen nicht ausreichend gewürdigt. :/ In anderen Ländern e. g. Amerika gibt es tolle Spitzensport Förderprogramme für Menschen die beruflich internationalen Leistungssport betreiben wollen.

jGoetz, 20. August 2026, um 17:54

Es sind halt nun mal keine oder nur sehr wenige Fördergelder dafür vorgesehen. Sehr schade, aber scheinbar ist der Stellenwert nicht hoch genug.

Ex-Sauspieler #929955, 20. August 2026, um 18:55

@jGoetz
Genau das ist der Punkt, an dem man sich nur noch an den Kopf fassen kann. Für internationale Hilfen und globale Projekte schüttet Deutschland jährlich ca. 26 Milliarden Euro aus. Aber wenn es darum geht, ein paar hundert absolute Elite-Sportler, die unser Land weltweit repräsentieren, vor dem finanziellen Ruin zu bewahren, knausert man rum. Eine faire, monatliche Grundsicherung für unsere Top-Athleten würde den Staatshaushalt nicht mal im Ansatz belasten. Es zeigt einfach knallhart, welchen verschwindend geringen Stellenwert der Sport abseits des Fußballs bei uns hat.

luggi48, 20. August 2026, um 21:29

Ich habe nicht gesagt,dass sie keine Förderung erhalten soll. Bin aber der Meinung, dass auch sie etwas für ihren Unterhalt beitragen soll. Wieviel Stunden trainiert sie in der Woche?

Ex-Sauspieler #929955, 20. August 2026, um 22:49
zuletzt bearbeitet am 20. August 2026, um 22:51

@luggi48
Von 1.000 Euro im Monat kann in Deutschland niemand leben. Sie muss also sowieso weiter arbeiten, um ihren Unterhalt zu sichern – das hat sie bisher getan und das wird sie auch künftig tun müssen.Ihr Engagement steht also gar nicht zur Debatte. Die Frage ist vielmehr, warum wir von einer Athletin der absoluten europäischen Elite erwarten, dass sie neben einem Vollzeit-Trainingspensum noch einen Zweitjob schieben muss, nur um nicht obdachlos zu werden. Das System lässt sie trotz Kaderplatz finanziell im Regen stehen. Ihr Trainingsplan umfasst acht Einheiten in der Woche. Inklusive Physio, Regeneration und Fahrtzeiten ist das ein 30- bis 40-Stunden Job .Dazu kommt noch noch der einer oder anderer Nebenjob.

luggi48, 21. August 2026, um 01:00
Dieser Eintrag wurde entfernt.

Brotchip, 21. August 2026, um 07:09
zuletzt bearbeitet am 21. August 2026, um 07:19

Hätte sie jede Woche 70.000 im Stadion und würde das Fernsehen es weltweit übertragen und die
Leute es dann auch sehen wollen - und das wäre der springende Punkt, hätte sie das Gehalt eines Fußballers. Angebot und Nachfrage.... man kann leider nicht erwarten, in Nischensportarten reich bzw. nur um sich einen persönlichen Traum erfüllen zu können, von der Gesellschaft getragen zu werden! Bei den Fußballern ist es halt so, dass die Gesellschaft sie freiwillig trägt weil so viele dumme Menschen Geld für Amazon Prime, Sky und was weiß ich noch für bezahltfernehen ausgeben, nur um sich anzuschauen wie Harry Kane den Ball aus 20m in den Winkel jagt. Blöd oder?
Ich habe höchsten Respekt vor Julia und ihrer Geschichte, kannte sie aber vor der EM z.B. überhaupt nicht. Sporthilfe hin oder her, Sie ist da in sehr guter Gesellschaft mit Läufern, Kraftsportlern, Wintersportlern usw. usw. die aus Liebe zum Sport ihr Leben entsprechend einteilen, sich aber im Schatten des großen Rades bewegen. Manche schaffen es vielleicht, sich über sozial Media prominenter zu machen und dadurch Nebeneinkünfte zu generieren. Markus Rühl z.B. wäre so einer. Aber das muss man halt auch mögen um die viele Zeit dafür zu investieren. Vielleicht schafft sie es zu einen großen Titel bei der WM oder den olympischen Spielen und kann es dann finanziell über lukrative Werbeverträge vergolden. Zu gönnen wäre es ihr und den vielen Anderen, die wegen ihrer Leidenschaft für den Sport alles Andere liegen lassen. Da schließt sich der Kreis aber auch wieder: Was tue ich und was kann/darf ich dafür erwarten? Es sind immer noch persönliche Entscheidungen für die man selbst verantwortlich ist - so ganz fern der Gesellschaft!

