Tratsch: keine Plastikgabeln und Luftballonhalter sollen die Meere retten....

serave, 29. Mai 2018, um 07:13

...selten so gelacht.

Der erste Brüller war die Umstellung von Plastiktüten an der Kasse. Die einzelne Tüte - hergestellt weit unter einem Cent und verkauft für 10 Cent - musste ersetzt werden gegen eine wenig Cent teure Tüte in der Herstellung und dafür bezahlt man 80 Cent bis 1 €.
Alle nutzen natürlich jetzt die tollen neuen Mehrwegtüten und dabei stellt sich die Frage: Wohin mit dem übrigen Plastik ?
Die Bio-Bananen waren dankbar, auch endlich in Folie eingeschweist zu werden - so wie meine Lieblingszahnpasta um den Karton nochmal eine Schutzfolie bekam. Ich sehe, die denken mit. Ich würde mir aber schon wünschen, dass jede Banane einzeln umwickelt werden würde. Außerdem ist das nicht in jedem Supermarkt Standard. Folie für die Bananen - flächendeckend.

Der nächste Brüller war, dass wir jetzt durch den Verzicht von Plastikgabeln und Luftballonhaltern oder Strohhalmen die Weltmeere retten können. Langfristig sollen Plastikfalschen besser verwertet und die Produkte anders verpackt werden. GENAU. Man könnte jetzt bei vielen DIngen anfangen. Weg mit den Plastikflaschen, denn die nutze nicht nur ich jeden Tag. Aber das geht ja nicht. Die Lobby und die Verbraucher. Man müsste wieder schwer schleppen.
Gleiches gilt für die sinnfreie DreifachVerpackung von irgendwelchen Artikeln. Oder und hier muss ich den Grünen recht geben: Warum wird Rohstoff zu Energie teuer besteuert, Rohstoff zu Plastik allerdings nicht ?

Natürlich müssen Plastikgabeln nicht sein, aber es ist wie mit Facebook: Kosmetik und Augenwischerei fürs Volk. Hätte man wirklich gewollt, hätte man mehr machen können als eine nette peinliche Plauderstunde mit dem Facebookchef. Beispielsweise für den Verstoß gegen die Auflage, dass von Whatsapp keine Daten an Facebook weitergegeben werden dürfen.
So ist es auch mit dem Müll. Wenn man wollte, könnte man. Aber was rege ich mich auf. Durch Ökotest habe ich gelernt: Auch das Verbrennen von Plastik ist Recycling, denn daraus wird Energie gewonnen.

Rashomon, 29. Mai 2018, um 08:10
zuletzt bearbeitet am 29. Mai 2018, um 08:17

Jo! Auch dieses Thema sollte in aller Munde sein, obwohl: Ist unsere Welt noch zu retten?

Looking back over the decades... Da hat sich in den vergangenen Jahrzehnten Mauseschritt-weise was getan... auch wenn den Jüngeren das als ein konservativer Blickpunkt erscheint. Jedenfalls erinnere ich mich an die 80er, als die damals greisslichen Jutesäcke aufkamen und Künstler Aktionen frei nach dem Motto "plastic fantastic" zelebrierten... Heute gibt es Läden, die fast alles ohne Verpackung lose verkaufen, und Crowd Fund Projekte, die real wirken (wollen), z.B.
https://www.theoceancleanup.com/

Will sagen: Es tut sich was - und andererseits:
An allem nagt der Zahn der Zeit - Vom Reiz der Vergänglichkeit (ein lesenswertes Buch:) ! Darin wird der Gedanke deutlich, dass nichts - auch unsere Welt - nicht für die Ewigkeit gemacht ist und die Entwicklung eben Veränderung bedeutet: Es wird was andres kommen - versprochen!

