Schafkopf-Strategie: sauspiel-Weisheiten

Ex-Sauspieler #547524, 14. September 2017, um 00:34

Danke Er61! Stimmt, dass man an konkreten Spielen am meisten lernt, deshalb ja auch mein Vorschlag mit dem Thread.
Aber deine Erklärung zu Spiel#757.460.565 raff ich nicht - egal. Thema ist ja hier eigentlich ein anderes.
Auf jeden Fall Danke für eure Sprüche. Manche gibt's sinngemäß genauso bei Skat und DoKo.

faxefaxe, 14. September 2017, um 06:51

Mit Herzunter und Trumpfspatz sticht er sicher, wenn der Grasunter weg ist - wenn er nicht grad vor dem Spieler sticht.
keine Schafkopfweisheit, nur ein Fehler.

faxefaxe, 14. September 2017, um 06:52
Dieser Eintrag wurde entfernt.

kamiko, 14. September 2017, um 07:50

jojo, manche Menschen sind im komplexen denken schon mit 40 Zeichen überfordert; denen wirft man am besten ein kleines Häufchen hin wie ihr Hund - dann können sie das "like"n oder nicht.
mein tip: jemand wie du sollte meine posts besser überspringen.

für mich jedoch erfordert es allein schon die Höflichkeit, eine These so darzulegen, dass jeder die Möglichkeit hat, den Gedankengang nachvollziehen zu können und dann konkret einzuhaken.

kamiko, 14. September 2017, um 07:59

nur eine weisheit, ohne bezug und hintergrund zu kennen, bringt oft nicht allzu viel.
bspw. "Hast du As und zehn gesehen, sollst du von der Farbe gehen." gilt speziell für den wenz, aber nicht für das solo.
beim solo gibt es einen dazu analogen aber konträren spruch: "spatz, spatz nach, solo kaputt".
und beim normalen sauspiel kann man mit beiden sprüchen reichlich wenig anfangen.

und auch dann sollte man schon verstanden haben, warum es eine regel "Hast du As und zehn gesehen, ..." gibt und welches Gegenspiel dahinter steckt, denn regeln wie diese darf man nicht stur auf jeden wenz anwenden.

Ex-Sauspieler #547524, 14. September 2017, um 09:09
zuletzt bearbeitet am 14. September 2017, um 09:29

Re. Kurze und lange Beiträge:
Er61s 1. Erklärung zu Spiel#757.460.565 war mir zu kurz. *lach*
Bei sehr detaillierten Ausführungen komm ich auch ins Stolpern, denn da fehlt mir die Spielerfahrung. Hat was von blind Schachspielen für mich, da können nur die Experten mithalten.

Re. Weisheiten/Sprüche...sind keine Regeln:
das ist mir schon klar, sondern Empfehlungen zu Spielsituationen, in der Kartenverteilung und die Reaktionen der Mit-/Gegenspieler entscheiden, ob sie sich beweisen.
Was mich an hansolos Weissagung erinnert:
"Wenn Du den Punkt erkennst, an dem es angebracht ist, NICHT konventionell zu spielen, hast praktisch schon gewonnen."

Re. "spatz, spatz nach, solo kaputt":
Schönes Beispiel, das "Regelhaftes" über den Haufen wirft, ist Solo#757.490.312. Hab ich im vorletzten Anspiel verpatzt, weil ich nicht wusste, wer die Schellensau nicht gespielt hat, und "unkonventionell" leeren Spatz nachgespielt hab.

- - - Die Chinesen orakeln dazu: - - -
Um dich im Unendlichen zu finden, musst du unterscheiden und verbinden. *zwinker*

kamiko, 14. September 2017, um 10:35

#757.490.312 "Hab ich im vorletzten Anspiel verpatzt, weil ich nicht wusste, wer die Schellensau nicht gespielt hat"

nöö, der fehler lag mmn. schon im anspiel.

wenn der spieler hinten sitzt, zieht man normalerweise keine As, denn

a) wenn Spieler ne As hat, muss man versuchen, diese zu stechen. da beim Solo oft schnell die Tr gezogen werden, hat man aber nur dann ne Chance, wenn so eine Farbe frühzeitig kommt.

b) auf eine As kann der Spieler an 4 leicht abspatzen, denn er weiß, dass der gleiche Spieler wieder rauskommt.

c) man muss versuchen, den Solo-Spieler "in die Zange" zu nehmen, also dass er mittig sitzt. das gelingt nur, wenn ein anderer mit einer As zum stechen kommt und möglichst der Spieler einen Spatz hat. Genau deshalb gibt's - um beim Thema zu bleiben- den Spruch:

"langer Weg, kurze Farbe"

faxefaxe, 14. September 2017, um 11:26

Alles richtig, iimmer übel.
Ergänzend:

wenn ich die Sau spiele mit Spieler an vier, weil mir nix besseres einfällt - falls sie geht, muss ich nochmal raus und stehe vor dem selben Problem.

daher gleich was anderes.

