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Tratsch: An alle Eltern

Eine Geschichte die ich schon über 30 Jahre gespeichert habe und immer noch aktuell ist!
Hört beim lesen in Euch rein.
Mir wird es jedes mal feucht in den Augen.

Vater vergisst

Hör zu, mein Sohn, ich spreche zu dir, während du schläfst, die kleine Faust unter der Wange geballt, die blonden Löckchen auf der feuchten Stirn verklebt. Ich habe mich ganz allein in dein Zimmer geschlichen. Vor ein paar Minuten, während ich in der Bibliothek über meiner Zeitung saß, erfasste mich eine Woge von Gewissensbissen. Reumütig stehe ich nun an deinem Bettchen.

Ich musste daran denken, dass ich böse mit dir war, mein Sohn. Ich habe dich ausgescholten, während du dich anzogst, weil du mit dem Lappen nur eben über das Gesicht gefahren bist. Ich stellte dich zur Rede, weil deine Schuhe schmutzig waren. Ich machte meinen Ärger Luft, weil du deine Sachen auf den Boden fallen ließest.

Auch beim Frühstück fand ich manches auszusetzen. Du verschüttetest den Inhalt deiner Tasse. Du stützt die Ellbogen auf den Tisch. Du strichst die Butter zu dick aufs Brot. Als du zu deinen Spielsachen gingst und ich mich auf den Weg zur Arbeit machte, da hast du dich umgedreht, gewinkt und mir zugerufen: Auf wiedersehen, Papi!, doch ich runzelte nur die Stirn und gab zur Antwort : Halt dich gerade und mach keinen Buckel !
Am späten Nachmittag ging es von neuen los. Als ich die Straße heraufkam, sah ich, wie du auf dem Boden knietest und mit Murmeln spieltest. Die Strümpfe waren an den Knien durchgewetzt. Ich beschämte dich vor deinen Freunden und befahl dir, vor mir her ins Haus zu gehen. Strümpfe sind teuer - wenn du sie selber kaufen müsstest, würdest du mehr Sorge dafür tragen! Das, mein Sohn, warf dir dein Vater vor !

Weißt du noch, später, als ich meine Zeitung las, da kamst du in die Bibliothek, schüchtern, in deinen Augen eine Spur von Traurigkeit. Als ich über den Rand der Zeitung blickte, ungeduldig, weil ich nicht gestört sein wollte, da bliebst du in der Tür stehen. Was willst du ? schnauzte ich dich an.
Du sagtest nichts, stürmtest nur mit einem Satz durchs Zimmer, warfst beide Arme um meinen Hals und küsstest mich, und deine kleinen Arme drückten mich mit einer Zuneigung, die Gott selber in dein Herz gepflanzt hat und die trotz aller Vernachlässigung immer weiter blühte. Plötzlich warst du weg, ich hörte dich die Treppe hinauf trampeln.
Kurz nachdem du weggegangen warst, mein Sohn, glitt mir die Zeitung aus den Händen, und eine grauenhafte Angst erfasste mich. Was war aus mir geworden? Vorwürfe und Tadel ohne Ende - damit vergalt ich dir, dass du ein Kind warst. Nicht daß ich dich nicht liebe - ich habe nur zu viel von dir erwartet und dich nach dem Maßstab meiner eigenen Jahre beurteilt, als ob du schon erwachsen wärst.
Dabei ist doch so manches an dir gut und schön und echt gewesen. Dein kleines Herz war groß wie der erwachende Tag über den Hügeln. Das zeigte sich in deinem plötzlichen Entschluss, auf mich zuzustürmen und mir einen Gutenachtkuss zu geben. Das ist das Wichtigste, mein Sohn, alles andere zählt nicht. Ich bin der Dunkelheit an dein Bett geschlichen und habe mich beschämt daneben gekniet.
Das ist ein schwaches Bekenntnis; ich weiß, du würdest nicht verstehen, was ich meine, wenn ich dir all das bei Tageslicht erzählen würde. Doch von Morgen an werde ich ein richtiger Papi zu dir sein. Wir werden Freunde werden, und ich werde mit dir traurig sein, wenn du traurig bist, und mit dir lachen, wenn du lachst. Eher werde ich mir dir Zunge abbeißen, als ein vorwurfsvolles Wort aus mein Mund zu lassen. Und immerzu werde ich mir sagen: Er ist ja noch ein Junge, nichts als ein kleiner Junge!
Ich fürchte ich habe dich als Mann gesehen. Doch wenn ich dich jetzt anschaue, wie du müde in deinem Bettchen schläfst, dann sehe ich, dass du noch ein kleines Kind bist.
Erst gestern trug deine Mutter auf dem Arm, und dein Köpfchen lag an ihre Schulter. Ich hab zu viel verlangt, viel zu viel.

