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Tratsch: Hasenstall in München wird immer berühmter.

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In Süddeutsche Zeitung, Hasenstall, 22.02.2010

Mittendrin
Schelln-Solo in luftiger Höhe
Neulich im Hasenstall. "Ja bist du denn narrisch! Suacht der die Blaue, der Depp. Langer Weg, kurze Farbe!" Sagt es, knallt die Karten auf den Tisch und geht bieseln. Verloren, mit 58 Augen. Der Hasenstall, muss man wissen, ist ein kleines gastronomisches Paradies an der Truderinger Straße zwischen Autobahn und S-Bahn. In der Nachbarschaft ein Abfallentsorger, Speditionen und ein depressiv machendes Hochhaus. Im Hasenstall aber tobt das Leben. Hier räsonieren alternde Rockmusiker über den Sinn von "Brown Sugar", aus dem Lautsprecher tönt DJ Ötzi oder Santana, und an den Tischen wird geschafkopft auf Sau komm raus. Eine Idylle der Vorstadt. Ein Weltkulturerbe bayerischen Kartenspiels.
Nun wird ja stadtauf stadtab beklagt, dass in Münchens Wirtshäusern immer öfter ein Schafkopf-Bann herrscht, dass also eine intellektuelle Herausforderung beispielsweise eines Schelln-Solos ohne drei nicht mehr stattfindet, weil das Kartenspiel irgendwie den gastronomisch-gewinnmaximierenden Ablauf stört.
Insofern ist es auf den ersten Blick tröstlich, dass der Schafkopfschule e. V. aus der Münchner Paul-Preuß-Straße (ebenfalls am Stadtrand, nämlich in Feldmoching, gelegen) ein Schafkopfturnier veranstaltet, am Samstag, den 10. April. Dieses findet, schau an, in einem Münchner Wirtshaus statt. Irritierend daran ist, dass es sich dabei laut Ausschreibung um das Fernsehturm-Dreh-Restaurant handelt (es heißt ja eigentlich "Restaurant 181", weil hier 181 Meter über Grund gekocht wird). Mit dem Startgeld von 80 Euro bucht man ein Drei-Gänge-Menü mit - ohne Getränke, aber inklusive Lift.
Wir buchen nicht. Man kann kein Solo ohne drei spielen, wenn sich erstens das Wirtshaus dabei dreht, zweitens man nebenbei essen muss, drittens 0,2 Liter Chardonnay neun Euro kosten (Bier trinkt man hier eher nicht). Rauchen heißt es, "ist nur auf der Turmplattform gestattet". Auf in den Hasenstall. Mit der Blauen. Egal, was passiert.

Karl Forster

si isses und an meinem bild sieht man das hier des schafkopf gelebz wird

Lieber Karl. Habe Dein Statement gelesen und kann es teilweise nachvollziehen.

Trotzdem könnte man deinen Artikel missverstehen und Ihn als Abwerbung oder Miesmache gengenüber dem Fernsehturm und deren Turnier verstehen, was Du aufgrund der Bekanntheit des Hasenstalls doch gar net nötig hast.

Ich persönlich war no net bei Dir, habe aber schon von den legendären Spielveranstaltungen gehört ... => es steht auf meiner Agenda.

Ob der Xristos dir nen gefallen getan hat, den Fred nach oben zu holen, weiß ich nicht, dass kann jeder selbst bewerten ...

Also bis bald?

^^ Mario