Schafkopf-Strategie: Statistiken

Legence, 14. September 2019, um 21:45

Stichprobe ist noch recht klein, aber vielleicht kann trotzdem jemand ein bisschen Feedback zu meinen Statistiken geben.

Meine Spielquote ist mit 33% recht hoch, eigentlich spiele ich nur solide Sachen. 4 Trumpf mit scheiß Beiblatt spiele ich z.B. fast nie und ohne3/schlechter spiele ich manchmal auch mit 5 Trumpf nicht.
Farbsoli nehme ich auch Mal riskantere mit. Irgendwo ist dann aber eine Grenze, wo mir Erfahrungswerte klar sagen: das verliert man einfach zu oft.
Wenzen bin ich auch vorsichtig, vielleicht zu vorsichtig.

Klopfen und Kontra scheint mir zu niedrig:
Zum Klopfen gibt es hier ja ganze Abhandlungen. Mir scheinen klopfquoten von 30% beim Langen aber ziemlich pervers. Also wenn's schlechter als 3 Trumpf mit ober ist, dann klopf ich selten. Ich finde z.B. 2 unter + Herz oder 2 Unter + Ass oder 1 ober, 1 unter + Farbe(n) ohne Ass arg spekulativ.

Beim Kontra wird es dann ziemlich komplex. Zumindest bei Sauspielen gibt es da zuviel Dynamik mit den beiden weiteren Spielern, als dass ich da komfortabel mit z.B. 5 guten Trümpfen + eine Farbe frei spritzen wollen würde; Oft macht man da 2 karge Trumpfstiche und 1 Farbstich für ca. 40 Augen

Esreichen61, 14. September 2019, um 23:01
zuletzt bearbeitet am 14. September 2019, um 23:03

371 spiele sind wirklich nicht aussagekräftig, mind 1000 sollten es sein.

klopfen ist bei 33% Spieler mind 33%, warum findest du 30% pervers.?

da bist du viel zu defensiv.
pos 1 zb musst du viel öfters legen.

Da du ohne fw und geier spielst, musst du ja noch mehr klopfen als welche, die mit spielen.

4 tr ist übern Durchschnitt, die Frage ist, lieber selber die Ruf haben oder gar keine Sau.

kontra verändert oft die Statik des Spiels, den Faktor muss man berücksichtigen

Legence, 15. September 2019, um 01:29
zuletzt bearbeitet am 15. September 2019, um 01:39

Man kann das bestimmt abschätzen, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist ein gutes Blatt zu bekommen bei gegebenen 4 Karten.

Und da man im Schnitt durchschnittliche Blätter bekommt, sinkt bei guten ersten 4 die Wahrscheinlichkeit für gute Karten auf die anderen 4. Wenn die ersten Bombe sind, macht das nix, irgendwann wird es marginal. Das Klopfen auf durchschnittliche erste 4 heißt im Schnitt das Klopfen auf ein durchschnittliches Blatt. Durchschnittliche Blätter sind keine guten Sauspiele und man muss spielen, um einen positiven EV zu haben. Von daher finde ich 30% schon krass. Ich denke so ca. 20% ist optimal.

Als Ausspieler öfter zu klopfen, gibt Sinn, da sollte ich drauf achten. Aber viel mehr kann nicht optimal sein, denn das Ausspiel ist eigentlich nur für Vensen wirklich wichtig.

Ein guter Anhaltspunkt wäre die Legerquote der besten Echtgeld-Spieler. Die ist bestimmt deutlich unter 30%.
Neben Erwartungswert kommt da auch Varianz ins Spiel. Wenn's um echte Moneten geht, nimmt man marginale Sachen, die potentiell Verluste vergrößern, gar nicht erst auf. Dann sinkt die Quote für die meisten bestimmt in den einstelligen Bereich, aber wie gesagt ich schätze 20% ist optimal.

Legen beim Schafkopf kann man in gewisser Weise vergleichen mit den Preflop-Einsätzen in No Limit Holden. Die meisten Hände sollte man gar nicht erst spielen. Im Schafkopf hat man zwar weniger totalen Schrott, aber es gibt eben für reguläre Spiele die
Partnerkomponente, die eine völlig unbekannte Variable ist.

