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Schafkopf-Strategie: 10 spielen trotz Sau

Man entschuldige den etwas kryptischen Titel, aber kurz UND aussagekräftig war etwas schwer...

Ich habe hier, bei Solo und Farbwenz, öfter folgende "Taktik" erlebt:
Der Spieler besitzt Sau und 10 einer Farbe als Fehlfarbe. Diese Farbe wird angespielt, der Spieler sitzt auf 2 oder 3 (habe es auch schon auf 4 erlebt, wenn die Farbe durchging (!), aber selten) und spielt die 10.

Gründe, die ich mir dafür ausdenken konnte, sind
a) der Ausspieler wird versuchen, eine lange Farbe anzuspielen - wenn der Spieler dann auch noch zwei Stück hat, wird sie wohl nicht durchgehen, und die 10 ist halt ein Punkt weniger.

b) wenn ich das auf Position 2 mache und der Spieler auf 3 ist frei, wird er schmieren/nicht stechen, weil er die Sau bei 4 vermutet.

[c) Das ist ein Verhalten, dass bei der Kurzen Karte viel mehr Sinn macht, und das viele dann nicht "umstellen" beim Langen.]

Mir wäre hier der Nachteil, zu viel über meine Karten zu verraten, im Normalfall zu groß (wenn ich sonst noch 4 Lauf, den Gras Unter und ein Trumpf-irgendwwas habe, na gut, dann würd ichs wegen b) probieren. Ich habe sogar schon die Sua zugegeben, obwohl bereits gestochen war, um eben die 10 "geheimzuhalten".
Also, kurz gesagt, ich sehe den Sinn nicht wirklich beziehungsweise glaube, dass die Nachteile größer sind als die Vorteile.

Da ich das aber öfter und bei Leuten, deren Spielstärke ich als hoch einschätzen würde, gesehen habe, wollte ich mal nachfragen...

PS: Auch bei Rufspielen hin und wieder beobachtet. Da finde ich es noch weniger sinnvoll, aber ich wollte die Diskussion jetzt nicht total überfrachten.

Als Spieler kanns aus deiner Überlegung b durchaus Sinn machen. Natürlich nicht an 4. An 3 schon, wenns am Ende um das eine Auge geht. Wenn der Zehner trotzdem gestochen wird, ist die Wahrscheinlichkeit, dass gleich wieder die Farbe kommt, bei 0 und die Sau kann am Ende als hohe Karte nochmal stechen. (Genau wie der Zehner) Wenn die Sau fällt und der Zehner nicht, dann wissen normalerweise 2 Gegenspieler eh, dass die Zehn beim Spieler stehen müsste.

Natürlich kann es Sinn machen, die Sau trotz gestochen zuzugeben, weil man dadurch die zweite Karte der Farbe verschleiern kann. Kommt halt auch immer auf die anderen Karten an...

Als Gegner oder bei nem Ruf finde ich Sau schinden als einen der übelsten (Anfänger)Fehler, die man machen kann. Leider machen den auch erfahrenen Spieler immer mal wieder, selbst wenn man keine oder wenig andere Schmier hat, hilft es i.d.R. nicht weiter. Natürlich gibts auch hier wieder Ausnahmen...

zu c kann ich ned allzuviel sagen, bin einfach zu ungeübt beim kurzen.
beim langen, egal ob ruf oder einzel macht des null sinn, weil jeder weiß wo die as sitzt, und sein spiel dementsprechend drauf einstellt.
und der eine punkt is viel zu selten entscheidend, weil entweder hast a oma, oder ein knappes. beim knappen hauens dir die sau dann auf jeden fall.
gibt natürlich noch die möglichkeiten d-z inkl. unterpunkten wo des anders ist, aber dann sitzt in der regel immer mind. 1 äehm....."vollheinz" am tisch

...wenns das knappe Spiel ist und man zu A und 10 noch ne kleine Karte der Farbe (zum Ausweichen) hat, dann kanns schon wieder interessant werden, die Sau zu zwicken...

Pauschal ist halt beim Schafkopf immer schwer...

