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Schafkopf-Strategie: Ruf - Suchen oder nicht suchen - Hauptsache gewinnen

ein Streitthema! Aber ein interessantes

Sitze vor dem Spieler als erster Mann. Habe 10 blank (Wahrscheinlichkeit dass geht ~40% beim langen Tisch). Aber blanke Ass in anderer Farbe. Wenn ich nun nicht gleich suche ist doch die Wahrscheinlichkeit dass der Spieler nicht gleich die Spielkontrolle erlangt viel höher.

Denkansatz:
- der Rufende hat wahrscheinlich mehr Trumpf, wenn sie nicht läuft dann so und so nicht.
- wenn ich die Ass am Anfang spiele, hat der Feind noch nicht seine Fehl frei gemacht.
- wenn gerade der Partner die Ruffarbe frei sein sollte kann er sich freispielen (gewagte Spekulation).
- zum Suchen is ja noch immer noch Zeit.

Einziger Vorteil wäre dass mein Partner sicher weiss wer mit wem spielt.

In welchen Fällen würdet Ihr auf das Suchen verzichten?!

Hm Theorie ;-)
Ich kenne genug Leute die grundsätzlich nicht mit blankem (10er) suchen.
Vorraussetzung dafür ist eine blanke 2te Farbe und min 3 Trumpf. Dabei wird dann die blanke Farbe angespielt um sich auf das Nachspiel der Farbe frei machen zu können.
Das kann funktionieren, allerdings muss dein Mitspieler das auch kennen und nicht automatisch von "der is Frei!!!" ausgehen.

Wann würde ich das machen? Wenn die Botschaft, die ich an Spieler und Mitspieler aussende Sinn macht und ich nach meinem Beiblatt daraus profitieren kann.

Manche vergessen auch das des Ziel des Spiels ned is die Rufsau zu stechen sonder mindestens 60 Punkte zu erreichen.

Und ich kenn Leute die grundsätzlich *immer* mit dem 10er suchen wenn sie können :)

Ich schreib mal meine Meinung auf:

Welche Logik steckt hinter der Konvention "Nichtspieler sucht -- Spieler spielt Trumpf"?

Je mehr Trumpf noch im Umlauf sind, desto wahrscheinlicher ist es dass ein Nichtspieler die Rufsau abstechen kann. Deswegen wollen die Spieler schnell viele Trumpf aus dem Spiel nehmen, um die Rufsau dann möglichst sicher heimzubringen. Und die Nichtspieler wollen umgekehrt so früh wie möglich suchen, damit -- falls der Partner frei ist -- er noch Trumpf hat zum Stechen.

Natürlich geht es wie von meinen Vorrednern richtig erkannt letztlich nur darum, am Ende 60 Augen zu haben, und es gibt durchaus Situationen wo es von Vorteil sein kann nicht zu suchen.
Warum ein blanker 10er hier aber groß den Ausschlag geben soll leuchtet mir nicht ein.
Das große Problem dabei ist, dass der Partner denkt man wäre frei und sich womöglich unnötig verausgabt um an den Auswurf zu kommen.
Genau das ist mir in der von Tecumseh beschriebenen Situation auch schleierhaft: Woher soll der Partner riechen soll dass ich Plan B spiele (und eben nicht darauf warte dass die Ruffarbe kommt)?

Das ist eine Spielvariante, keine Regel.

Das geht eigentlich auch nur mit Mitspielern die das auch kennen und zumindest die Möglichkeit erwägen. Das ist komplett vom Spielverlauf abhängig.

Vorteil:
-Ich zwinge evtl den Spieler zu unkonventionellem Spiel (Ruffarbe abwerfen z.B.)
- gibt noch mehr ...

Nachteil:
- Wenn mein Partner den Eichel-Ober hat und den Ruf 10er 3 mal ---> plöd
- gibt auch noch mehr ;-)

Wenns klappt Held wenn nicht - "Deppen gibt es immer wieder". :-)
Ich denk aber dass es - Voraussetzung die Spieler wissen dass man teils "unkonventionell" vorgeht Vorteile bringen kann. (Spieler in der Defensive)
Und wenns schief geht hat man oft 40 statt 50 Punkte...

tut jedesmal weh mit dem blanken 10er zu suchen... aber jedesmal wenn ichs nicht getan hab, hat sichs noch mehr gerächt....aber wie utzi schon schreibt....