luggi48, 21. August 2026, um 11:01

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Ex-Sauspieler #929955, 21. August 2026, um 11:08

@Brotchip
Dass es eine „persönliche Entscheidung“ ist, stimmt natürlich. Aber es führt das Prinzip von Olympia ad absurdum. Wenn wir sagen: „Dein Pech, wenn du eine Nischensportart wählst“, dann züchten wir ein System heran, in dem bald nur noch Kinder reicher Eltern oder Soldaten Leistungssport betreiben können.Während Julias internationale Konkurrenz in anderen Ländern vollprofi-mäßig staatlich durchfinanziert wird, schicken wir unsere europäische Elite mit Minijobs ins Rennen und wundern uns dann, wenn Deutschland im Medaillenspiegel immer weiter nach hinten durchgereicht wird. Man muss mit dem Sport nicht reich werden, aber wer zu den Top-Leuten Europas gehört, sollte davon ohne Existenzangst leben können.

luggi48, 21. August 2026, um 11:59

Wer wirklich Leistungssport berteibt, hat die Möglichkeit zur Polizei, Zoll oder Bw. zu gehen. Dann ist die Existenzangst vorbei. Wer das nicht will, muss halt selber schauen wie er gut über die Runden kommt. Jeder ist für sich selbst zuständig.

Ex-Sauspieler #929955, 21. August 2026, um 12:13

@luggi48
Dir ist schon klar, wie arrogant das klingt? Ihr die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben, dass das System keine Plätze frei hat, ist ein Schlag ins Gesicht für jeden Athleten, der alles für sein Land gibt.Man kann sich nicht einfach aussuchen: „Ich gehe jetzt zur Bundeswehr und werde vollbezahlt.“ Diese Stellen sind extrem rar und streng limitiert. Da entscheidet ein bürokratischer Schlüssel darüber, wer einen Platz bekommt und wer leer ausgeht – völlig egal, wie gut man ist.Julia Ulbricht hat jahrelang alles versucht und gekämpft, aber das System hatte schlichtweg keinen Platz für sie. Ihr jetzt zu unterstellen, sie sei „selbst schuld“ oder „wollte halt nicht“, ist eine absolute Verdrehung der Tatsachen. Sie hat gearbeitet, studiert und trainiert – mehr Eigenverantwortung geht überhaupt nicht. Das Problem liegt nicht an ihrem Willen, sondern an einem kaputten Fördersystem.

Ex-Sauspieler #929955, 21. August 2026, um 12:35

@Alle
Ganz genau. Wir müssen nicht hier diskutieren, was sie gefälligst noch zu tun hat, sondern was wir oder wer bereit wäre, etwas für sie zu tun. Schließlich reden wir hier von der Deutschen Meisterin 2026 und der aktuellen Nummer 2 in Europa, die für unser Land an den Start geht!Und dafür braucht es keine Millionen. Es geht um ganz konkrete, alltägliche Ideen. Ein Beispiel: Wer aus unserer Community übernimmt für sie die Kosten für ihren Internet-Provider für die heiße Phase der Vorbereitung und die Zeit während der Olympischen Spiele in Los Angeles (vom 14. Juli bis zum 30. Juli 2028)?Genau solche vermeintlich kleinen Fixkosten summieren sich für eine Athletin am Existenzminimum extrem. Wer hätte Ideen für solche "Patenschaften" oder wäre selbst bei so etwas dabei? Das wäre mal echte, handfeste Unterstützung statt ewiger theoretischer Kritik.