Als Solist mache ich es -nüchtern- nie. Auch ich lege die Sau rein, obwohl schon vom Gegner gestochen (dieser "hosenlatz" spielt gar nicht so schlecht, glaub' ich...). Als Gegenspieler lege ich den Zehner rein, wenn ich zum Beispiel an "drei" sitze und der mit'm Solo an "vier", und ich die Sau dreimal habe. Sollte sie durchgehen, spiele ich die Sau nach. Geht sie nicht, spare ich einen Punkt. Da mir die letzte Variante deutlich öfter untergekommen ist, mach ich's so.

kann pete nur beispflichten - beim solo immer die sau (außer, der letzte trumpf liegt drinnen, dürfte aber selten sein ;-)). meiner erfahrung nach wird auch ein 10er fast immer gestochen. dass 2 gegenspieler eh wissen, wo die 10 ist, wenn ich die sau leg, versteh ich nicht. die kann genauso gut der jeweils andere haben. wenn ich dann irgendwann an 4 sitz (und die 10 gespielt hab), kommt die farbe nach - und einer sticht und einer schmiert. wenn ich die sau gelegt habt, kommt die farbe vermutlich gar nicht erst.
beim ruf kann es unter umständen sehr sinnvoll sein. wenn mein partner an 4 sitzt. da passierts öfter mal, dass einer der möglicherweise freien gegnspieler abwirft, weil er hofft, der partner hat die sau (wenn er selbst kein allzu gutes blatt hat). da mein mitspieler an 4 ist, laufe ich nciht gefahr, dass sie rausgestochen wird.
sitzt mein mann NICHT an 4, ist das natürlich selbstmord.

ps: red nur vom langen! beim kurzen machts sicher mehr sinn.

ui, ich schieb noch ein 3. post hinterher: als gegenspieler beim ruf, wenn ich die ruffarbe frei bin und die sau zb. 3 mal hab, spiel ich auch gern die 10 (beim spieler an 2). der macht sich dann evtl die ruf frei, weil er hofft, sein mann hat die sau - und der eigene partner wird sowieso stechen, wurscht, ob ich 10 oder sau spiel, damit er suchen kann.

also als einer der schlechteren spieler, die aber viel kurz spielen, kann ich nur sagen, daß es beim kurzen noch sehr viel weniger sinnvoll erscheint als beim langen.

beim kurzen ist es für die mitspieler eminent wichtig zu wissen, wo die sau ist. deswegen wird grundsätzlich, wenn man die sau zu zweit hat, diese gespielt (egal welches die 2. karte ist). wenn man das als 2. oder 3. nicht macht, gibt's sofort virtuelle schläge von den mitkämpfern.

die situation stellt sich nur anderes dar, wenn ich 3 karten in einer farbe habe und erster bin. dann spiele ich gerne die 10, weil mindestens ein mitspieler frei ist und der spieler möglicherweise davon ausgeht, daß die sau noch kommt. funktioniert natürlich nur, wenn der spieler nicht an position 4 sitzt; dann spiele ich aber auch grundsätzlich nicht eine 3x besetzte farbe.

@grubenhörndl:
sicher richtig, aber es geht hier vornehmlich darum, was man reinlegt, wenn man als einzelspieler 10 und sau einer farbe hat. und da ist es (vermute ich) viel sinnvoller, mal die sau zu schinden, als beim langen.

ok, d.h. höchststrafe, THEMAVERFEHLUNG... peinlich!

daher noch ein 2. versuch:

wenn man beim kurzen allein spielt und von einer "fehlfarbe" sau und 10 hat, ist das sinnvollerweise nur beim FW möglich. dann entscheide ich mich für die 10, wenn ich meine mit der sau sehr wahrscheilich noch zu stechen. ansonsten nehme ich eher die sau, in der hoffnung, daß die 10 am ende übrig bleibt und sticht.

hmmm, nur ne vorichtige schätzung, aber wenn die 10 am ende übrigbleibt und sticht, macht die sau doch des gleiche,.oder bin i da ez auf holzweg?

dann drücke is es anders aus:

für den unwahrscheinlichen fall, daß ich davon ausgehe, beide zu verlieren (weil dann habe ich meistens schon das spiel verloren), spiele ich zu erst die sau.

insofern haben alle guten, von hl über mt bis senego recht: beim kurzen ist es sinnvoll erst die 10 und dann die sau zu spielen, wenn man beide hat.

Ich lege grundsätzlich die gras 7 da rein , wenn ich sie habe , sonst die schellen 8 .

Dann nehme ich das mal als erfreuliche Breitbandbestätigung meiner Ansichten. Freut mich, dass ich keine essentielle Einsicht in das Wesen des Spiels verpasst habe :-)

@ janth: Natürlich kann man einige Situationen "basteln", in denen es sinnvoll ist. Absolut ist bei dem Spiel nix. Fluch und Segen:-) Mir begegnete das nur eben öfter in Situationen, in denen das nicht so war.

hier gibt es mir eindeutig zu wenige Leute, die mitreden..... leider habe auch ich deinen Theorien nichts entgegenzuwenden, aber vielleicht macht ja doch noch mal wer anders mit....