Zitat aus der Buchbesprechung in Die Zeit:
"Wir sollen nicht von tausendjährigen Reichen träumen, keinen ewig klebenden Leim erfinden und keinen unverrottbaren Kunststoff. Jeder Roman muß ein Ende haben - hätte er das nicht, würden wir ihn gar nicht erst zu lesen beginnen."
Rezension: https://www.zeit.de/1999/16/Radieschen_von_unten/komplettansicht

Buchrecycling hier:
https://www.booklooker.de/B%C3%BCcher/Angebote/autor=Midas+Dekkers&titel=An+allem+nagt+der+Zahn+der+Zeit+Vom+Reiz+der+Verg%C3%A4nglichkeit

EDIT: Bei sauspiel recyclns etza scho die Zeilenumbrüche :D

Mario19667, 29. Mai 2018, um 08:14
zuletzt bearbeitet am 29. Mai 2018, um 09:01

Selten soooo gelacht .. ☝️ Dein Artikel!

Ich sehe es aber ein bisschen anders. Aller Anfang ist schwer und gut finde ich, dass überhaupt was passiert. Ich selbst kaufe schon seit Jahren keine Plastiktüten mehr und Umverpackungen lasse ich nach Möglichkeit sofort im Laden!

Im Übrigen kann jeder ja mehr machen, wenn er will. Läden ohne Umverpackung gibt es schon in allen größeren Städten und die Nachfrage steigt. usw. usw.

Aber in einem gebe ich Dir recht. Wenn wir nur auf Europa schauen, wird es nix werden, das ist zu kurz gedacht! Und wenn ich schaue, wie es in den USA zugeht, da wird Dir Angst und Bange. Ich war erst vor kurzem drüben und war geschockt, wie Die mit der Umwelt umgehen. Aber vielleicht lag es nur an meiner Gastfamilie ...?

Die Plastik-Filterung der Meere sehe ich als die größte und wichtigste Aufgabe der nächsten Jahrzehnte. Der Deck ist ja schon da und parallel zur Plastikvermeidung gilt es den Mist aus unserer Nahrungskette soweit wie Möglich fernzuhalten.

serave, 29. Mai 2018, um 08:22
zuletzt bearbeitet am 29. Mai 2018, um 08:23

@Mario: ich verstehe deine Aussage, dass man irgendwo einen Anfang machen sollte. Doch - und das ist die Kernaussage - die Plastikgabel wird es nicht retten. Nochmal: Jede PET-Flasche wird von jedem einzelen tausendmal mehr genutzt, als eine Plastikgabel. Warum nicht hier anfangen.
Natürlich könnte jeder einzelne. So wie sich jeder über so viele Themen aufregt. Doch die meisten schreien nach dem Gesetzgeber. Dabei würde (und hier bin ich bei dir) der Druck des Verbrauchers viel mehr verändern.
Das beste Beispiel ist der Dieselskandal. Wen hat es wirklich gejuckt ? VW hatte sogar das beste Konzernergebnis in dem Folgejahr.

Rashomon, 29. Mai 2018, um 08:39

hm, bin jetzt kein Wirtschaftsexperte, serave, aber Bilanzeergebnisse werden doch auch von Verlusten beeinflusst? Will nur sagen: Argumentationszusammenhänge entstehen je nach Fokus des Betrachters...

serave, 29. Mai 2018, um 08:48
zuletzt bearbeitet am 29. Mai 2018, um 08:51

Rash: Okay, es gibt verschiedene Kennzahlen (Umsatz, operatives Ergebnis etc.). Hätte man präziser sein können.
Ich
sprach vom Gewinn und ich gehe mal davon aus, dass der Fokus hier den
allgemeinen und definierten Terminus der Wirtschaft benutzt:
"https://www.focus.de/finanzen/news/trotz-abgas-skandal-volkswagen-hat-gewinn-2017-mehr-als-verdoppelt_id_8517714.html"

Aber
dein Einwand führt vom Thema weg. Es war ein Beispiel dafür, dass man
für Umwelt und gegen Feinstaub ist, aber gleichzeitig durch Käufe den
Konzern stützt, da ja Mario berechtigt darauf hingewiesen hat, dass man als Verbraucher etwas tun kann.

#####Fokus schreibt klar vom Nettogewinn also
Def. (die Differenz aus Erlösen und Gesamtkosten für das Gesamtunternehmen.)

Rashomon, 29. Mai 2018, um 08:55

Cool, serave :) Ich sehe, du weißt, von was du sprichst! Danke dir.

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