Tratsch: Die Mutter aller Probleme

Soolbrunzer, 07. September 2018, um 20:54
zuletzt bearbeitet am 07. September 2018, um 20:55

DIE MUTTER ALLER PROBLEME

sei die Migration, sagt Horst Seehofer. Nun, das ist natürlich Unfug. Migration ist ein Phänomen der Menschheit, das es schon vor Beginn der Geschichtsschreibung gab, nach dieser Logik wäre also das Menschsein an sich die Mutter aller Probleme. Auch ein Gedankenansatz, aber warum sollte man sich weiter mit Statements von Bundesinnenministern beschäftigen, die in Interviews von sich gäben, dass jede Straftat eines Migranten erfreulich sei, weil man die dann abschieben könne...

Was ist nun wirklich das Problem? Meine These dazu war und ist: Die Mutter aller Probleme ist ein mittelweile soweit dereguliertes marktwirtschaftliches System, das viel zu viele Verlierer produziert: In unserem Land sind dies u.a. perspektivlose Jugendliche, Langzeitarbeitslose, ALG-II-Empfänger, Obdachlose, verarmte Rentner und mittellose Pflegebedürftige. International sind dies Opfer von Kriegen, die mit in unseren westlichen Ländern hergestellten Waffen geführt werden und Opfer der westlichen, durchaus als hegemonial zu bezeichnenden Wirtschaftspolitik, die dann mit wirkungsloser "Entwicklungspolitik" bemäntelt wird. Also potenzielle Armuts- oder Kriegsflüchtlinge. Interessanterweise ist dies genau der Personenkreis, den man zuletzt als Sündenböcke und Sozialschmarotzer zu brandmarken pflegte bzw. pflegt: Hartz-IV-Empfänger und Flüchtlinge.

Wenn man sich die Mühe macht, AfD-nahen Demonstranten mal zuzuhören - ich empfehle hier z.B. die Gespräche, welche die bemerkenswerte Frau Dunja Hayali vom ZDF regelmäßig führt (u.a. hier: https://www.zdf.de/politik/dunja-hayali/chemnitz-dunja-vor-ort-lang-100.html) -, dann benennen die genau das: Das unser System zu viele Verlierer produziert. Entweder fühlen sie sich als Verlierer oder sie befürchten, welche zu werden. Neben der Angst, Gewaltopfer zu werden beklagen diese Menschen auch:

- Angst vor Arbeitslosigkeit, (Alters-, Familien-)Armut, sozialen Abstieg,

- schlechte Bildung,

- schlechte bzw. Angst vor schlechter werdender Gesundheitsversorgung,

- zu hohe Mieten,

- schlechte Infrastruktur insbesondere im Osten,

- unterbesetzte / untätige / überforderte Behörden,
etc.

Sie nehmen wahr, dass in unserem Land etwas schräg läuft. Und da haben sie auch recht. Und genau hier wäre der Ansatz für die Regierungsverantwortlichen und die Gesetzgebung: Diese Probleme mit Nachdruck innen- wie außenpolitisch anzugehen. Die soziale Marktwirtschaft wiederherstellen, das Marktsystem regulieren, Kriegstreiberei auf allen Ebenen bekämpfen, echte Fairness im Umgang mit den so genannten Entwicklungsländern einkehren lassen. Das schafft Deutschland nicht alleine, das wäre Minimum ein europäisches Unterfangen.

Es reicht eben nicht, die Demokraten aufzufordern, gegen Rechtsextremismus auf die Straße zu gehen. Demokratischen Politikern kommt nun die Mammutaufgabe zu, nach jahrzehntelanger Austeritätspolitik und Aufkündigung der sozialen Marktwirtschaft, dieses Land, diese Welt so gestalten, dass keine Menschen mehr in die Nähe von Rechtsextremismus rücken. Denn da wollen die eigentlich gar nicht hin; nein, sie sind (zu recht) sauer, wenn sie als Nazis bezeichnet werden. Sie sind auch nicht dumm, sie wissen sich offenbar nur nicht mehr anders zu helfen. Denn Verführer wie die AfD locken ja mit simpel anmutenden Lösungen: Schuld sind die vielen Ausländer (wir brauchen uns nicht groß darüber zu unterhalten, dass achtzig Jahren eine gewisse Partei einen ähnlichen Ansatz hatte; nicht umsonst hieß deren Ermächtigungsgesetz in Wirklichkeit "Gesetz zur Beendigung von Not und Elend des deutschen Volkes).