luggi48, 21. August 2026, um 13:22
zuletzt bearbeitet am 25. August 2026, um 09:27

Wusste noch gar nicht,dass ich arrogant bin. Mann lernt ja nie aus.Danke für die Belehrung. Meine Meinung selber auch etwas zu unternehmen um über die Runden zu kommen ist natürlich weltfremd.Bin ich etwa geizig, weil ich diese Aktion nicht unterstütze? Nein bin ich nicht, da es wichtigere Anliegen zum Spenden gibt.

Ex-Sauspieler #929955, 21. August 2026, um 13:45

@luggi48 @Alle
Du bist nicht arrogant nur deine Aussage war es.

Am Ende des Tages ist es ganz einfach: Etwas zu tun oder eine Athletin durch Spenden zu unterstützen, ist absolut freiwillig und eine emotionale Entscheidung. Wer das nicht möchte, muss es ja nicht tun – das ist völlig in Ordnung.Aber wer bereit ist, unserer Deutschen Meisterin und Vize-Europameisterin auf dem harten Weg nach Olympia den Rücken freizuhalten, ist herzlich willkommen! Ich bin gerade im Hintergrund dabei, eine konkrete Aktion für Julia über ihren Verein (1. LAV Rostock) aufzugleisen. Jeder, der Bock hat, mit nur 20 Euro ein echtes Stück Sorgenfreiheit zu schenken, kann sich gerne schon mal bereithalten. Details folgen bald!

Brotchip, 22. August 2026, um 11:07

ToRo1, du Kämpfer gegen die Windmühlen, sozusagen der Don Quijote im Sauspiel-Forum! Dein Ansinnen hat natürlich Respekt verdient, keine Frage, aber Tip:Mach es Dir doch einfacher, als Allen hier gebetsmühlenartig deine Meinung zu erklären: Sag einfach "Hey ich unterstütze die Julia, wer macht mit?"vielleicht kommt dann: "Hey, kann grad nicht, ich unterstütze meine Oma, die hat a bissal wenig Rente" oder "Hey, sorry aber ich unterstütz grad meine Jungs im Studium, das ist mir grad wichtiger" oder "Hey, ich würd sie gerne Unterstützen, bin aber auch Leistungssportler und hab grad eben dieselben Probleme..." ausserdem kostet der Zwetschgendatschi beim Bäcker grad 4,10€ das Stück..zefix..usw usw... es gibt halt x-tausende von Möglichkeiten und Gründen, für das eigene gute Gefühl, Gutes für Andere zu tun! so und ich geh jetzt Angeln (ich muss!), hab meinen Freunden für unsere Schafkopfrunde heute Abend eine Fischsuppe versprochen!

Ex-Sauspieler #929955, 22. August 2026, um 13:54

Petri Heil !

viehweide, 22. August 2026, um 14:22

oute mich als Spender für die "Ärzte ohne Grenzen"

Ex-Sauspieler #929955, 22. August 2026, um 15:11

willst auch 20€ EINMALIG der Julia schicken ?

Ex-Sauspieler #929955, 22. August 2026, um 15:19

@Alle
Am Ende ist es ganz einfach: Wer will, ist herzlich willkommen – alles ist absolut freiwillig.Und die Rechnung ist ein Klacks: Wenn von unserer knappen Million Sauspiel-Mitglieder gerade einmal 500 Leute einmalig 20 Euro spenden, kann Julia sich finanziell völlig sorgenfrei auf Olympia vorbereiten. Das zeigt doch, was wir als Community bewirken können, wenn wir nur wollen. Ich melde mich hier, sobald der direkte und saubere Weg über ihren Verein steht!

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