Ex-Sauspieler #547524, 14. September 2017, um 14:29
zuletzt bearbeitet am 14. September 2017, um 14:47

Ich beuge mich euren Spielanalysen. Jetzt fehlt mir nur noch die Entscheidung, welche Farbe kurz ist, wenn man von zwei Farben gleich viele auf der Hand hat. Die Antwort ist wahrscheinlich: Die ohne Sau.
Ich seh schon, muss noch viel lernen. Danke für eure Geduld!

kamiko, 14. September 2017, um 15:43

du hast schon recht - beide sind gleich "kurz", es zählt NUR die Anzahl (je weniger du hast, desto höher Wahrscheinlichkeit, dass Spieler eine hat).

genau genommen wäre eine blanke As "kürzer" als 2 Spatzen von einer andern Farbe und dennoch darf sie nicht angespielt werden - was ja der Regel völlig widerspricht; eine blanke As wäre sogar ganz schlimm.

deshalb ist es oft besser, den Sinn dahinter zu verstehen besser, als stur nach Regeln zu spielen.
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einem Neueinsteiger sagt man die Regel, weil sie einfach zu merken ist. oft hat er einen "blanken Spatz" und wählt dann diesen.

er macht sich damit gleichzeitig diese Farbe frei, wenn sie also nachkommt, kann er überstechen.
dies ist deshalb so wichtig -wenn er nach dem Spieler sitzt-, weil dann ja völlig egal ist, welcher Freund die Farbe nachzieht - es muss nur irgendeiner auf Tr oder sonst was zum Stechen kommen und noch eine von der Farbe haben (auch diese Wahrscheinlichkeit steigt, weil er selbst nur 1 hat).

pipi überlegt sich aber sehr wohl, ob sie nicht entgegen der Regel spielt, wenn sie bspw. dazu nur wenige und schlechte Tr. hat wie Herz-KönigHerz-Sieben und keinen O/U bei einem Herz-Solo. denn selbst wenn die Farbe nachkommt, mit was will sie denn überstechen ?
wenn bspw. die "kurze Farbe" ein blanker Schellen-Zehn ist, sieht sie eine bessere Chance, die 2 Tr schnell los zu werden und ihn bald schmieren zu können, statt ihn am Anfang auszuspielen usw.
in dem Fall hängt es daher von den anderen Karten ab und dann kann es sogar sein, dass pipi entgegen allem auch ne As anzieht.
ich hoffe, ich habe nicht zu sehr verwirrt^^

Esreichen61, 14. September 2017, um 16:45

Kami, du verwirrst schon die besten schafkopfer, meinst du, Neulinge steigen da durch?

sie sollen erstmal das kleine 1*1 lernen.

Turbokontra, 14. September 2017, um 18:49
zuletzt bearbeitet am 14. September 2017, um 18:50

ned glegt - nix wert - zamschmeissen..
Nur da herin gibts des ned..

Das die wichtigste Weisheit - erspart den Rest mal ganz schnell!

kamiko, 14. September 2017, um 19:28

hmm, es61, wenn jemand nur a bisserl karten kann und sei es auch in doppelkopf, glaub ich schon.
ok, mag kein fast Food sein, vl. muss man den einen oder andern satz mal durchdenken, aber jeder Anfänger sollte dann schon verstehen, was und wie ich das meine.
was jemand daraus macht- jedem selbst überlassen.
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Regeln, falls Solo-Spieler hinten:
...
2. NIE ne As
3. ansonsten, die kürzeste Farbe

zu "normalerweise (!) keine As" oben wollt ich dann zumindest ein Gegenbeispiel liefern;
eben für die mmn. wichtigste Regel:

1. nie stur IMMER nach Regeln spielen, es gibt (fast) zu jeder auch Ausnahmen

christophReg, 14. September 2017, um 21:39

Eben. So auch zu 2. Wenn du als Ausspieler stark bist und zwei (oder drei) trumpfstiche machst bietest du natürlich deine Sau an, wenn vorhanden.

kamiko, 14. September 2017, um 23:58

au-we-zwick, jetzt gehst aber wirklich ins eingemachte, christoph^^
ich glaub dir schon, dass DU dies an deiner karte ablesen kannst, wann es tatsächlich vorteilhaft ist;
aber einem eher Anfänger würd ich das nie empfehlen, zumal ich auch da der Meinung bin, dass die Chancen mit nem nackten Spatz -wenn man einen hat und Spieler hinten- auch bei starkem Gegenblatt meist besser sind.

christophReg, 15. September 2017, um 07:04

Stimmt:IMMER ist das vielleicht nicht richtig. Aber ein Widerspruch zu deinem NIE bei Satz 2:-)