Tecumseh:
> Vorteil:
> -Ich zwinge evtl den Spieler zu
> unkonventionellem Spiel (Ruffarbe abwerfen
> z.B.)

Dass es Situationen gibt wo es ein Vorteil ist die Spieler zu täuschen, damit geb ich dir recht.

> Das geht eigentlich auch nur mit Mitspielern die
> das auch kennen und zumindest die Möglichkeit
> erwägen.

Das verstehe ich nicht recht. Was soll denn ein Mitspieler der unkonventionelles Spiel in Erwägung zieht anders machen als ein völlig ahnungsloser Spieler? (Außer dass er am Ende vielleicht nicht rummault.)

Es ist doch trotzdem aus Sicht dieses Spielers nicht unwahrscheinlich, dass der Partner die Ruffarbe frei ist. Und damit wird er versuchen an den Auswurf zu kommen, und er wird dann auch Suchen. Denn der Vorteil einer abgestochenen Rufsau ist zum Greifen nah, das ist eine klare Perspektive.

Ja, deine Argumente sind alle nachvollziehbar und richtig. Es ist nicht erkennbar.

Ein Beispiel zum Verständnis

- Spieler an 4 spielt Eufspiel auf die Alte
- Tecumseh an 1 kommt mit Schellen König raus
- Saugsoch an 2 hat Schellen Sau,9, Eichel 2mal und nicht die Ruf
- Schellen geht mit 25 zu Saugsoch

Einzige Variante wär jetzt für dich Eichel. Da du aber weisst, dass ich evtl auch nach obiger Variante spielen könnte (!) kannst du nun auch den Schellen 9er als Bock in Erwägung ziehen, rein nach deiner Interpretation der Karten.

Danke für das Beispiel. Verstanden hatte ich deine Idee schon.

Was ich meine in deinem Beispiel:

Selbst wenn ich eingeweiht bin und in Erwägung ziehe dass du evtl. die von dir oben angesprochene Strategie verfolgst: Mir fällt spontan keine eigene Kartenhand ein, wo ich nicht ohne langes Nachdenken sofort suchen würde. Denn dass du trotzdem die Ruffarbe frei bist ist nicht unwahrscheinlich, und dann sind das i.d.R.mindestens 15 Punkte frei Haus. Und im anderen Fall ist kein so unmittelbarer Profit erkennbar. Wenn die Spieler nicht totale Anfänger sind werfen sie typischerweise einen Unter rein beim Schelln-Nachspiel., d.h. dein Freiwerfen besteht darin den Gegnern den Eichel 10er reinzuschmieren (um in der Ausgangssituation des Fragestellers zu bleiben). Und dann muss ich es immer noch schaffen nochmal an den Auswurf zu kommen, und zwar bevor dir die Trumpf ausgehen...

D.h. der einzige Unterschied den ich sehe ist: Ich kann nach dem erfolglosen Suchen sagen "Ich habs geahnt..."

> Und im anderen Fall ist kein so unmittelbarer Profit erkennbar
+
>Und dann muss ich es immer noch schaffen nochmal an den Auswurf zu kommen, und zwar bevor dir die Trumpf ausgehen...

Ich übernehm mal deine zitierweise ;-)

Das sind die Punkte wo wir uns anscheinend noch nicht einig sind.

konkretes Beispiel mit Gedankengang wann ich das so machen würde:

- Rufspiel auf die Alte von 4
- Ich habe am Auswurf:
HO, HU, H9, H7, E10, SK, G9, G8

Gedankengang:
Was hat mein Mitspieler?
Trumpf stark? --> unwahrscheinlich (2-3)
frei? --> unwahrscheinlich (10er blank)
gewinnbar --> auf Standardspielweise eher nicht (1-2 Trumpfstiche + eine Farbe wenns gut läuft)

Dann halt Trick 17, mit folgendem Gewinnplan
- Schellsau hat mein Partner und geht
- Schell nach kostet Gegner Trumpf und ich kann den 10er wegwerfen
- Ich kann mir den Spieler so hindrehen, dass ich Schmier vom Gegner bekomme und 2 Trumpfstiche mache. Die einzige Schmier die ich sicher weiss ist da die Rufsau.