von W. Livingston Larned

weise worte... danke huett

Ich selbst etwas Ähnliches als Kind erlebt.

Ein Kind erinnert sich!

Mein Vater war Taxifahrer mit eigenem Auto.
Nach einer Nachtschicht, legte er sich zum Schlafen ins Bett. Als er am Nachmittag wach wurde, schaute er in seine Geldtasche und ihm fehlten 80 DM .
Also fragte er mich wo ist das Geld?
Ich habe es nicht. Das ging ein paarmal so und schlug er mich und das so heftig das mir verschiedene Körperflüssigkeiten die Beine herunter liefen. Irgendwann ließ er von mir ab.
Zog sich an und fuhr mit dem Taxi los.
Nach ca. 1/2 Std. kam er zurück schaute mich mit Tränen in den Augen an, kniete vor mir und heulte bitterlich. Das hat er nicht gewollt, er einfach vergessen dass er einem Kollegen 20 Dollar gewechselt (damals 4 DM - 1 Dollar) weil er noch müde war.
Ich weiß nicht was mehr wehtat, meine körperlichen Schmerzen oder meinen Vater so weinen zu sehen.
Es war auch nicht der Verlust, sondern die maßlose Enttäuschung die mein Vater so handeln lies.
Von diesem Tage an war mein Vater wie ausgewechselt.

Liebe Eltern, gegen einen Klaps auf den Po ist nichts zu sagen, aber vergesst Euch nicht.
Ihr vergeht Euch an Euren eigen Fleisch und Blut.

LG
Huett 56 Jahre alt und früher auch einmal ein Kind

Der Spruch des Tages:
Kinder sind der Spiegel ihrer Eltern!

Hallo Huett. Vielen Danke für diese Einträge. Ich habe den Ersten gelesen und hoffe, dass meine Tränen irgendwann wieder aufhören zu fließen und trocknen. Der zweite Eintrag ist auch sowohl heftig, als auch herzzereißend.
Mögen alle Eltern, auch die zukünftigen, diese Zeile von dir lesen. Danke. *schluchz*

Sorry aber das ist Typischer Readers Digest Schmarren.

Kein Problem Fritz3434, du tust mir leid.

egal was es ist!!!!!
wir erwachsenen sollten nieee vergessen, daß ein kind ein geschenk gottes ist, daß ein kind nicht denkt wie wir erwachsenen, daß ein kind nicht auf die welt kommt und alles kann und weiß (auch wenns größer ist) , ein kind lernt sein leben lang, auch als erwachsener (wie wir auch)......
jeder schlag den ein kind von seinen eltern erhält, wird das kind nie wirklich vergessen....
ein kind das seine eltern vergöttert, weil es seine mutter und sein vater ist...
die erwachsenen erheben oft wegen kleinigkeiten die hand gegen das kind...grausam...
und warum???
weil die erwachsenen körperlich überlegen sind???
weil sie der situation nicht gewachsen sind???
liebe ist das einzige gute erziehungsmittel....

made my day lol

Kann nicht verstehen was da so lustig sein soll...