Demokraten wacht auf, ja. Zeigt Euch! Aber vor allem: DEMOKRATISCHE POLITIKER, MACHT EUERE ARBEIT!

kamiko, 07. September 2018, um 22:29

Migration vor Beginn der Geschichtsschreibung?
Wie kann man die Geschichte nur so schönmalen.
Da braucht man gar nicht mal so weit zurückgehen bis zur Zeit von "Onkel Tom", wo es keine Migration, sondern Versklavung gab oder ins Mittelalter - frag mal nen Anatolier, frag nen Sinthi, frag nen - ach frag einfach ...
https://www.sueddeutsche.de/politik/verfolgung-von-minderheiten-der-rassismus-des-jahrhunderts-1.1567927
oder frag die ausgestorbenen Völker ... oh entschuldige, die kannst ja nicht mehr fragen.

Ansonsten waren "Migranten" in der Geschichte meist Unterdrückte - "Geduldete". Mit dem Begriff "Migration" von heute hat das nichts und auch gar nichts zu tun.

Es gab kein Sozialsystem, geschweige denn eine Krankenversicherung.
Meinst, da hat sich irgendjemand für "Sprachunterricht für Maya" eingesetzt, oder die hätten über Integration gelabert oder dass man den Guanchen Handys in die Hand gedrückt hätte?
Meinst da hätte jemand nach kostenloser Schulausbildung für Migranten geschrien?
Da mussten sogar die Bürger selbst noch Geld für Schulen zahlen.

Auch heute - in 2018 - sieh Dich doch mal in der Welt um, wo es so was auch nur annähernd Sozial- und Hilfsleistungen wie in D gibt!
Wenn Migranten früher gestorben sind, egal an Hunger oder Krankheit, wen hat das denn interessiert?
Man hat sie halt rumsitzen lassen, wo sie grad saßen - Geld ham sie ja nicht gekostet und Rechte hatten sie eh keine.
Es war die Schicht weit unter dem Bürgertum - frag mal Roma und dann stellst Dir das noch zigmal schlimmer vor.
SO war es damals.

Und wenn - wenn Migranten in der Vergangenheit tatsächlich straffällig wurden, meinst da kamen dann hordenweise Demonstranten, dass man sie nicht abschieben dürfe? Nöö, das solltest Du wohl selbst wissen, dass man da nicht zimperlich umging.

Schon Deine Einleitung ist ein Unfug, als wolle man für einen Düsenjet als Beispiel eine Pferdekutsche ins Feld führen.

Jenny35, 07. September 2018, um 22:41

🤣🤣🤣Ich näss mich ein! Da hat mein Ehemann doch tatsächlich einen Längeren (Beitrag geschrieben) als Kamiko.👍💪

Sorry Jungs. Aber auf den Inhalt kann ich aus 🍺Gründen, erst morgen eingehen.

Heut sag ich nur noch: Hose runter! Postvergleich! Das Forum schwappt gleich über! Wir holen unsre Buchstaben raus und messen...jetzt fällt mir nicht mal mehr ein billiger Reim ein.😂😂😂

Soolbrunzer, 07. September 2018, um 23:22

Was die Postinglänge angeht reicht man mir so schnell nicht das Wasser... außer man hat den Blues. Denn wer im Gefängnis sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen^^ Prost, Jenny!

Jenny35, 07. September 2018, um 23:35

Prost baby! Ich liebe dich. Aber ich muss dich korrigieren. Wer im Gefängnis sitzt, sollte unbedingt mit Steinen schmeissen. Was sollte ihm schon geschehen? Dass man ihn wegen schlechtem Benehmen rausschmeist?

Soolbrunzer, 08. September 2018, um 00:38

Kommt auf die Zelle an... vor allem wenn die Wänd' aus Gummi sind, kommen die Steine unangenehm flott zurück... und Insassen mit schlechter Führung ham ja oft derlei Unterkunft^^

Aber genug verzapft für heut... nou an Kurzn (चियर्स) und dann in die Heia, in a baar Stund' is die Nacht wieder 'rüm...

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