Tratsch: Die Kobra

GrossmeisterM, vor ungefähr 11 Stunden

Seruvs liebe Sauspielfreunde,

nachdem das Wal-Gate zu meinem Bedauern leider nach wie vor besteht, habe ich heute schon die nächste Schalgzeile, die mit einem Tier verbunden ist, gelesen. Diesmal mit einem Reptil. Eine Kobra hat bei einer Schlangenshow, in welcher die Tiere oftmals von den "Beschwörern" provoziert werden, um aggressiv und mit brachialer Gewalt zuzuschlagen, einen deutschen Mann gebissen. Dieser ist an den Folgen des fatalen und hochwirksamen Kobra-Giftes gestorben.

https://www.augsburger-allgemeine.de/mindelheim/aegypten-schlangenbiss-hotel-mann-aus-unterallgaeu-tot-stirbt-nach-show-114087535

Mein Beileid möchte ich für die Familie des Mannes aussprechen. In dieser Diskussion will ich - änhlich wie bei der zum Wal bei Wismar - appellieren, die Tiere in Frieden zu lassen. Schlangen sind NICHT von Natur aus bösartig, auch wenn der Mensch das oft behauptet (Bibel, Horrorfilme, sogar manche Dokumentationen). Sie beißen nur, wenn sie in die Enge getrieben werden oder sich bedroht fühlen. Es ist meines Erachtens noch nie vorgekommen, dass eine Schlange proaktiv auf einen Menschen zugekrochen ist, um ihn zu beißen. Sie benötigen ihr Gift hauptsächlich zur Jagd und veschleudern es ungern für Abwehr bzw. Verteidigung.

Was sagt ihr zu diesem Fall?

Es grüßt

Der Großmeister

Ruth333, vor ungefähr 11 Stunden

Ein tödlicher Kobrabiss bei einer Schlangenshow in Ägypten unterstreicht
die Gefahren von Tierdarbietungen, bei denen Wildtiere für
Unterhaltungszwecke provoziert werden. Diese Vorfälle werfen komplexe
Fragen auf, da solche Shows oft die existenzsichernde Einnahmequelle für
lokale Familien darstellen . Ein Umdenken im Tourismus und der
Verzicht auf solche Attraktionen könnten sowohl den Tierschutz
verbessern als auch langfristig sicherere Alternativen für die
Einheimischen schaffen.

GrossmeisterM, vor ungefähr 6 Stunden

Servus Ruth333, vielen Dank für deinen Beitrag. Ich stimme dir in allen genannten Punkten zu!

Es grüßt

Der Großmeister

tych, vor ungefähr 4 Stunden

auch ich verabscheue solche tierschau-attraktionen für touris; nur einmal vor gut 30 jahren habe ich mit einer tourigruppe so etwas mitgemacht: ein harmloses "skorpionballett" ohne interaktive einbindung von touris in marokko. seither reise ich individuell mit meiner frau im mietwagen, ohne jegliche gruppenbespassung.
ebenfalls abartig: touri-reiten auf straussenvögeln bei einigen auf reisebusmassentouris ausgerichteten straussenfarmen um outshoorn in südafrika. es gibt dort aber auch einige wenige farmen, bei den man den straussenvögeln in ihrem "natürlichen" verhalten in der sehr weitläufigen einzäunung beobachten und auch zufüttern kann (bei interesse für eine derartige adresse gerne pn an mich). in namibia laufen diese vögel sogar noch in freier wildbahn umher!
nun noch zu den schlangen: natürlich ist keine der mir bekannten (afrikanischen) giftschlangen "bösartig" im sinne von beliebigen und grundlosen ad hoc angriffen auf menschen.
aber es gibt hier wichtige unterschiede: sehr viele, auch hochgiftige schlangen verhalten sich passiv oder verziehen sich fluchtartig, wenn sie "schwere schritte" am boden (ausnahme: die südafrikanische boomslang, die eben primär oberhalb des erdbodens lebt) verspüren. diese vielen schlangen, zum beispiel die hochgiftige puffotter, sind als geduldige lauerjäger kaum aggressiv: da muss man schon auf sie drauftreten, oder sie anders heftig in die enge treiben.
es gibt aber auch sehr angressive giftschlangen, die nur mit geringer oder keiner vorwarnung angreifen, sobald man ihr territorium verletzt. natürlich ist das territorium der jeweiligen schlange nicht durch von ihr aufgestellte schilder gekennzeichnet 😄 aber bestimmte gelände- und bewuchsformationen geben sehr grobe hinweise, wo man besser fernbleiben sollte.
niemand sollte zum beispiel das jagdterritorium einer speikobra (wird üblicherweise nie bei shows eingesetzt!) oder einer schwarzen mamba verletzen. letztere sorgt regelmäßig durch ihr schnell tödlich wirkendes toxin für über 100 tote in afrika.
nebenbei bemerkt: mehr tote gibt es durch die bei uns so flockig vermarkteten "happy" hippos: im wasser können sie durch ihre masse beim auftauchen boote zum kentern bringen, an land können diese schweren viecher bis zu 60 km/h schnell laufen, wen man sie bei grasmümmeln stört, und dabei alles platt machen! auch diese viecherl sind extrem territorial fixiert: wer in ihr (in den grenzen für menschen weitgehend unbekanntes) territorium einbricht, insbesondere wenn die hippos nachwuchs haben, spielt echt mit seinem leben! in dem südafrikanischen städtchen st. lucia gibt es faktisch ein nächtliches ausgangs- und fahrverbot, da die hippos äsflächen in der stadt haben.

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