Tratsch: Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses...

hansolo_forever, 18. September 2019, um 02:30

Ich habe gerade zufällig diese 'Doku' in einer Mediathek gesehen, und bin erschüttert über die die zum Teil himmelschreiende Geschichtsklitterung. Von 'Terra-X' bin ich normalerweise höhere Qualität gewohnt.

https://www.zdf.de/dokumentation/terra-x/imperium-kriegsruf-der-indianer-europaer-verdraengen-kultur-100.html

Aber okay - falls das Thema außer WildBill und mich noch jemand interessiert, beschäftigt, traurig macht oder jemand gar eigene Erfahrungen erzählen kann - her damit !

Der fred-Titel ist im Übrigen der Titel eines Buches von Dee Brown (und ich habe keine Ahnung, ob der [die ?] selbst Native American war) und wer das mal ließt, schläft erst mal ein paar Nächte nicht mehr den selbstgerechten Schlaf des zivilisierten Europäers... I can tell you !

Final möchte ich noch anmerken, dass bei meinem ersten (und leider wohl auch letzten) USA-Besuch ein Cherokee-Reservat nur 30 Meilen entfernt gewesen wäre - mein Wunsch, selbiges zu besuchen und mal mit den Leuten zu reden, allerdings sehr bestimmt abgelehnt wurde. Dabei wollte ich denen doch nur das Schafkopfen beibringen, damit sie wenigstens ein Gutes aus der Kolonisierung mitbekommen...

hansolo_forever, 18. September 2019, um 03:43

To be honest - das hier ist mal richtig gut. Und lehrreich, was das Thema 'Sozialisierung' anbelangt...

https://www.zdf.de/dokumentation/terra-x/herman-lehman-der-apache-ein-deutscher-unter-indianern-im-100.html

Deckelstrich, 21. September 2019, um 09:30

Ich habe das Buch auch schon 2x gelesen. Dee Brown ist zwar kein Indianer, aber er ist mit vielen befreundet und kennt die fast verlorene Kultur.
Erschreckend ist, in welch kurzer Zeit die Indiander
alles verloren haben. Es reicht fast ein Menschenleben. Jeder Amerikaner sollte im Jahr 50
Dollar bezahlen, in diesem Land leben zu dürfen.
Mit dem Geld könnten die Ureinwohner nach und nach ihr Land zurückkaufen. Ein indianischer
Präsident würde die richtigen Gesetze dazu erlassen.
Dream on!

WildBill, 21. September 2019, um 11:09
zuletzt bearbeitet am 21. September 2019, um 11:23

Herman Lehmann wird auch erwähnt in

Empire of the Summer moon.

Und in

The Truth about Geronimo and the hunt for the Apache Kid.

(Edit:

Kann auch sein das das in dem Buch

The Apache wars war...

Bin mir nicht mehr ganz sicher...)

Das Buch von Dee Brown heißt

Burry my heart at Wounded Knee.

Zuletzt gelesen:

The heart of everything that is. (Geht um die Biographie von Red Cloud und seinen Krieg um das Powder River Country)

Und

Crazy Horse, the strange man of the oglallas.

(Von Mary Sandoz, Autorin von

Cheyenne autumn)

WildBill, 21. September 2019, um 11:18
zuletzt bearbeitet am 21. September 2019, um 11:19

Auch empfehlenswert

George Bird Grinell:

(Intimer Freund der Northern Cheyenne, und Initiator des Clacier National Parks und Kämpfer dafür, dass aus den verbliebenen 800 Büffeln des vorletzten Jahrhunderts wieder eine überlebensfähige büffelpopulation enstand)

The fighting Cheyenne

und

The last stand.

WildBill, 21. September 2019, um 12:04
zuletzt bearbeitet am 21. September 2019, um 12:06

@hansolo

Betreff "falls jemand eigene Erfahrungen gemacht hat hat"....

War dreimal in der Pine Rigde Indian reservation...

The poorest Region in the Western Hemisphäre!

Nothing else to say.

WildBill, 21. September 2019, um 12:50

Hatte letzte Woche Besuch von meine american relatives...
Sie fragten :

Have you ever visited a concentration Camp?

Ich hab geantwortet:

Not in germany but in the US.

Hitler was very keen of it...

So he built them in germany for jewis and other minorities.

And finally improved them into death Camps....

WildBill, 21. September 2019, um 12:52

In the US they call These Camps "rez"

hansolo_forever, 21. September 2019, um 21:29

Danke für die Literatur-Empfehlungen. Da is sicher was für mich dabei.

Faktisch hast ned mal unrecht - diese 'Umsiedlung' in die unwirtlichsten (und daher auch noch unbewohnten) Landstriche kommt einer Deportation in "CC's" durchaus nahe - und die 'manifest destiny' der Ideologie von der 'Herrenrasse' ebenso. Auch, dass die Haltung 'Fresst doch eure eigene Scheisse oder verreckt halt !' durchaus nicht nur von Extremisten vertreten wurde, ist belegt.

Dann frag ich mal ganz allgemein: ist das jetzt Relativismus, ist ein Wahnsinnsverbrechen schwerer zu gewichten als das andere ?

