Schafkopf-Strategie: Färbeln

Blechkultur_Kim, 18. Dezember 2018, um 11:12

Salve,

ich war ja immer ein großer Freund vom Färbeln (Also anzeigen das man eine Farbe frei ist).

Entscheidet oft über Schneider oder Frei.
Hab mich immer drüber aufgeregt wenn man färbelt und der Partner als letzten Zug dann doch noch die Fehl hatte die man hätte Stechen können.
MMn sollte das jeder, etwas fortgeschrittener Spieler, beherrschen/kennen.

ABER

Irgendwie mach ich mit färbeln aktuell mehr Spiele kaputt als das es Sinn macht oder Vorteile bringt.
Geht derzeit zu Gefühlten 80% daneben.
... Partner hat die Sau und ein Gegenspieler ist frei
Danach kommt man nicht mehr ins Spiel und verliert.

An Ramsch Tischen versuche ich es mir komplett abzugewöhnen. Blöd wenn man es aus Gewohnheit trozudem macht.

Jetzt kommt noch die böse Zwickmühle dazu:

Man färbelt... geht daneben und ist der Depp
Man macht es nicht... Spiel geht daneben weil man es nicht gemacht hat und ist wieder der Depp
Wie kommt man aus der Nummer raus ohne der Depp zu sein?
Gerade bei unseren "Schafkopfgöttern" ist es ja unmöglich es richtig zu machen.

Wie haltet Ihr das?

faxefaxe, 18. Dezember 2018, um 11:16

Es sieht elegant aus, wenn es klappt, und wenn man wirklich trumpfschwach ist und nur so dem Partner helfen kann, ist es auch sinnvoll.

aber ich teile deine Beobachtung, dass es sehr oft mehr schadet als nützt.

Jannen, 18. Dezember 2018, um 11:29

Hier zum Beispiel wurde ich vom Spieler kritisiert, weil ich nicht bei Tr bleibe: #874.740.035
Ich ziehe den Blauen und spiele danach klar auf Schneider oder gar schwarz. Ich bin selbst nicht schwach, der Alte ist wohl beim Spieler, da darf man das schon nutzen finde ich.

Ein weiterer interessanter Punkt ist, wenn ich da gerade die Positionen sehe, das Anziehen von Ass(en) als Partner, wenn der Spieler hinten sitzt und man keine Farbe frei ist und nicht übermäßig gut in Trumpf...

Deppdeppadadepp, 18. Dezember 2018, um 11:39

Also ich bin eher der Meinung, dass man das nur dann machen sollte, wenn man selber trumpfschwach ist und nicht viel passieren kann.#874.451.773 ist so ein Musterbeispiel. Schellen kann nicht nachgespielt werden und ich habe kaum Trümpfe. Bei Jannens Spiel hätte ich eher weiter Trumpf gespielt.

yellowschaf, 18. Dezember 2018, um 11:40
zuletzt bearbeitet am 18. Dezember 2018, um 11:41

#874.343.587
#874.335.668
#874.380.839

er ist auch so ein Kandidat der ständig färbelt. Das war dann die Quittung. Bei allen 3 verliert er deshalb

habs ihm jetzt schon zigmal gesagt, ist ihm wurst

christophReg, 18. Dezember 2018, um 12:15

Das Beispiel von Depp... ist interessant. Ich würde in dem Fall genau nicht Farbe spielen, sondern meinem Partner überlassen das zu entscheiden. Das kann nämlich seh wohl schief gehen, wenn genau Eichel der Schwachpunkt des Spielers ist dann geht der Stich zum Feind, der nachspielen kann und damit seine Trümpfe teilen (und davon hat er wohl einige, weil ich als Mitspieler sie eben nicht habe.)
Und noch ein Argument: Wenn ich drei Trümpfe habe und mein Partner nicht hoch ist, wird auch die zweite Trumpfrunde zum Feind gehen, der dann mit 50% eh Gras bringt.

Deppdeppadadepp, 18. Dezember 2018, um 13:39
zuletzt bearbeitet am 18. Dezember 2018, um 13:46

Puh, dann bin ich wohl völlig verkehrt dran. Ich war der Meinung, dass bei meinem Spiel mit Farbe anzeigen gerade nicht viel passieren kann. Hat mein Partner die Eichel Sau und wird diese gestochen, dann muss entweder Gras kommen, was ich stechen kann oder Trumpf, was als Gegenspieler ja auch nicht gerade optimal ist.

