Schafkopf für Freunde

Schafkopf-Forum

Tratsch: Kleinodien der mundartlichen Lyrik

Grad hat mich der Steff an einen grandiosen zeitgenössischen Poeten meiner Heimat erinnert, nämlich den Männix alias Horst Manninger aus Hammelburg, der zusammen mit Walter Graf in einem Roadlied die Reise zweier Helden aus dem Saaletal nach Bangkok (um dem Kuseng sein alde Schrank abzuholen... natürlich!) besingt, was naturgemäß zu einem clash of cultures führt:

"Stadd Schnabbs un Bier gi’dd’s Dee mid Eis,
stadd Schwoaddemouche doade Füsch mid Reis
un kenner konn gscheid underfrängisch,
alle räide se ner houchdhailändisch."

(Aus: "Bangkok", Die Schoppenhauer vo Hammelburch, vgl. ab Min 0:42 unter https://www.youtube.com/watch?v=01RY2uJfDII)

Hat noch jemand schmunzelige, nachdenkliche oder sonstige beachtenswerte poetische mundartliche Zeilen aus seiner Heimat parat?

Ich würd' mich freun...

geniale idee für aan fred! ... hab zwar spontan koa inhaltliche idee, such aba amal gerne umher ... sogt aa bayer im exil im hoheen norden!

Hochdeutsch könnte ein Gespräch zwischen einem Kunden und dem Photographen etwa so lauten: ,,Ich mache mir durchaus keine übertriebenen Vorstellungen von den Porträts; ich weiß, daß ich nicht sonderlich fotogen bin!" - falls es überhaupt in dieser Ehrlichkeit geführt werden sollte. Auf waldlerisch heißt das kurz und bündig:
“Wiari weji wiar, weji wiar wiari!”
wer lust auf mehr hat, guggst du:
http://www.konzell.de/chronik/Local%20Publish/html/boarisch_red_n.html

Wunderschöne Alliteration^^

Im Hinblick auf Stabreime hätt' ich a noch an Klassiker eines unbekannten Dichters aus der Unterhaltung zweier junger Mütter am Spielplatz über den definierten Handlungsspielraum eines der dort spielenden Kinder:

"Döff des des?"
"Des döff des!"
"Dass des des döff..."

des versteh i, aber des vom Kratti versteh i ned.

Mein Liebling ist dieser hier

do dadiad a da
do dadiad a da a
und do dada da a dadian

Kommt ein Pater beim Almbauern vorbei, der gerade seine Sense dengelt und sagt: "Moh mah", darauf der "Pata mah Du", dann der Pater "Maht a Pata a?"

Wie bringt ma an Oberpfälzer zum bellen?
Wennst erm sogst, dou gibts Freibier. Sagt er: "wou, wou wou?"

@muina:
werde ich wie ich werde, wie ich werde, werde ich.

Denke nie gedacht zu haben, denn das Denken der Gedanken, ist gedankenloses Denken. Wenn Du denkst, Du denkst, dann denkst Du nur, Du denkst, aber Denken tust Du nicht!

^^ davon mehr - bitte

^^
Bei aller Liebe für Stabreime... es dürfen gerne auch richtig lyrische Sachen hier rein (später mehr vom Männix, "Bangkok" is was für Anfänger, da gibts noch platteres, da muss ich erschd mal schaun wie ich des orthographisch korrekt hinbring^^)

@muina:
"dadian"? wos isn däis?

Noch an schnellen einfachen vom Männix aus der Landwirtschaft (Quelle: "Die Küh", Die Schoppehauer vo Hammelburch):

"Bu wölle äüer Küh denn häüd
ihr Hä hie ho?
- Ich glebb, unner Küh wölle häüd
kä Hä ho."

dadian hoasst verdorren.

aaaaalso *räusper*:

Da verdorrt er dir,
da verdorrt er dir auch
und dort würde er dir auch verdorren. (?)

De eerste Sluck, de is gesund,
de twete mookt vergnöögt den Mund,
de drütt' gifft Heemlichkeiten kund,
de veerte mookt den Minsch to'n Hund.

Am 8. Tag erschuf Gott die Dialekte...
Alle Völkchen waren glücklich.
Der Berliner sagte: "Icke hab nenn Wahnsinns-Dialekt, wa?"
Der Hanseate sagte: "Moin, mein Dialekt is dufte, ne!"
Der Kölner sagte: "Hey, Du Jeck, mit Kölsch feiert man Karneval!"
Der Hesse sagte: "Babbel ned, die Hesse babbeln des best Hochdeutsch!"
Der Sachse sagte: "Ja nu freilisch is äs Sächsisch klosse!"
Nur für die Franken war kein Dialekt übrig.
Da wurde der Franke traurig....
Irgendwann sagte dann Gott: "Dou di ned oh, dann redst hald wäy iech!"

@Gunthu:^^

@chrisssy: Hauerha, wou tut man denn sou snacken? Klingt a weng friesisch-herb...^^

@gunthu: sauguad - selten so gelacht

jockl, was gibts da zu lachen?
So wars.
^^

^^^^

das bei chrissy ist plattdeutsch (evtl. dithmarscher / friesisches platt) ... griaßle vom nordlicht 😄

ich fungiere hier nur als Entwicklungshelfer im Norden, aber verstehen tu ich nu das Platt, aber redn..........pfui daifi

Zwei "kulinarische" Beiträge von Gerhard C. Krischker (Bamberger Mundartdichter):

"A ächtä Bambärcher geht halt auf sein Källä bis er schbeid."

"aa a gedichd

deä keeskuung
fo mainä
schwiichämurrä"