- Was verlier ich wenn mein Partner nicht Schellen nach bringt? --> nix, da ich auch gleich hätte suchen können
- Profit könnte hier sein dass ich das Spiel nur so gewinne
- Der Plan beinhaltet nicht , dass du zwingend nochmal hinkommen musst

Auf Eure differenzierte Argumentation antworte ich mal trotzdem mit einem platten:
"aber Dein Mitspieler wird halt narrisch, wenn er frei ist und dann nicht mehr zum Stechen kommt"

Ich widerspreche dir ja nicht darin, dass es in einer hoffnungslosen Situation schon einerlei ist, wie man das Spiel konkret verliert, bzw. an welchen Strohhalm man sich konkret klammert.
(Die Erfolgsaussichten von deinem Trick 17 erscheinen mir ähnlich abstrakt wie die Hoffnung darauf, dass der Partner vielleicht doch einfach Trumpf frei ist und Rufsau + 10er mit einer Herzschmier einräumt.)

Worin ich dir widerspreche ist die weiter oben gemachten Aussage
> Das geht eigentlich auch nur mit Mitspielern die
> das auch kennen und zumindest die Möglichkeit
> erwägen.

Weil ich wie gesagt denke, dass ich auch als eingeweihter Partner in dieser Situation (also dass du vorher am Auswurf nicht gesucht hast) immer suchen würde, denn die gestochene Rufsau ist bei der vorliegenden Aussicht auf einen freien Partner einfach der greifbarste Strohhalm.

ohne alles gelesen zu haben:
in der regel plöd, weil
1 ich meinen partner zu schnellem und letztendlich blöden einstechen zwinge (schnelles suchen)
2 der infogehalt von nicht suchen gewaltig sinkt!
frei oder doch nicht?
von mir nur extrem selten praktiziert

senego:
> 2 der infogehalt von nicht suchen gewaltig sinkt!
> frei oder doch nicht?

Stimmt, das seh ich genauso.
Mit jedem mal, wo ich nicht suche, obwohl ich es könnte, verwässere ich das Vertrauen der Mitspieler. Und das will ich nicht, denn wenn ich dann tatsächlich mal frei bin soll mein Partner bitte versuchen möglichst schnell ans Ausspiel zu gelangen um dann zu suchen!

Hey ho zusammen. Hier ein Beispiel:#285.806.495
Die Aussage vom Michael war: Wir gewinnen nur, wenn ich nicht suche.
Sehe nur ich das anders? Er ist ein sehr guter Spieler - sonst würde ich nicht mal darüber nachdenken. ;-)

Naja in diesem Fall hast du gesucht und ihr habt gewonnen ^^

Aber generell kannst du nach dem 2ten Stich erkennen, dass dein Mitspieler keinen Tr mehr hat. Egal welcher von beiden es nun ist.

Dann zu suchen hilft eigentlich nur den Spielern, da du ihnen zum Auswurf verhilfst und damit das Spiel aus der Hand gibst. Wenn du nicht suchst schaffst du zumindest etwas Unsicherheit bei den Spielern und du hast ja immer noch die Möglichkeit dein Eichel auf eine nachgespielte Farbe wegzuwerfen

Ja stimmt, das hätte ich erkennen "können". :-)
Merci fürs Statement.

Mit 1 sucht man auch nicht.

Liebe Matrixkatze.
Die Meinung dessen, der regelmäßig nach seinen Kommentaren von den starken Spielern in die Schranken verwiesen wird, und danach seine Beiträge löscht, den Rest kann man sich denken.

Du kannst eben nicht gut spielen, sonst wüsstest ja dass man bei 1 nicht sucht.

Die Chance ist auch viel zu gering dass mit 1 Suchkarte der Mitspieler frei ist. Da kriegen die Gegner nur gleich nen Batzen Punkte und können dann mit Trumpf einsammeln anfangen. Je nach Position und Hand sind meistens die andren Farben oder sogar n hoher Ober viel besser.

en garde