christophReg, 18. Dezember 2018, um 14:14

EichelSau ist noch das kleinere Problem, da geb ich dir recht. Obwohl die vielleicht sonst auch durchgegangen wäre. Das Problem ist: Eichel zweiter Spatz mit nachspielen. Meiner Meinung nach wäre das Färbeln hier zwar der Schlüssel zum Schneider gewesen (wenn der Spieler das Spiel beherrscht hätte) aber es kann u.U auch die Ursache für den Verlust werden.
Ich bin aber hier nicht die letzte Instanz, vielleicht gibt es ja auch andere Auffasungen:-)

MetzgersTochter, 18. Dezember 2018, um 17:03

Gibt es! Mit der Herz Sau zu zweit (zu dem Zeitpunkt) spiel ich da auf jeden Fall Farbe, weil ich sie dadurch fast sicher heimbekomme, egal, ob der Spieler mitfärbelt oder nicht. Zwei mal Eichel beim Spieler ist bei dem Blatt auch nicht besonders wahrscheinlich. Da finde ich es wahrscheinlicher, dass hintenraus 11 Augen fehlen, weil die Herz Sau als einzige verbliebene Schmier schon im 3. Stich zum Feind geht.

MetzgersTochter, 18. Dezember 2018, um 17:06

Ich teile aber auch nicht die Erfahrung, dass es öfters schief als gut geht. Aber man muss schon genau abwägen, wann es sinnvoll ist, und es gibt viele Grenzfälle.
Er hier wollte wohl auch die Herz Sau heimbringen...
https://www.sauspiel.de/spiele/873549714-saus...

christophReg, 18. Dezember 2018, um 17:10

Das mit den Augen für die Sau ist kein schlechtes Argument. Aber das mit den zwei Eichel versteh ich nicht. Ein Eichel genügt, um einen anderen mit Die Altedran zu bringen. Wenn der an 4 sitzt und Eichel nachspielt, sitzt der Spieler in der Mitte. Das mein ich.

MetzgersTochter, 18. Dezember 2018, um 17:14

Naja, dazu muss aber erstmal der Spieler Eichel Fehl haben und die Sau beim Spieler an 4 stehen. Und der muss dann noch das letzte Eichel haben... da ist es schon wesentlich wahrscheinlicher, dass der Spieler ins Recht kommt oder nach dem Stich hinten ist.
Und selbst wenn dann alles so kommt, soll der Spieler auf die Eicheln halt je nach Blatt nen kleinen Unter setzen, dadurch ist doch das Spiel nicht kaputt. Seine Eichel Fehl wäre ja später so oder so rausgegangen.

MetzgersTochter, 18. Dezember 2018, um 17:20
zuletzt bearbeitet am 18. Dezember 2018, um 17:23

@ys: Deine Beispiele 1 und 3 ergeben aber in dem Kontext auch nicht wirklich Sinn, da ist es ja der Spieler, der färbelt. Da gelten ja völlig andere Voraussetzungen und Annahmen über die anderen Blätter als beim Färbeln als Mitspieler, von dem Kim geredet hat.
PS: Ich bin übrigens auch "so ein Kandidat, der ständig färbelt" - als Spieler. Je schlechter das Rufspiel ist oder je schlechter es steht, desto eher muss man in die Farben.

MetzgersTochter, 18. Dezember 2018, um 17:26

Das erste verliert sie auch sicher nicht wegen färbeln, sondern weils scheiße steht. Aber da geh ich auch in die Farben, beim 3. Stich läuten alle Alarmglocken. Warum zeigst du ihr den Eichel Unter nicht (im ersten oder zumindest im 3.)? Aber war auch wurscht, das Spiel kannst drehen und wenden wie du willst, das ist nicht zu gewinnen.

christophReg, 18. Dezember 2018, um 17:52

Hallo MT: Ich muss nochmal nachlegen. Das geschilderte Szenarium ist ja nur eines von beiden. Das andere ist, dass der Spieler die Die Alteselber hat und sie gestochen wird. Wenn dann Gras nachkommt hab ich erstmal nichts gewonnen, sondern nur die Asse getauscht. Und auch das nur für den Fall, dass die Herz-Sautatsächlich beim Gegner gelandet wäre.
Und wenn ICH als Gegner Die Alte erobern konnte, spiel ICH alles andere lieber als Gras (also in dem Fall Trumpf) an.

christophReg, 18. Dezember 2018, um 17:58

Ich hatte ja auch mal einen ähnlichen Fred angelegt, der leider wieder im Sand verlaufen ist. Meine Motivaton war damals auch, dass ich öfter mal baden gegangen bin mit dem Färbeln. Dass es öfter schief als gut geht, seh ich auch nicht. Aber es muss ja nicht nur gut gehn, sondern einen Mehrwert haben. Und der fehlt meistens, bei gleichzeitiger Erzeugung eines Risikos.
Ich hatte mal eine kurze Runde mit Faxe, wo wir ein paar Spiele hintereinander uns die Bälle zuspielen konnten mit färbeln. Das sah toll aus und hat viel Spaß gemacht. Bei der Analyse hinterher hab ich aber festgestellt, dass wir das Spiel "klassisch" fast immer auf der selben Gewinnstufe gewonnen hätten.