Legence, 15. September 2019, um 02:04
zuletzt bearbeitet am 15. September 2019, um 03:03

Und das Klopfen auf leicht überdurchschnittliche Blätter kämpft mit dem Ausgleichseffekt.
Wenn man die 14 Trümpfe und die 3 Assen als die "guten Karten" ansieht, dann kann man im Schnitt 4,25 daraus erwarten.
Also jeweils 2,125 auf die ersten und zweiten 4.

Die ersten 4 sollten also schon mindestens 3 aus diesen 18 sein, damit man ein überdurchschnittliches Blatt erwarten kann. Das sind gemäß einem Post aus einem früheren Thread 35% aller möglichen ersten 4.

Nun gibt es aber auch die Qualität zu beachten.
Es gibt nur 8 füße, sowas wie 2herz + Ass/3Herz zu legen ist fragwürdig, weil man nur ca. einen Fuß auf die zweiten 4 erwarten kann. Zwei Asse sind ebenfalls heikel.
Da muss man noch einiges rausschmeißen, dann kommt man wahrscheinlich auf ca. 25%, OK vielleicht ist 30 doch nicht so krass 😄
Gerade, wenn man noch spekulatives Legen auf Vensen mit Eichel unter + A10x einer Farbe, ähnlich für Farbsoli, und z.B. Alter+Blauer+2 einer Farbe, berücksichtigt(also einige aus Kategorie "2 aus 17").
Das im Detail auszurechnen dürfte aber zu komplex werden. Position, andere Leger oder das Ausbleiben dieser, die Sonderstellung der Asse (soll man aufs gerufen werden legen mit schwachen/fehlenden Trümpfen?) etc. bleiben hier unberücksichtigt. Ebenso, dass die Herzen bei Vensen und den Farbsoli tot sind.

Legence, 15. September 2019, um 02:22
Dieser Eintrag wurde entfernt.

faxefaxe, 15. September 2019, um 07:16

Der maan hat das mal ausgerechnet, die ideale Quote liegt zwischen 30 und 40 Prozent meine ich, und das ist auch realistisch (an sehr guten Tischen wird sie etwas niedriger sein). gerade als sehr guter Spieler kannst Du das natürlich in der Wirtschaft machen. Den ZS—Wert kannst Du nicht heranziehen, weil ja zwei von drei Tarifen ohne sind.

faxefaxe, 15. September 2019, um 07:18
zuletzt bearbeitet am 15. September 2019, um 07:19

Ps: du spielst Rentner, da lege ich auch weniger, erst jetzt gesehen.
lies Dir den maan trotzdem mal durch, wenn Du ihn findest.

Esreichen61, 15. September 2019, um 07:26
zuletzt bearbeitet am 15. September 2019, um 07:28

War es nicht so, dass je mehr spielvarianten es gibt, umso weniger legen?

Ohne fw und geier gibt es viel weniger Einzel, dass heißt, Sauspiele sind mächtiger.
Da kann man doch viel mehr legen, weil man Partner werden kann.

2-3 Asse sehe ich da schon sehr gut als leger.

Wie gesagt, 33% Spieler und noch 19% Partner, also 30% leger ist da noch viel zu wenig.

faxefaxe, 15. September 2019, um 07:33

Die Wenz-Farbwenz-Kombiquote ist schon höher. Daher ist auf Unter legen attraktiver (zudem wirst halt mehr angemeckert im Rentner).
Ober und zwei kleine Herz finde ich im Rentner attraktiver als in Farbwenzrunden zb

Legence, 15. September 2019, um 10:34

Ich beziehe mich doch auf maans post, da kommen die 35% her.
Dass in in der Zockerstubn meistens ohne Klopfen gespielt wird, wusste ich allerdings nicht.

Naja, Zeit das Mal auszuprobieren mit dem Dummklopfen...

Jannen, 15. September 2019, um 10:48

„(an sehr guten Tischen wird sie etwas niedriger sein)“.

Das ist etwas, das man m.M.n. relativ schnell lernen sollte, sonst wird es schnell sehr teuer...
In der Wirtschaft werden langfristig deutlich mehr schlechte Leger belohnt, als im Echtgeldbereich.

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