@voetminnaar
es gibt immer irgendwelche .......(ich sprechs jez nicht aus) die alles ins lächerliche ziehen.....
ich frag mich schon manchmal, was das für menschen sind????

Das Thema ist wichtig und auch ernst und so, aber die Geschichten sind in der Tat typischer Readers-Digest-Schmarrn - selten so was kitschiges gelesen. Auf mich wirkt das, bei allem Ernst des Themas, dann auch etwas erheiternd. Nix für ungut.

Lol der ist dochn Fall für nen Psychologen.

So intressant ist das ganze, wie Bernd das Brot.

was ist schlecht an Readers-Digest????
und glaub mir matrixkatze, viele eltern bräuchten dringend an psychologen!!!!

@ Hosenlatz
2

Gähn schaut doch einfach Bernd das Brot.

Nein mein Bester (hosenlatz), nur die Erste, die andere habe ich live erlebt!
Matrixkatze, mag sein das Du recht hast. Es ändert aber nichts daran, das ich noch nicht vergessen habe, das ich auch einmal ein Kind war, wie so viele Andere.

Mich hat es teils traurig und ein Stück weit nachdenklich gemacht. Aber
a) ticke ich hier halt vielleicht anders als Einige hier und habe
b) vielleicht auch schon andere Sachen erleben und sehen müssen

Aber wie auch immer, ich fand den Eintrag schön, wo auch immer die Zeilen herstammen. Ob Readers-Digest oder einer Bild-Kolumne.
Und wer will kann sich jetzt darüber hin- und herstreiten.

Huett, das sind sicher schlimme Erlebnisse, das will ich nicht bezweifeln. Der Stil (vor allem der "Titel") ähnelt halt am Anfang etwas der oberen Geschichte, da habe ich nach der ersten Geschichte auch nicht mehr allzu genau geschaut, weil ich die einfach so grauenhaft fand. Ich wollte damit aber nicht Deine Erlebnisse ins Lächerliche ziehen.

Ich finde den Stil der oberen Greschichte mit "Readers Digest" halt ganz gut beschrieben - sehr oberflächlich, sehr emotional, sehr auf die Tränendrüse drückend, eigentlich informationsfrei. Ich kann damit nichts anfangen und finde das kitschig, da geht es ja anderen auch noch so. Was nicht heisst, das mir deswegen das Thema egal wäre. Aber mit solchem Rührkitsch erweist der Autor - meiner Meinung nach - einem wichtigen Anliegen einen absoluten Bärendienst. Allein schon, weil sich das "Ins Lächerliche ziehen" da fast schon aufdrängt.

Die Story hat mich nie in Ruhe gelassen.
Ich habe sie deshalb schon einige Jahre gespeichert und einigen Eltern im Papierformat übergeben.

Ich bin jedenfalls der Meinung:
Wer seine Vergangenheit nicht vergisst, kann im der Gegenwart und Zukunft besser handeln!

Oh das Weltveresserersyndrom also.

^..^

hosenlatz hast du a ahnung, wegen wieviel weniger kinder geschlagen und seelisch mißhandelt werden??

Es gibt nur eine Katzenart, die sich in einem Familienverband zusammenschließen, das sind Löwen.
Die anderen taugen dazu nicht.

Das Thema ist wichtig und man sollte auch in seiner Umgebung und Nachbarschaft sofort hellhörig werden, wenn Eltern zu Aggressionen neigen. Wie HL schon geschrieben hat, meine ich aber auch, dass eine anrührende Geschichte da nicht weiterhilft. (zu Huetts eigener kann ich nur sagen, dass es sehr traurig ist, was er erleben musste).
Eltern, die in der Lage sind, Ihren Kindern Gewalt anzutun ( körperlich oder seelisch), lassen sich bestimmt nicht abschrecken, wenn sie so etwas lesen.