Ex-Sauspieler #547524, 15. September 2017, um 10:02

Danke, dass du so tief eingestiegen bist, kamiko. Detail- und Kurzerklärung zusammengenommen ergeben für mich einen Sinn. Leider kann ich die Spieldetails nicht mehr ansehen - eine Frage der Mitgliedschaft. Überleg ich mir :)

Ob oder wann ich die Empfehlungen in der Praxis anwenden kann, wird sich zeigen. So wie das Solo#757.490.312 gelaufen ist, bleibt die Tatsache, dass mich das Nichtspielen der Schellensau so aus dem Konzept geworfen hat, dass ich die Farbe nicht nachgespielt habe, obwohl Sau und Zehn noch im Spiel waren. Hätte ich nachgespielt, hätten wir gegen den Solisten gewinnen können - oder sehe ich das falsch?

christophReg, 15. September 2017, um 10:41

Nein, das siehst du richtig. Genaus falsch und spielverlierend ist aber das Schmieren der Eichelzehn

christophReg, 15. September 2017, um 10:51

Ich würde sogar sagen, dass man das Nichtspielen von Schelln verantworten kann, Es wäre durchaus denkbar, das jemand hier die Sau schindet, weil er noch mit einem weiteren Trumpfstich rechnet und sonst keine Schmier hat. Ihr habt 45 und macht mit einem Trumpfstich zu (die 45 sollte man hier an der Stelle wissen:-)

Esreichen61, 15. September 2017, um 11:38

Tip: spiel teilen klicken

Ex-Sauspieler #547524, 15. September 2017, um 11:52

@christophReg: Ich bin sehr erleichtert, dass du hier meinen Gedankengang nachvollziehen kannst :D

@Er61: Ja, das hat bis vor kurzem funktioniert. Heute bekomme ich den Hinweis: Vereinsmitglied werden oder um Echtgeld spielen und auch Deine Spiele ansehen! Vll. kann man als Nicht-Zahler die Spiele nur eine begrenzte Zeit lang einsehen.

christophReg, 15. September 2017, um 12:38

Bei mir funktioniert das immer noch und ich bin seit Jahren kein Mitglied.

kamiko, 15. September 2017, um 13:54

sysygy, im andern thread schreibst du
"Beim DoKo gibt's so viele Konventionen, aber die müssen beide kennen. Beim sauspiel zählt ..."

das hat mir super gefallen, weil du es vom Zusammenspiel siehst und nicht DEIN Spiel in den Fokus rückst.
auch beim Schafkopf gilt: "so viele Konventionen, aber die müssen beide kennen" - behalt das bitte bei.

neben Position hängt viel davon ab, wie du deine Mitspieler einschätzt. kennen sie die regeln ? spielen sie danach ?
und das ist hier mit der SchellAs ein gutes Beispiel.

für einen guter Spieler gibt's die Regel:
(s.o. faxe: "dont't fear the schmier")
-------------
wenn Farbe kommt, MUSS die As rein, nichts anderes. und zwar mindestens so lange, bis der Spatz gefunden wurde.

das gilt für jeden bis hin zum Solo-Spieler, also wenn dieser grad an 3 sitzt, muss 1 bereits die As bringen, wenn er sie selbst hat, oder der an 2, wenn sie dieser hat.
nur Freunde NACH dem Solo-Spieler dürfen natürlich unten weg.
--------------
bei Spieler an 4 muss deshalb die As kommen - auf das darfst du dich schon verlassen. wenn sie einer schindet, ist es nicht mehr dein Fehler, sondern seiner.

jeder gute Spieler hätte hier sowieso die Schell-As gelegt, wenn er sie gehabt hätte, denn es waren schon 2 Farben gespielt, die der Spieler nicht hatte.
(darauf zu achten ist natürlich ganz wichtig)
Also muss er ne Schell haben oder 8 Tr, nur dann nützt As-Schinden auch wenig.

aber denk dir nichts - ich hau so oft mal irgendwelche Böcke rein, wo ich mir danach denke: "mensch pipi, wo warst denn wieder ? ab in die ecke und schämen" 😂

Ex-Sauspieler #547524, 15. September 2017, um 14:47

:) Dank dir für die aufmunternden Worte, kamiko (aka pipi ?). Das perfide an diesem Spielausgang ist ja eben die Tatsache, dass ich einen "Sauschinder" bei meinen Mitspielern vermutet habe - anstatt zu vertrauen. Der Solist hat mich also mit seiner Finte voll in die Irre geführt und dadurch gewonnen. Geschickt eingefädelt und Applaus für dieses Bubenstück ;) Soll mir nicht wieder passieren!

christophReg, 15. September 2017, um 15:01

Des war koa Finte mehr, sondern der letzte (eigentlich verzweifelte) Versuch des Spiel noch irgendwie zu gewinnen.

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