Denn auch der Völkermord in den Vereinigten Staaten von Amerika war geplant - sicher nicht so 'professionell' wie der von den Nazis, aber mit dem gleichen perfiden Grundgedanken - und wurde konsequent durchgeführt.

Meine traurige Erkenntnis daraus:
Rücksichtslose Brutalität, absoluter gruppenbezogener Egoismus und die daraus folgenden Konsequenzen sind Grundeigenschaften der menschlichen Natur - ob Deutsche, Amerikaner, Belchier, Azteken, Mongolen, Römer oder Osmanen, Schweden, Irokesen oder Russen, Holländer oder 'Australier', Maori oder Japaner, spielt keine Rolle. Das Böse kann man nicht mehr gewichten.

Und jetzt wird ein(e) jede(r) sagen: 'Trifft auf mich nicht zu !'. Stimmt - das Individuum ist 'größtenteils harmlos' - erst die Horde macht dann aus einem netten Zeitgenossen einen hasserfüllten... naja schweigenden Zuseher oder halt auch Mitmacher.
Dann schlägt die Stunde der Psychopathen...

bayern-linus, 21. September 2019, um 21:37

begrabt die wölfe in der schlucht !!

hansolo_forever, 22. September 2019, um 05:05

Was auch immer das bedeuten mag... - aber sympathisch klingt des ned.

WildBill, 22. September 2019, um 12:31

@han

Das war ein Western mit Gregory Peck, gedreht in Israel.

WildBill, 22. September 2019, um 12:42

@han nochmal

Den Amis kann man, wenn man großzügig ist, zugute halten, dass sie nicht die Erfinder des nordamerikanischen Genozids waren.

Sie haben lediglich da weiter gemacht wo die Holländer, Schweden, Deutschen, Russen , Briten, etc. aufhört haben, nachdem sie eine eigene Nation wurden.

Und möglich war all dies nur deshalb, weil Seuchen wie die Pocken, Masern und später auch Cholera der frontier meist 500 milen und mehr voraus waren.

Die Europäer trafen also immer auf entvölkerte Landstriche, bevölkert nur von dahinvegitierenden Überresten einstiger Hochkulturen.....

hansolo_forever, 22. September 2019, um 13:20

Klar - 'die Amis' gab es zu diesen Zeiten ja noch gar nicht. Und 'die Amis' verkörpern auch garantiert nicht alleinigs 'das Böse' auf der Welt. Aber die bigotte Selbstgerechtigkeit großer Teile (don't get me wrong - es sind bei weitem nicht alle !) dieses Volkes, ohne einen Hauch Selbstkritik oder gar Reue, widert mich dermaßen an... Die Haltung dieser bibelschwingenden Alt-Testament-Fundamentalisten unterscheidet sich nicht im Geringsten von der der Bombengürtel tragenden Koranverehrer. Man kann natürlich jedes Verbrechen rechtfertigen, wenn man damit ja nur den Willen einer höheren Macht erfüllt...

Den Film muss ich sehen - Gregory Peck war das Idol meiner Mutter ;) - danke an euch für den Tip !

WildBill, 22. September 2019, um 13:43

@han
"Aber die bigotte Selbstgerechtigkeit großer Teile (don't get me wrong - es sind bei weitem nicht alle !) dieses Volkes, ohne einen Hauch Selbstkritik oder gar Reue, widert mich dermaßen an... Die Haltung dieser bibelschwingenden Alt-Testament-Fundamentalisten unterscheidet sich nicht im Geringsten von der der Bombengürtel tragenden Koranverehrer."

Auch das hat seine Wurzeln in Europa und ist keine Erfindung der Amis.

Gründet alles auf der kirchlichen Reformation im Europa um 1600.

All die Sektierer damals sahen in der "neuen welt" das gelobte Land, wo sie nach ihrer facon glücklich werden und den Heiden den rechten Glauben aufzwingen konnten.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gnadenh%C3%BCtten-Massaker

hansolo_forever, 22. September 2019, um 15:49

Klar - hast ja Recht, is alles importiert... Vergess ma ned die spanischen und lusitanischen Katholen in Meso- und Süd-Amerika. Brutalster Genozid im Namen des Herrn !
Konserviert hat sich des aber scho besonders gut da drüm.
Ich will auch gar keine Völkerschaften im Einzelnen an den Pranger stellen - mein Punkt ist, dass der Mensch an sich, wenn er die Möglichkeit hat und einen Vorteil darin sieht, 'ethisches Handeln' als neglegiable einstuft und auch so Sachen wie 'Empathie' eher zweitrangig werden. Es sei denn, äußere Zwänge hindern einen an solchem Verhalten.

Kurz: die Ansicht, dass Menschen sich von Tieren unterscheiden, weil sie zwischen 'Gut' und 'Böse' unterscheiden, ist falsch. Zumindest, was die Handlungen anbelangt.

WildBill, 22. September 2019, um 15:54

I can go with that....

hansolo_forever, 22. September 2019, um 15:56

Erschreckender Bericht übrigens, Bill - danach erübrigen sich alle weiteren Worte.
Ich bin jetzt einfach nur furchtbar traurig....

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