StGe, 18. Dezember 2018, um 18:00
zuletzt bearbeitet am 18. Dezember 2018, um 18:04

Blechkultur,
Grundsätzlich ist farbeln als Mitspieler eher schlecht als gut, wobei es in Ausnahmen natürlich über Schneider oder nicht entscheiden kann.

Aber prinzipiell hat ein Spieler egal ob Solo oder Rufspiel seinen "Plan", wie er das Spiel gewinnen will und im Normalfall mehr und/oder stärkere Trümpfe als alle Gegenspieler. Farbeln hat immer das Potential den "Plan" des Spielers zu zerstören, also entweder wird die As des Spielers (was in seinem Plan sein Stich ist) gestochen, jemand ist eine Farbe doppelt frei usw. Die Nichtspieler können dann nachspielen, suchen oder was auch immer.

Zudem wenn der gerufene Spieler immer fast stupide seinen höchsten Trumpf spielt, übermittelt er dem Spieler eine sehr viel wichtigere Information, nämlich wieviele und welche hohen bzw. mittleren Trümpfe bei den Nichtspielern stehen. Dann kann der Spieler entscheiden, ob mit diesen Trümpfen bei den Gegenspielern sein Plan weiterhin funktioniert oder nicht und er zu farbeln beginnt. Aber diese Entscheidung muss der Spieler nach seinem Blatt treffen und nicht der gerufene Spieler. Als gerufener Spieler ist es nicht deine Aufgabe selbst groß zu sein, sondern das Spiel des Spielers größer zu machen bzw. den Spieler entscheiden zu lassen (mit der Information welche hohen/mittleren Trümpfe gegen ihn stehen), wie er sein Spiel gewinnen will.

christophReg, 18. Dezember 2018, um 18:04

Und noch einen Gedanken zu diesem Satz von KIM:
"An Ramsch Tischen versuche ich es mir komplett abzugewöhnen. Blöd wenn man es aus Gewohnheit trozudem macht."
Das sehe ich jetzt nicht. Gerade an Ramschtischen werden die schwächeren Farbspiele gemacht, bei denen der Spieler vielleicht froh ist um Entlastungsangebote. Hier versteh ich es noch eher.

christophReg, 18. Dezember 2018, um 18:08

Mit den mathematischen Ausführungen von StGe konnte ich nicht so viel anfangen:-) aber den ersten und dritten Absatz oben find ich sehr treffend.

christophReg, 18. Dezember 2018, um 18:35

Hier mal ein Beispiel (bitte keiner fragen, warum ich da mit der Sau komm, das ändert an meiner Feststellung nichts:-)
https://www.sauspiel.de/spiele/874345871-saus...
Das klappt doch eigentlich alles wie am Schnürchen mit dem Färbeln. Und trotzdem wird es knapp.
Hätte ich mit Der Runde und dann Herz-Neun weitergemacht, wären es weniger Augen geworden.

christophReg, 18. Dezember 2018, um 18:48

https://www.sauspiel.de/spiele/873880321-saus...
Oder hier. Gutes Beispiel. Völlig unnötig gefärbelt der Depp. Wenn der Hauptbar cool ist, wirft er Gras-Zehn, Apoll bringt Eichel nach und die Hütte brennt lichterloh.

Deppdeppadadepp, 18. Dezember 2018, um 19:24

#873.855.257 hättest hier auch zuerst die Sau gebracht oder war das schlecht? Das ist mal ein kombinierter Fall ;) Ich spiele schon gerne auch die Sau statt Trumpf. Und hier war ich halt zusätzlich noch eine Farbe frei.

Turbokontra, 18. Dezember 2018, um 19:40
zuletzt bearbeitet am 18. Dezember 2018, um 19:41

Eule ist blind, er muss sofort gras spielen..ich hätts genauso gespielt..noch dazu wenn schon ein weiterer eichl frei ist, was sollen die sonst haben 😄

christophReg, 18. Dezember 2018, um 20:21

Das war nicht schlecht (in diesem Spiel sogar besser, wenn Eule richtig spielt) aber ich hätte es trotzdem anders gespielt. Ich spiel da inzwischen Herz-Zehn aber auf jeden Fall Trumpf.

christophReg, 18. Dezember 2018, um 20:47

Mit Färbeln: Schneider
ohne Färbeln: mit hoher W. schwarz
https://www.sauspiel.de/spiele/874915047-saus...

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